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Asbach schlängelt sich bald auch an den Kreutleser Wiesen

Neue Abwassertechnik-Anlagen für bessere Gewässerqualität: Diese Woche beginnen die Arbeiten an einem Regenüberlaufbecken (RÜB) mit angegliedertem Entlastungswasser-Klärteich (EKT) im Talgrund an der Oberasbacher Jahnstraße, zwischen Häsigweg und Gängle. Die Maßnahme ist notwendig wegen der Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie, konkret wegen strengerer Auflagen im Bereich Gewässerschutz. Sie dient dem qualitativen Gewässerschutz des Asbachs durch Mischwasserentlastung bei Regenwetter. Weshalb sich Naturfreunde dank dieses Projekts schon ab 2017 auf einen neuen Rad- und Wanderweg vom Häsigweg bis zum Gängle freuen können, lesen Sie im Folgenden.

Das 1.442 Kubikmeter fassende Regenüberlaufbecken (RÜB) kann man sich wie eine unterirdische „Halle“ vorstellen, von der oberirdisch nur eine Rasenfläche mit einer kleinen Erhebung zu sehen sein wird. Das RÜB hält bei Starkregen den ersten Schmutzstoß im Becken zurück, die Wassermenge wird gedrosselt. Der gedrosselte Abfluss erfolgt dann über den angegliederten Entlastungswasser-Klärteich (EKT) mit 4.870 Kubikmetern Fassungsvermögen auf einer Fläche von 4.870 Quadratmetern. Eine Drosseleinrichtung schützt hier vor Überlastung des weiterführenden Kanals. RÜB und EKT kommen nur im Regenwetterfall zum Einsatz, da die Dimensionen des 80 Kilometer langen Oberasbacher Mischwasser-Kanalsystems für den Regenwasserabfluss nicht ausreichen – er kann mehr als das Hundertfache des Schmutzwasserabflusses bei Trockenwetter betragen. Im Trockenwetterfall wird das Abwasser vollständig über die Abwasserhebeanlage an der Rothenburger Straße ins Klärwerk nach Nürnberg geleitet.

Bereits 2012 wurden die Arbeiten an einem vergleichbaren EKT in der St- Lorenz-Straße beendet, bis 2019 werden laut der aktuellen wasserrechtlichen Erlaubnis zwei weitere EKT's nötig sein. Die EKT's dienen der Rückhaltung von Mischwasser aus den Kanalisationsanlagen vor der Einleitung in den Asbach. Das jeweils anschließende Teilstück des Asbaches soll hierdurch von zu großen Wassermengen und zu  hohen Fließgeschwindigkeiten sowie zu hoher Schmutzfracht entlastet werden.

Die Baustellenzufahrt liegt am Häsigweg, der Durchgang ist während der gesamten Bauzeit gewährleistet. Allerdings kann es auf dem Fuß- und Radweg – und damit auch dem Schulweg – zu Beeinträchtigungen durch Verschmutzungen und Baufahrzeuge kommen. Eine zweite Baustellenzufahrt wird am Gängle eingerichtet. Die ausführenden Arbeiten bei diesem Projekt übernimmt die Firma Raab aus Ebensfeld.

Erfahrenes Team

Nach fünf Jahren Planung, zu der auch die Genehmigungsverfahren und die Verhandlungen zum notwendigen Grunderwerb gehören, startet nun das Projekt, das in enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt in Nürnberg und der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes durchgeführt wird. Planung und Bauleitung liegen bei einem bewährten Team: Die technischen Anlagen verantwortet das Nürnberger Ingenieurbüro von Gero Siegle, um die Asbach-Umgestaltung kümmert sich Christoph Gräßle vom Fürther Planungsbüro für Landschaftsökologie + Planung. Die beiden Experten betreuen schon seit Jahren erfolgreich Projekte in Oberasbach, wie etwa den Kinderhort am Kirchenweg und die Renaturierungsmaßnahme „Sattlerwiese“. Das RÜB wird ab April/Mai gebaut, bereits im Juni 2016 soll dann der EKT fertig sein. Alle Betonarbeiten sind voraussichtlich Ende September abgeschlossen. Durch dieses Projekt erfüllt die Stadt eine wichtige Anforderung des wasserrechtlichen Bescheides und bleibt abwasserabgabefrei. 

