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„Demenzfreundlich heißt menschenfreundlich“: Oberasbach als Demenzfreundliche Kommune ausgezeichnet

Oberasbachs Erste Bürgermeisterin Birgit Huber, Eva Adorf von der Gerontopsychiatrischen Fachkoordination (GeFa) Mittelfranken – Angehörigenberatung e.V., Renate Schwarz vom Oberasbacher Quartiersmanagement (zudem wie Frau Huber Mitglied im Arbeitskreis Demenzfreundliche Kommune Oberasbach), Bezirkstagspräsident Richard Bartsch (zugleich Schirmherr der Initiative Demenzfreundliche Kommune Mittelfranken), Landrat Matthias Dießl (von links)

Karin Aechtner vom Arbeitskreis

Die Autorin Tina Christ trug vier selbstverfasste Gedichte vor.

Franziska Schwarz (rechts)

Bezirkstagspräsident Richard Bartsch ist Schirmherr der Initiative Demenzfreundliche Kommune Mittelfranken.

Die anwesenden Arbeitskreis-Mitglieder: Gudrun Schuster, Agnes Hahn-Pautz, Renate Eisen, Karin Aechtner, Helga Wagner, Franziska Schwarz, Renate Schwarz, Traudl Fassel; 2. Reihe: Erste Bürgermeisterin Birgit Huber; Eva Adorf/GeFa (von links)

Bezirkstagspräsident Bartsch trug sich auch noch ins Goldene Buch der Stadt ein.

Am 13. Oktober 2017 wurde die Stadt Oberasbach für ihr „außerordentliches Engagement“ im Rahmen der Initiative Demenzfreundliche Kommune Mittelfranken ausgezeichnet. Die Erste Bürgermeisterin Birgit Huber nahm die Urkunde von Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, dem Schirmherrn der Initiative, entgegen. Mit der feierlichen Verleihung wurde zugleich die Wanderausstellung „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“ des Bayerischen Gesundheitsministeriums eröffnet, die noch bis 3. November im Oberasbacher Rathaus-Foyer zu sehen ist.

Die vom Bezirk Mittelfranken unterstützte „Initiative Demenzfreundliche Kommune Mittelfranken“ der Gerontopsychiatrische Fachkoordination (GeFa) Mittelfranken macht sich seit März 2013 stark für die Förderung der Integration und Inklusion von Menschen mit Demenz in die Gesellschaft. Die Stadt Oberasbach beteiligt sich seit Anbeginn an dieser Initiative – auf Anregung der Ersten Bürgermeisterin Birgit Huber bildete sich der seit dem Stadtratsbeschluss vom 9. Dezember 2013 offiziell aktive Arbeitskreis Demenzfreundliche Kommune Oberasbach, bei dem das Stadtoberhaupt auch Mitglied ist und in dem u.a. Quartiersmanagerin Renate Schwarz viele Impulse setzt. Für „außerordentliches Engagement“ im Rahmen der Initiative zeichnete ihr Schirmherr Richard Bartsch die Stadt Oberasbach nun aus.

Der Bezirkstagspräsident erläuterte bei der Feierstunde im Rathaus-Foyer den rund 30 Gästen auch die Kriterien für die Würdigung: „Ein aktives Arbeitsgremium, das sich dem Thema Demenzversorgung innerhalb der Kommune widmet, eine interdisziplinäre Vernetzung und Kooperationsarbeit mit spezifischer Öffentlichkeitsarbeit und eine Angebotsspanne für Betroffene, Angehörige, Fachleute und alle Bürgerinnen und Bürger – all das ist in Oberasbach gegeben. Deshalb freue ich mich sehr, Ihre Stadt nun als erste Kommune im Landkreis Fürth und als zweite in Mittelfranken mit dieser Urkunde auszeichnen zu können“, so Bartsch.

