AAA
Kontrast
Geschichtliche Entwicklung von Oberasbach
Schofer Faberscheune von 1948

Von allen Siedlungsräumen des Landkreises Fürth ist der im Gebiet der heutigen Stadt Oberasbach der weitaus älteste. Über Jahrtausende hinweg wurde er in Abständen immer wieder von Menschen aufgesucht und für kürzere oder längere Zeit bewohnt. Wenn auch von ihnen selbst nichts mehr übrig blieb, so haben sich doch die Spuren ihrer Anwesenheit im Boden erhalten, und wir finden in Oberasbach-Altenberg Anzeichen menschlicher Ansiedlungen, Niederlassungen aus dem Endabschnitt der letzten Eiszeit (30.000-10.000 v. Chr.), aus der mittleren Steinzeit (10.000-3.000 v. Chr.), aus der frühen Bronzezeit (2.000 v. Chr.) und aus der Hallstattkultur (750-350 v. Chr.). Selbst die ersten Franken, die im 6./7. Jahrhundert in unser Gebiet vorstießen, sind nur durch einen Bodenfund aus einem Grab nachweisbar, durch Beschlagnieten für die Lederscheide eines fränkischen Hiebschwertes. Zusammen mit den aus dem bayerischen Nordgau über die Rednitz nach Westen vorstoßenden Bayern legten sie den Grund für die heutigen Orte in unserem Raum, auch wenn größere Rodungen der Wälder erst unter den staufischen Kaisern Konrad III. und Friedrich Barbarossa im 12. Jahrhundert hier einsetzten, die auch die Straße von Nürnberg nach Rothenburg mit dem Flussübergang bei der Fernabrücke ausbauen ließen.

Staufische Reichministerialien der Familie Berg-Hertingsberg schützten diese Straße von der Altenberger Burg aus, von der heute noch der Turmhügel übrig ist. Das heutige Gemeindewappen ging aus ihrem Siegel hervor, das neben den kaiserlichen Farben schwarz und gold die staufischen Löwen zeigt. Diese ehemals unfreien Reichsbeamten, die später in den niederen Adel aufstiegen, beteiligten sich 1234/35 am gescheiterten Aufstand des Königssohnes Heinrich VII. gegen seinen Vater, Kaiser Friedrich II., und unterstellten sich nach dem Verfall der Reichsgewalt am Ende des 13. Jahrhundert den Burggrafen von Nürnberg. Die Altenberger Linie dieser Familie übertrug im Oktober 1279 ihre gesamte Besitzungen dem Nürnberger Klarakloster und entsagte einer Welt, die ihren ritterlichen Vorstellungen nicht mehr entsprach. Sie ging ins Kloster; Eberhard von Hertingsberg zu den Franziskanern, seine Frau mit den drei Töchtern zu den Klarissen in Nürnberg.

Auf diese Weise erhielt das Nürnberger Klarakloster einen Grundbesitz, der im Umfang dem Gebiet der heutigen Stadt Oberasbach entsprach. Nach der Reformation versuchte dann die Stadt Nürnberg, die den kirchlichen Besitz eingezogen hatte, in diesem Gebiet auch landesherrliche Rechte auszuüben, konnte sich jedoch gegen die Markgrafen von Brandenburg (Ansbacher Linie) als Landesherren nicht durchsetzen.

Im Mittelalter entstanden auch zwei Kirchen in unserem Raum; St. Lorenz in Oberasbach und die heute verschwundene St. Johanneskapelle in Altenberg. Beide unterstanden der Zirndorfer Pfarrkirche. Im Gegensatz zur Oberasbacher Kapelle, die 1430 erstmals nachweisbar ist und eine kirchenrechtliche Stellung als Zirndorfer Filialkirche erlangen konnte, verfiel das als Privatkapelle bei der Altenberger Burg entstandene Bauwerk im 17. Jahrhundert und wurde um 1820 abgetragen.

Im Dreißigjährigen Krieg war der Raum Oberasbach Teil des schwer befestigten Wallensteinschen Lagers, das 1632 vom 17. Juli bis 23. September die vereinigten kaiserlichen und bayerischen Armeen beherbergte. Wallenstein selbst hatte sein Quartier unmittelbar bei Unterasbach, der bayerische Kurfürst Maximilian in Altenberg, das bei der Artillerievorbereitung für den schwedischen Angriff am 1. September 1632 in Mitleidenschaft gezogen wurde. Oberasbach selbst lag außerhalb der Befestigungen, war jedoch von Truppen besetzt und durch eine riesige Sternschanze auf der Petershöhe abgedeckt. Auf einer kleinen Anhöhe östlich von Oberasbach stand unmittelbar neben schweren Geschützen weit sichtbar der Lagergalgen. Beim Abzug der Truppen gingen neben den Lagerunterkünften auch alle Dörfer in Flammen auf.

Aufgeschreckt durch die Wirren der französischen Revolution übertrug der letzte Markgraf Carl Alexander 1791 sein Fürstentum Ansbach, damit auch das Gebiet unserer Stadt an das Königreich Preußen, das diese Herrschaft von Staatsminister Hardenberg in liberalem Geist verwalten ließ. Doch kaum ein Jahrzehnt später musste Preußen seine süddeutschen Besitzungen auf Druck Napoleons im Schönbrunner Vertrag 1805 an Bayern abtreten. Unter der bayrischen Verwaltung kamen dann 1808 die fünf Orte Oberasbach, Unterasbach, Altenberg, Kreutles und Neumühle zunächst zum Landgerichtsbezirk Nürnberg, wurden aber 1852 zum neugebildeten Distrikt Fürth geschlagen, der 1862 zusammen mit dem Distrikt Cadolzburg das Bezirksamt Fürth bildete. Aus ihm ging der Landkreis Fürth hervor, in dem die fünf Ortsgemeinden als Steuergemeinde Oberasbach bis 1918, als politische Gemeinde bis zur Gemeindegebietsreform des Jahres 1976 bestanden. Dabei konnte Oberasbach seine Selbstständigkeit als politische Gemeinde bewahren und Rehdorf als sechste Ortsgemeinde hinzugewinnen. Mit einer Ausnahme waren alle Orte der heutigen Stadt Oberasbach bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts landwirtschaftlich strukturiert.

Die Ausnahme bildete Neumühle, wo es schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts neben einer Mahlmühle mehrere Eisenhämmer gab, die Amberger Roheisen verarbeiteten. Diese Anlage wurde im Markgrafenkrieg 1450 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Heute hat sich dieses Bild gewandelt. Landwirtschaft wird nur noch in wenigen Ortsteilen betrieben. Auf den Fluren entstand nach 1945 eine moderne attraktive Wohnbebauung, in der sich landschaftliche Schönheit und Annehmlichkeit einer Stadt zu einer Einheit verbinden. Das war auch der Grund dafür, dass Oberasbach am 30. April 1994 zur Stadt erhoben wurde.

Helmut Mahr
Kreisheimatpfleger a.D.

Wir sind für Sie da
Stadt Oberasbach

Rathausplatz 1
90522 Oberasbach

Fon: (0911) 9691 - 0
Fax: (0911) 693 174
stadt@oberasbach.de

Öffnungszeiten:

MO bis FR 8 - 12 Uhr

MI zusätzlich 13 - 18 Uhr