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Die Kripo warnt: Vorsicht – falscher Polizist am Telefon!

Trickbetrüger geben sich derzeit am Telefon als Polizisten aus, um vorwiegend ältere Menschen zur Herausgabe ihrer Wertsachen zu bringen!

Phänomen:

Es handelt sich um ein bundesweites Kriminalitätsphänomen, das sich Trickbetrüger - unter missbräuchlicher Verwendung der Notrufnummer 110 mit der jeweiligen Ortsvorwahl (z.B. 0911/110, 09122/110 oder 09131/110) - als Polizeibeamte am Telefon ausgeben. Die Ermittlungen gestalten sich in vielen Fällen schwierig, da die Täter zumeist von Callcentern aus dem Ausland agieren.

Zielgruppe der fließend Deutsch sprechenden und redegewandten Täterinnen und Täter sind insbesondere lebensältere, oftmals alleinstehende Menschen. Die Betrüger nutzen die Arglosigkeit und das entgegengebrachte Vertrauen ihrer Opfer schamlos aus und versuchen, sie einzuschüchtern.
Den Geschädigten wird am Telefon vorgetäuscht, die Polizei sei im Rahmen ihrer Ermittlungen oder einer Festnahme auf deren Namen gestoßen und befürchtet werden müsse, dass bei ihnen ein Einbruch geplant sei. Die Opfer werden telefonisch über ihre Vermögensverhältnisse ausgefragt und ggf. aufgefordert, ihre Wertsachen wie Schmuck und Bargeld in die sichere Verwahrung der Polizei zu geben. In vielen Fällen direkt an der Haustür an eine Person, die angeblich im Namen der Polizei mit der Abholung beauftragt ist.

Fakten:

Die betrügerischen Anrufe durch falsche Polizeibeamte haben in Mittelfranken im ersten Halbjahr 2017, im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2016, um knapp 300 Prozent zugenommen. Darüber hinaus muss davon ausgegangen werden, dass nicht jeder Anruf und jede vollendete Tat gemeldet werden – sogenanntes Dunkelfeld. Die Opfer schämen sich oftmals und zeigen die Tat nicht an. 

Die Vorgehensweise der Täter wirkt sich nachteilig auf das Vertrauensverhältnis zwischen Bürger und Polizei aus und ist geeignet, es nachhaltig zu stören.

Das Polizeipräsidium Mittelfranken hat zur Bekämpfung des beschriebenen Phänomens eine achtköpfige Ermittlungskommission „EKO 110“ beim Kriminalfachdezernat 2 Nürnberg, Kommissariat 27, errichtet. Die Täterermittlungen sind langwierig und aufwendig, da die Rufnummern vorgetäuscht - „gespooft“ - und daher nachträglich nicht mehr nachvollziehbar sind.

Verhaltensweisen der Täter:


- Die Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten oder Behördenmitarbeiter aus

- Den Geschädigten wird beispielsweise mitgeteilt, dass bei der Festnahme von Wohnungseinbrechern ein Zettel mit dem Namen des Angerufenen aufgefunden wurde

- Den Angerufenen wird suggeriert, dass ihnen Gefahr drohe und z.B. aufgefordert, Türen und Fenster zu schließen

- Es wird nach Vermögenswerten gefragt, die an der Haustür übergeben oder andernorts deponiert werden sollen

- Den Geschädigten wird häufig eingeredet, dass sie kein Vertrauen in Bankangestellte haben sollten, da diese mit den Einbrechern zusammenarbeiten würden

Verhaltenshinweise an die Bürger:

- Die Polizei ruft nie mit der Rufnummer 110 an; die Notrufnummer dient ausschließlich dem Zweck, dass der Bürger die Polizei in dringenden Fällen erreichen kann und nicht umgekehrt.

- Sollte Ihnen am Display ihres Telefons die Notrufnummer angezeigt werden, rufen Sie diese Nummer nie zurück, denn Sie landen wieder im Callcenter.

- Seien Sie bei solchen Anrufen misstrauisch! Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen und beenden das Telefonat sofort.

- Gehen Sie am Telefon nicht auf Fragen zu Ihrer finanziellen Situation oder Wertsachen bei sich zu Hause ein.

- Die Polizei fragt Sie am Telefon, ohne dass von Ihnen vorher eine Anzeige erstattet wurde, grundsätzlich nicht nach Bargeld oder Wertgegenständen.

- Übergeben Sie niemals Geld und Wertgegenstände an Personen, die Ihnen unbekannt sind!

- Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung!

- Fordern Sie von Amtspersonen, ob in Uniform oder Zivlkleidung, immer den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig (nach Druck, Foto und Stempel).

- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an. Suchen Sie dazu die Telefonnummer selbst heraus und fragen auch konkret nach dem Polizeibeamten, der dort beschäftigt sein soll. Ziehen Sie nach Möglichkeit eine Person Ihres Vertrauens hinzu.

- Scheuen Sie sich nicht, den Notruf 110 zu wählen, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt!

- Seien Sie aufmerksam, wenn in Ihrer Nachbarschaft ältere Menschen alleine leben, sprechen Sie über dieses Phänomen.

- Angehörige bitten wir, ihre älteren Verwandten zu informieren!

Glauben Sie Opfer eines Betrugs geworden zu sein? Wenden Sie sich sofort an die örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige!

Die Präventionsexpertin Kriminalrätin Gabriele Renner erzählte in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ am 9. August 2017 mehr über die Tricks der „Falschen Polizeibeamten“ und gab Tipps, wie sich Bürgerinnen und Bürger schützen können. Den Beitrag können Sie hier abrufen.

Weitere Informationen zum Thema „Falscher Polizeibeamter“ finden Sie hier.

(Autor: Polizeipräsidium Mittelfranken/ Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK))

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