Wasserqualität des Asbachs wird verbessert

Aus abwassertechnischer Notwendigkeit und Gewässerschutz-Auflagen wird bei diesem Projekt eine Tugend gemacht: Denn der Bau der technischen Anlagen RÜB und EKT erfordert die Verlegung des bisher schnurgeraden Asbachs auf einer Lauflänge von etwa 400 Metern zwischen Häsigweg und Gängle. Und dies ermöglicht im Anschluss auch in diesem Abschnitt eine naturnahe Umgestaltung des Bachlaufs, der sich künftig gemächlich schlängeln darf. „Das Profil des Gewässerbettes wird aufgewertet, es entsteht ein vielfältiges Standortmosaik für Flora und Fauna", erläutert Planer und Bauleiter Christoph Gräßle. Auch wird ein zusätzlicher Rückhalteraum für Hochwasser geschaffen. „Die Planungen gingen in gutem Einvernehmen mit der Unteren Naturschutzbehörde und mit dem Wasser- und Bodenverband vonstatten – wir können bei diesem Projekt auch auf die guten Erfahrungen und die enge Zusammenarbeit im Abschnitt Sattlerwiese bauen."

Denn in diesem ersten Abschnitt wurde der Asbach bereits 2014 im Bereich nördlich des Feuerwehrhauses bzw. des Bauhofes naturnah umgestaltet. Wie bei diesem Projekt wird die Stadt auch jetzt wieder bei der Maßnahme im Bereich der Kreutleser Wiesen von der "Stiftung zur Renaturierung des Asbachgrundes" unterstützt. Die von Walter Weichlein, ehemaliger Stadtrat Oberasbachs sowie Vorstandsmitglied von Bund Naturschutz, ins Leben gerufene Stiftung verwaltet seit seinem Tod 2007 das Bar- und Immobilienvermögen des Visionärs mit dem Ziel, eine „ökologische Parklandschaft“ im Bereich des Asbachs entstehen zu lassen. Die Förderung umfasst den Ankauf von Grundstücken sowie die erforderlichen landschaftsbaulichen Maßnahmen. Oberasbachs Erste Bürgermeisterin Birgit Huber gehört zum Führungsgremium der Stiftung.

Außergewöhnliche Fördersitutation

„Wir haben bei diesem Projekt eine wirklich außergewöhnlich gute Konstellation: Neben der Hilfe der ‚Stiftung zur Renaturierung des Asbachgrundes‘ beim Grunderwerb fördert der Freistaat Bayern auf Basis der ‚Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas)‘ zu 75 Prozent die naturnahe Umgestaltung des Asbachs in diesem Bereich. Da hier außerdem ein überregional bedeutsames Wegenetz geschaffen wird, beteiligt sich des Weiteren der Naherholungsverein Lorenzer Reichswald zu 40 Prozent an den Kosten für den Wegebau“, freut sich Bürgermeisterin Huber. Die Gesamtkosten inklusive der Baumaßnahmen für die technischen Anlagen belaufen sich auf drei Millionen Euro.

Rad- und Wanderweg vom Hainberg bis nach Roßtal ab 2017


Direkt entlang des neuen Bachverlaufs wird ein neuer Rad- und Wanderweg angelegt, der nicht nur eine neue Verbindung zwischen Häsigweg und Gängle schafft, sondern langfristig auch eine durchgehende Verbindung vom Hainberg zum Wegesystem von Roßtal – und damit eine überregional nutzbare Strecke. Der neue Weg soll nach Stiftungsgründer Walter Weichlein benannt werden. Bereits Ende 2016 sollen die Mitte März beginnende Verlegung des Asbachs und der Wegebau abgeschlossen sein, die Bepflanzung ist dann für Frühjahr 2017 vorgesehen. Auch die Asbachbrücke im Bereich Gängle wird erneuert. „Ein schönes Projekt, auf das sich schon jetzt viele Menschen freuen, und das für uns Planer eine hohe Sinnhaftigkeit hat", so der für die technischen Abwasser-Anlagen verantwortliche Gero Siegle.

Die Bautafel zu diesem Projekt können Sie sich hier in höherer Auflösung anzeigen lassen.

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