AAA
Kontrast
Aktuelles

Wo unsere Grenzen sind: Hainberg-Begehung mit Siebener Heiner Scharrer und dem Heimatverein

Der Feldgeschworene Heiner Scharrer (blaue Jacke, Mitte) leitete die Grenzbegehung.

Vom Bahnhaltepunkt Unterasbach entlang der Schrebergärten an den Gleisen, vorbei am Ortseingang nach Stein, durch den Sachsenwald und den südöstlichen Teil des Hainbergs, entlang der Rednitz vorbei am Oberasbacher Ortsteil Neumühle, unter der Fernabrücke hindurch über die Altenberger Wiesen mit Blick hinüber zum Brunnenpavillon der „Gaggerlasquelle“, entlang der Bibert und vorbei an der gerade frisch sanierten Heubrücke und zurück nach Altenberg – das war die Strecke der rund sieben Kilometer langen Wanderung am 25. März 2017, zu der unser Heimatverein eingeladen hatte. „Wir wollen heute lernen, wo unsere Grenzen sind!“, so Heiner Scharrer, der die dreistündige Führung mit rund 30 interessierten Teilnehmern leitete. Unter ihnen auch Oberasbachs Erste Bürgermeisterin Birgit Huber, der Zweite Bürgermeister Norbert Schikora und mehrere Stadträte. Die traditionelle Grenzbegehung fand erstmals seit 2014 wieder statt.

Bei strahlendem Frühlingswetter konnten die Teilnehmer an diesem Samstagvormittag tatsächlich viel lernen, beispielsweise über den vor allem im Naturschutzgebiet Hainberg oftmals sehr komplizierten Grenzverlauf. Der ehemalige Landvermesser Heiner Scharrer, der sich seit 2005 als Feldgeschworener oder „Siebener“ engagiert, war hierbei der ideale Experte – immer auf der Suche nach einem der kleinen weißen, runden Grenzpunkte am Boden und immer mit einer Antwort auf alle Fragen. Vielfach wurden unterwegs Kindheitserinnerungen wach: So erzählte Heiner Scharrer, dass er seinerzeit auf großen Sanddünen in der Nähe der Steiner Straße gespielt habe. Überhaupt war die wechselvolle Geschichte des Hainbergs  mit seiner Bedeutung im Dreißigjährigen Krieg, als Truppenübungsplatz und schließlich, seit 1995, als Naturschutzgebiet immer wieder Thema. Große Teile des 213 Hektar großen Geländes liegen auf der Gemarkung von Oberasbach, aber auch zu Stein und Nürnberg gehören Teile des beliebten Freizeitareals, über das heute die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Fürth wacht. Bitte beachten Sie, dass während der Brutzeit im April, Mai und Juni das Betreten der Kernzone verboten ist! Mehr zum Hainberg lesen Sie z.B. hier und hier.

Die zweite von drei Grenzbegehungen, dann vom Bahnhof Unterasbach nach Rehdorf, soll voraussichtlich im Herbst stattfinden. Der Termin wird zeitnah auch hier auf der Homepage bekanntgegeben.

Weitere Fotos von der Grenzbegehung finden Sie hier, einen wunderbaren Bericht von FN-Reporterin Nina Daebel hier.

Herzlichen Dank an Heiner Scharrer für die interessante Führung!

+++++++++++

Das Amt des Feldgeschworenen, der im Volksmund auch Siebener genannt wird, gibt es seit rund 500 Jahren, es ist eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung. Feldgeschworene wirken in Bayern, Rheinland-Pfalz und zum Teil auch in Thüringen bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen mit. Sie setzen Grenzsteine höher oder tiefer, wechseln beschädigte Grenzzeichen aus und entfernen Grenzzeichen. Als Hüter der Grenzen und Abmarkungen im Gemeindegebiet arbeiten sie eng mit Vermessungsbeamten zusammen. In Bayern kostet eine Vermessung dank der ehrenamtlich tätigen Siebener so wenig wie nirgends sonst in Deutschland. Sie bekommen lediglich eine Aufwandsentschädigung.

Die Siebener in Landkreis und Stadt Fürth gehören seit Juli 2016 zur bayerischen Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes und damit zum Kulturerbe der Menschheit.


Ein BR-Video vom Tag der Feldgeschworenen am 30. April 2017 mit etwa 3.500 Besuchern in der Frankenhalle Nürnberg sehen Sie hier.


(Autor: sm)

Kommentar hinzufügen
Felder mit * sind Pflichtfelder
Keine Kommentare
Wir sind für Sie da
Stadt Oberasbach

Rathausplatz 1
90522 Oberasbach

Fon: (0911) 9691 - 0
Fax: (0911) 693 174
stadt@oberasbach.de

Öffnungszeiten:

MO bis FR 8 - 12 Uhr

MI zusätzlich 13 - 18 Uhr