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Vortrag "Betreuungsrecht und Möglichkeiten der Vorsorge" am 30. Oktober

Die Diakonie Fürth und das Quartiersmanagement Oberasbach laden am 30. Oktober zu einem Vortrag mit Diplom-Sozialpädagoge (FH) Sven Nölting, Leiter der Betreuungsstelle des Landratsamtes Fürth, um 14.30 Uhr in der Diakoniestation Oberasbach ein. "Das Betreuungsrecht ist in diesem Jahr 25 Jahre alt geworden. Wir möchten die Öffentlichkeit über das Betreuungsrecht informieren, Ängste abbauen und die Möglichkeiten aufzeigen, welche Vorsorgemöglichkeiten es gibt", so der Referent.

Termin Vortrag "Betreuungsrecht und Möglichkeiten der Vorsorge":
Montag, 30. Oktober 2017, 14.30 Uhr
Diakoniestation Oberasbach
Friedhofsweg 5
90522 Oberasbach

Eintritt frei

Herzlich willkommen!

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Hintergrund:

Das Betreuungsrecht

1992 ist das Gesetz zur Reform des Rechts der Vormundschaft und Pflegschaft für Volljährige in Kraft getreten – das Betreuungsrecht. Mit dieser Einführung wurde die Entmündigung abgeschafft und der an einer psychischen, geistigen oder seelischen Erkrankung leidende Erwachsene, wird individuell durch einen durch das Gericht bestellten Betreuer gesetzlich vertreten, wenn denn keine Vorsorge getroffen wurde.

Immer wieder gilt noch die  Annahme, dass Verheiratete oder erwachsene Kinder „automatisch“ eine rechtliche Vertretung untereinander wahrnehmen können, was aber rechtlich nicht stimmt. Liegt keine Vollmachterteilung vor, so muss erst bei einer notwendig werdenden Rechtsvertretung das örtlich zuständige Betreuungsgericht beauftragt werden, um eine Betreuung zu installieren. Dieses kostet Zeit, ist aufwendig und mit Gebühren behaftet.

Sollte dann tatsächlich durch das Gericht eine Betreuung errichtet werden müssen, so wird im Regelfall die nächste erwachsene Bezugsperson zum Betreuer benannt. Nur im Ausnahmefall wird ein Berufsbetreuer eingesetzt.

Nachdem die Betreuungserrichtung aufwendig und im Regelfall mit Kosten behaftet ist haben Sie unter Umständen die Möglichkeit, über eine sogenannte Vorsorgevollmacht sich soweit abzusichern, dass dann Ihre Vertrauensperson bei Erforderlichkeit sofort ohne Gericht handlungsfähig ist.

Die Vorsorgevollmacht

Eine (Vorsorge)Vollmacht kann jeder volljährige, geschäftsfähige Mensch im Voraus einer Person seines Vertrauens übertragen.

Durch eine entsprechende Verfügung kann eine Person oder auch mehrere, individuell für bestimmte Bereiche (oder auch umfassend) mit einer Vertretungskompetenz für den Fall versehen werden, wenn man selbst durch Alter oder Krankheit  nicht mehr in der Lage ist, eigene Entscheidungen und/oder Handlungen vornehmen zu können.

Die Vorsorgevollmacht gilt zu einem von Ihnen vorab bestimmten Zeitpunkt. Bei einer Vollmacht wird im Regelfall keine Kontrolle ausgeübt, was somit auch ein wesentlicher Unterschied im Vergleich zu einer Betreuung ist. Die Aufgabenbereiche der Gesundheit und Unterbringung müssen detailliert benannt werden und bedürfen im Einzelfall der gerichtlichen Genehmigung.

Eine öffentliche Beglaubigung kann bei den örtlichen  Betreuungsbehörden gegen eine Gebühr von 10 Euro vorgenommen werden.

Die Betreuungsverfügung

Mittels einer Betreuungsverfügung kann ein Volljähriger jemanden benennen, der dann nach Prüfung durch das Betreuungsgericht bei Erforderlichkeit zum Betreuer bestellt wird.

Diese Verfügung zielt nicht darauf ab, eine Betreuerbestellung  überflüssig zu machen, sondern durch sie soll Einfluss auf die Auswahl des Betreuers und die Führung der Betreuung genommen werden.
Entsprechend gilt der Verfahrensweg und die durch das Gericht ausgeübte Kontrolle.
Eine Betreuungsverfügung ist immer dann sinnvoll, wenn eine Kontrolle zum eigenen Schutz gewünscht wird oder keine zu bevollmächtigende Person benannt werden kann.

Die Patientenverfügung

Seit dem 01.9.2009 kann ein einwilligungsfähiger Volljähriger seinen Willen bezogen auf eine medizinische Behandlungsform schriftlich und verbindlich festlegen. Dabei dokumentiert die Patientenverfügung den Willen eines Patienten für den Fall, sollte er sich nicht mehr äußern können.

Die Verfügung ist ein wichtiges Indiz für Ärzte, Betreuer und Vollmachtnehmer, den mutmaßlichen Willen bezüglich der medizinischen Behandlung, Hinweise über eine Behandlungsgrenze und Pflege bei schwerer und aussichtsloser Erkrankung zu erhalten. Die Patientenverfügung soll auch eigene Erkrankungen berücksichtigen, Wertvorstellungen und religiöse Einstellungen  mit einbeziehen, wenn es einem wichtig ist.

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