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Gelebte Schöpfungsverantwortung für unsere Kinder: Widmung des Walter-Weichlein-Weges

Der Stiftungsrat zieht für die Vision von Walter Weichlein an einem Strang: Ludwig Sothmann, Peter Fuchs, Birgit Huber und Prof. Gerd Aufmkolk (von links)

Birgit Huber und Walter Weichlein ca. 1986

Noch zu Lebzeiten hat Walter Weichlein (1931-2007), ehemaliger Oberasbacher Stadtrat und Vorstandsmitglied der Ortsgruppe von BUND Naturschutz, die „Stiftung zur Renaturierung des Asbachgrundes“ gegründet und ihr einen beträchtlichen Teil seines Vermögens überschrieben. Ihr Zweck: In Abstimmung mit der Stadt Oberasbach soll eine „ökologisch wertvolle Parklandschaft für zukünftige Generationen“ und aus dem technisch geprägten, geradlinig verlaufenden Gerinne des Asbachs schrittweise wieder ein lebendiges Gewässer entstehen. Ein frei fließender Bach, artenreiche Wiesen, landschaftsgliedernde Gehölze und Spazierwege werden das Bild der neuen Asbachaue bestimmen. Die Renaturierung des Asbachgrundes im Bereich Sattlerwiese ist mittlerweile abgeschlossen, 94.000 Euro hat die Stiftung allein hier zusammen mit staatlichen Stellen sowie dem  Verein Naherholungsgebiet Lorenzer Reichswald und Umgebung e.V. (NEVL) investiert. Am 23. Mai wurde nun der rund 320 Meter lange Weg in diesem Bereich dem Stiftungsgründer Walter Weichlein gewidmet.

Die offizielle Enthüllung des Wegschildes am Biotop zwischen städtischem Bauhof und Ortseingang Rehdorf nahmen die Mitglieder des ehrenamtlich tätigen Stiftungsrates vor, zu dem auch Oberasbachs Erste Bürgermeisterin Birgit Huber gehört: „Für mich war Walter Weichlein schon in Jugendjahren ein Vorbild. Ich freue mich sehr, dass unser Stiftungsgründer und seine Vision jetzt ganz nah zusammen kommen und dass wir ihn der Öffentlichkeit mit diesem Weg näherbringen können.“ Der Pharmazeut Ludwig Sothmann, bis 2014 langjähriger Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV) und u.a. Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, erinnert sich: „Walter Weichlein war vor 30 Jahren mit seinen Ideen seiner Zeit weit voraus. Er wollte die Landschaft wieder möglichst nah an die Siedlung heranbringen, damit vor allem für die Kinder Natur begreifbar wird. Was wir hier schon erkennen können, ist gelebte Schöpfungsverantwortung – nur die Blumen auf der Wiese fehlen noch.“

Auch die beiden weiteren Stiftungsräte Prof. Gerd Aufmkolk, ein beispielsweise für das Projekt Südstadtpark in Fürth ausgezeichneter Landschaftsarchitekt, und der Vermögensberater Peter Fuchs aus Oberasbach, der die Finanzen der Stiftung verwaltet, äußerten sich bei der Widmung des Weges ähnlich lobend über Walter Weichlein. Die Stiftung unterstützt die Stadt Oberasbach bereits seit 2007 bei ihren Bemühungen mit der Bereitstellung von Mitteln für den notwendigen Grunderwerb und die Neugestaltungsmaßnahmen, ein aktuelles Projekt ist die Renaturierung an den Kreutleser Wiesen. Den Masterplan für den Asbach und seine Zuläufe sowie die gesamte Talaue hat der Landschaftsplaner Christoph Gräßle aus Fürth erarbeitet.

Biografische Notizen Walter Weichlein
(*31.1.1931 in Nürnberg, +26.7.2007 ebenda)

Walter Weichlein wuchs als einziges Kind des Bäckermeisters Karl Weichlein und seiner Frau Amalie in Nürnberg auf. Er besuchte die Oberrealschule in Nürnberg und Fürth bis zum Abitur 1950. Anschließend studierte er an der Friedrich-Alexander-Universität Volkswirtschaftslehre. Ab 1955 war der Diplom-Volkswirt u.a. als Lehrkraft bei Siemens in Erlangen und als wissenschaftlicher Assistent an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Hamburg tätig. Ab 1969 arbeitete Walter Weichlein bei der Kanzlei Dr. Rudolf Lauer in Fürth. Sein maßgebliches Engagement begann 1978 als Aktivist in den Bürgerinitiativen „Umgehungsstraße (West) (Coburger Straße)“  „Südtangente“ und „Gewerbegebiet Oberweihersbucher Str.“, die sich im Herbst 1978 zur BI Oberasbach zusammenschlossen. Aus dieser wurde die Ortsgruppe Oberasbach des Bund Naturschutz (BN). Ihr erster Vorsitzender war Walter Weichlein von 1978 bis 1989, danach wirkte er noch bis 1994 in der Vorstandschaft mit. Wichtige Themen in seiner aktiven Zeit waren die Verhinderung der Verbindungsstraße West und der ordnungsgemäße Betrieb der Müllverbrennungsanlage Zirndorf. 1984 gründete sich die Ortsgruppe Oberasbach/Zirndorf des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) und wählte Walter Weichlein zum ersten Vorsitzenden.
Eng verbunden mit seinem Engagement beim BN war die politische Arbeit im Gemeinde- bzw. Stadtrat Oberasbach, in dem Walter Weichlein von 1984 bis 2002 mitgewirkt hat. Wichtige Ziele waren hier die Begrünung von Oberasbach, Unterstützung bei der Einrichtung der 30 km/h-Zonen, Förderung des ÖPNV, Minderung des Streusalzeinsatzes und die visionären Ziele zur Renaturierung des Asbachgrundes.

Weitere Informationen zur Stiftung zur Renaturierung des Asbachgrundes finden Sie hier.

Eine Bildergalerie zum Walter-Weichlein-Weg sehen Sie hier, und hier lesen Sie einen nordbayern.de-Artikel zur Widmung des Weges.

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