AAA
Kontrast
Aktuelles

Erfassung der Rehdorfer Amphibienpopulation bis Ende April

Norbert Schikora und ÖFA-Gutachterin Ingrid Faltin mit einem Erdkröten-Paar

Sie haben einen entzückenden kupferfarbenen Augenaufschlag, gehen unbeirrbar ihren Weg und die Männchen lassen sich von ihren Herzensdamen huckepack nehmen: Im Oberasbacher Stadtteil Rehdorf wandern derzeit wieder die Erdkröten zu ihren Laichgewässern am Ortseingang. Die Stadt lässt für ein Gutachten noch drei Wochen lang die Amphibienpopulation analysieren, da an der vielbefahrenen Rehdorfer Straße im Zuge des Neubaus im Herbst auch ein Schutztunnel für 25.000 Euro entstehen soll.

Am Ortsausgang Rehdorf steht seit Ende Februar ein rund 50 Zentimeter hoher Amphibienschutzzaun aus schwarzer Folie, der die Wanderbewegungen der heimischen Amphibien sichern soll, die aus einem Umkreis von drei bis vier Kilometern kommen. Auf 400 Metern Länge sind 35 Eimer ins Erdreich eingelassen, in die die Tiere sanft hineinfallen – die Behältnisse sind mit Laub gepolstert und verfügen auch über Drainagelöcher. Jeden Tag gegen 8 Uhr begutachtet nun Ingrid Faltin von der Ökologisch-Faunistischen Arbeitsgemeinschaft ÖFA den Inhalt, erfasst Art und Anzahl, und bringt die Kaltblüter sogar eigenhändig über die Straße und direkt bis in das nahe Feuchtbiotop im Asbachgrund. „Ich bin hier 40 Tage lang der Erdkrötenshuttle“, schmunzelt die Diplombiologin. „Unsere Erfassung läuft erst seit einer Woche, aber wir hatten schon über 300 Tiere in den Sammeleimern: Die Hauptart sind Erdkröten mit rund 240 Exemplaren, aber es sind auch Berg- und Teichmolche dabei. Ein schönes Zwischenergebnis.“ Weiter berichtet die ÖFA-Gutachterin Faltin: „Wir sind froh, dass die Bevölkerung unsere Arbeit unterstützt und niemand die Sammeleimer auf eigene Faust leert. Viele Rehdorfer sind sehr interessiert und erzählen mir von ihren Erlebnissen mit den Kröten in ihren Gärten oder wie sie sie früher auch schon regelrecht aus den Kellern schaufeln mussten."

Wegen ihrer langsamen, kriechenden Fortbewegungsart droht den Erdkröten besonders häufig der Straßentod. Einer der Anwohner in Rehdorf, der die Tiere seit Jahren mit einigen Mitstreitern immer im Frühjahr davor schützen möchte, ist Oberasbachs Zweiter Bürgermeister Norbert Schikora. Er war die treibende Kraft hinter der Beauftragung  des Schwabacher Gutachterbüros durch die Stadt. „Diese Analyse wird uns darüber Aufschluss geben, wo wir dann in einigen Monaten einen Schutztunnel mit stabilem Leitsystem anlegen sollen, um ihnen in Zukunft einen sicheren Weg zu ihrem Laichplatz zu ermöglichen. Eine Umsiedlung der Tiere wäre nur schwer möglich und mit hohem Aufwand verbunden, da sie immer zu ihrem Entstehungsort  zurückkehren wollen. Wir hoffen übrigens noch auf einen der streng geschützten Kammmolche.“

Ökologische Bedeutung haben die Erdkröten besonders als Teil der Nahrungskette. In freier Wildbahn werden Erdkröten bis zu zwölf Jahre alt, in Gefangenschaft sogar zwanzig. „Es ist wichtig, jetzt etwas zu unternehmen. Denn der Verlust einer Population ist immer schleichend, und noch ist es hier nicht zu spät. Das Projekt läuft gut, nicht zuletzt, weil die Bauhofmitarbeiter der Stadt Oberasbach sich richtig Mühe gegeben haben bei der Anlage des Folienzaunes mit den Sammeleimern, das haben sie professionell und sehr motiviert nach unseren Vorgaben gemacht“, so Ingrid Faltin. 

Kommentar hinzufügen
Felder mit * sind Pflichtfelder
Keine Kommentare
Wir sind für Sie da
Stadt Oberasbach

Rathausplatz 1
90522 Oberasbach

Fon: (0911) 9691 - 0
Fax: (0911) 693 174
stadt@oberasbach.de

Öffnungszeiten:

MO bis FR 8 - 12 Uhr

MI zusätzlich 13 - 18 Uhr