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Ein Ahorn für Oskar im Land der Riesen

"Fußball ist mein Leben", so der kleine Oskar Diebenbusch, seit 2013 als Nummer 11 begeisterter Fußballer in der F-Jugend des TSV Altenberg. Im März dieses Jahres ist der erst siebenjährige Sportfan nach langer und schwerer Krankheit viel zu früh von uns gegangen. Ein Gedenkbaum auf dem Spielplatz an der Petershöhe erinnert seit Ende Juli an diesen besonderen, tapferen Jungen, der in seinem kurzen Leben viele Menschen beeindruckt und berührt hat. An der bewegenden Andacht mit Baumsegnung an Oskars achtem Geburtstag mit der Erlanger Krankenhaus-Seelsorgerin Pfarrerin Kathrin Kaffenberger und Oberasbachs Erster Bürgermeisterin Birgit Huber nahmen mehr als 130 Gäste  teil. Pfarrer Matthias Stepper von St. Johannes wäre auch gerne dabei gewesen, befand sich jedoch zu der Zeit in seinem Jahresurlaub.

Oskars Eltern, sein Bruder, weitere Familienangehörige, Freunde aus seiner Schule, der Oberasbacher Pestalozzi-Grundschule, und seiner Fußballmannschaft, Freunde und Bekannte der Familie, Lehrerinnen, Erzieherinnen, Wegbegleiter aus der Kinderonkologie der Uniklinik Erlangen – sie alle gedachten bei der liebevoll gestalteten Feier im „Land der Riesen“, wie der Spielplatz in der Bucher Straße heißt, des kleinen Kämpfers mit Gebeten, Fürbitten und Liedern. Oskars Cousin Michael Freitag trug auf Bitte der Familie das Lied „Kleiner Kämpfer, großes Herz“ vor, das er eigens geschrieben hatte, um seine Trauer zu verarbeiten und das die Zuhörer sehr bewegte. Schulfreunde von Oskar hatten Freundschaftsbänder gehäkelt, Tonpapiervögel gebastelt und bunte Schmetterlinge gezeichnet und damit den jungen Baum für die Feier geschmückt, auch einen improvisierten Altar gab es bei der Andacht.

Der Gedenkbaum als Anlaufstelle

Frau Pfarrerin Kaffenberger, die Oskar drei Jahre lang in Erlangen begleitet hatte, erinnerte daran, dass ein Baum eine Anlaufstelle sei und Schatten spende – in einigen Jahren sogar sehr viel. Man könne sich unter ihm ausruhen, ihn als Treffpunkt ausmachen und sich dort zum Fußball verabreden. „Oft gibt es einen bestimmten Baum, der einen Platz in unserem Leben einnimmt. Deshalb ist die Idee auch so gut, zur Erinnerung an Oskar hier einen Baum zu pflanzen.“

Der Baum für Oskar war auf Initiative von Michael Springer von der Oberasbacher Rathaus Apotheke, einem Freund der Familie, bereits im April vom städtischen Bauhof gepflanzt worden. „Mein Wunsch war es, den Baum auf öffentlichem Grund pflanzen zu lassen, damit jeder Zugang zu ihm hat, und einen Ort der Erinnerung für Familie und Freunde zu schaffen. Welcher Ort könnte da besser geeignet sein als der Spielplatz auf der Petershöhe, wo Oskar zuhause war und so gerne mit seinen Freunden kickte?“, so Michael Springer.

Bürgermeisterin Birgit Huber hatte diese Idee von Anfang an unterstützt und für eine unbürokratische Umsetzung gesorgt: „Ich hatte das große Glück, Oskar persönlich kennenlernen zu dürfen, er war eines der ersten Neugeborenen meiner Amtszeit. Er hat so viel Energie und Willenskraft ausgestrahlt, dass sich einige von uns eine Scheibe davon abschneiden könnten. Es ist eine tolle Idee, die Erinnerung an Oskar an einem so aktiven Ort wie einem Spielplatz lebendig zu halten.“ Eine schlichte Plakette mit dem Aufdruck „Oskars Baum – Deine Familie“ weist diesen besonderen Baum, einen achtjährigen Ahorn, nun aus.

Birgit Huber hatte für ihre Ansprache bei der Baumsegnung herausgefunden, dass der Ahorn von verschiedenen Kulturen verehrt wird, da er Hexen abwehren, gegen Blitzschlag schützen und für gute Ernten sorgen soll. „Und seine Blätter sollen bei Wunden helfen. Außerdem habe ich gehört, dass das Übergießen der Wurzeln mit Wein wohl einen Wunsch in Erfüllung gehen lässt. Das werde ich jetzt machen und alle Gäste dürfen sich still etwas wünschen.“

Eine besondere Geburtstagsfeier

Oskars Vater Thomas Diebenbusch, der eingangs alle Gäste begrüßt hatte, und seiner Familie bedeutet der Gedenkbaum viel: „Auch mit diesem Ahorn, hat Oskar einen Platz zwischen uns, wie er ihn im Leben hatte. Oskar hat in seinem kurzen Leben die Herzen vieler Menschen berührt, was sich heute darin widerspiegelt, dass so viele zu dieser Andacht gekommen sind. Heute ist Oskars achter Geburtstag, deshalb wollen wir nicht nur traurig sein, sondern anschließend auch ein wenig miteinander bei Kaffee und Kuchen feiern. Erzählt von Oskar und traut euch ruhig zu lachen!“

Viel Kraft und alles Gute, liebe Familie Diebenbusch!


(Autor: sm)

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