Apropos Angebotsspanne: Filmvorführungen, der regelmäßige Tanztee – der nächste findet am 26. Oktober um 14 Uhr in der Tanzschule Forum am Rathaus statt, ein Gottesdienst, spezielle Wanderungen mit Dieter Hutter, ein offenes Volksliedersingen mit Agnes Hahn-Pautz und Traudl Fassel, das Adventsfenster im „Lebendigen Adventskalender“ – all das haben die ehrenamtlich tätigen Damen und Herren des Arbeitskreises Demenzfreundliche Kommune in Oberasbach bereits auf die Beine gestellt. Etwa alle sechs Wochen trifft sich zudem seit April 2016 eine von Franziska Schwarz organisierte Kochrunde für Männer demenzkranker Frauen zum Erfahrungsaustausch in der Diakoniestation. Ein wichtiger Baustein sind auch die unregelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen: Gerade erst am 9. Oktober gab es im BRK-Heim Willy-Bühner einen mit 75 Teilnehmern sehr gut besuchten Vortrag der hochkarätigen Referentin Professor Sabine Engel zum Thema „Demenz – wirksame Unterstützung für Betroffene und ihre Angehörigen“. Und noch im Oktober startet das Projekt „Klettern trotz(t) Demenz“ des Diakonievereins Oberasbach an der Realschule Zirndorf, mit dem Arbeitskreis-Mitglied Gudrun Schuster an Demenz erkrankten Menschen in der Kletterhalle zu Spaß und Anerkennung, mehr Selbstwertgefühl und Lebensfreude verhelfen will.
Bereits vor dem Arbeitskreis gab es in Oberasbach außerdem u.a. eine Demenz-Wohngemeinschaft und eine Selbsthilfegruppe für Angehörige.

„Demenzfreundlich heißt menschenfreundlich. Wir alle können daher zu einer demenzfreundlichen Kommune beitragen, indem wir Erkrankte stets respektvoll behandeln, auf sie zugehen und ihnen helfen, ihre Identität möglichst lange zu bewahren. Dazu gehört auch, sie nicht mit ihren Defiziten zu konfrontieren, sondern das zu betonen, was sie noch können. Ebenso können wir als Gemeinschaft den Angehörigen helfen, indem wir sie nicht allein lassen und ihnen unsere Hilfe anbieten. Diese Auszeichnung sollte uns allen Ansporn sein, auf unserem Weg weiterzugehen“, appellierte Bürgermeisterin Birgit Huber. Karin Aechtner vom Arbeitskreis ergänzte: „Mit dieser Krankheit ist man wie auf einer Insel. Unser Arbeitskreis versteht sich daher als eine Art Brückenbauer. Nicht nur für Erkrankte, sondern auch für Angehörige, und hier besonders für pflegende Angehörige.“

Wie zuvor die Bürgermeisterin dankte auch Landrat Matthias Dießl in seinem Grußwort den Mitgliedern des Arbeitskreises für ihr herausragendes Engagement. Umrahmt wurde die Feierstunde von vier bemerkenswert einfühlsamen und doch auch heiteren Gedichten der Oberasbacher Autorin Tina Christ zum Thema, die die 80jährige gekonnt vortrug.

Die Urkundenverleihung am Freitagnachmittag war zugleich die Eröffnung der Wanderausstellung  „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“ des Bayerischen Gesundheitsministeriums, die Verständnis wecken und Ängste im Umgang mit der Krankheit abbauen soll. Noch bis 3. November ist die Ausstellung im Oberasbacher Rathaus-Foyer zu sehen. Der Arbeitskreis hat hierfür ein Gästebuch vorbereitet, in das die Besucher auch ihre eigenen Erfahrungen mit Demenz eintragen können.

Herzlichen Dank allen Mitgliedern des
AK Demenzfreundliche Kommune!
Sie möchten ebenfalls in diesem Arbeitskreis mitarbeiten? Dann nehmen Sie gerne per Mail an demenz@oberasbach.de Kontakt auf!


„Es ist nicht leicht zu akzeptieren,
dass der Mensch, den man geachtet und verehrte,
den das Herz aufs Innigste begehrte,
uns entgleitet ohne Wiederkehr
bis der, der unser aller Leben lenkt,
den Schleier des Vergessens
auch über unser Dasein senkt.
Wie heißt es aus berufenem Munde?
Darum genießt das Leben miteinander,
jeden Tag und jede Stunde."

(aus dem Gedicht „Über das Vergessen“ von Tina Christ)

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