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Auch das Ton-Relief im Oberasbacher Rathaus-Foyer wird 25

Bürgermeister Andreas Güllering und Kreisheimatpfleger Helmut Maar (von links) mit den an der Herstellung beteiligten Damen bei der Einweihung 1994 (Foto: Klaus Seubert)

Auch das tönerne Relief im Rathaus-Foyer wird ein Vierteljahrhundert alt, denn der damalige Bürgermeister Andreas Güllering hatte es am 16. März 1994, und damit kurz vor der Stadterhebung am 30. April, zusammen mit den Projektbeteiligten eingeweiht. Gestiftet hatte die kunstvolle Töpferarbeit mit Meilensteinen aus der Stadtgeschichte der Oberasbacher Heimatverein, Ideengeber waren der damalige Vorsitzende Richard Krug und die Beirätin Christa Holzmeier. Das Konzept stammte vom kürzlich verstorbenen, damaligen  Kreisheimatpfleger Helmut Mahr. Ingeborg Bauer, Angela Bothe, Emilie Mahr und Helga Zückert haben die Platten in dreijähriger, mühevoller Arbeit von Hand und viel Liebe zum Detail gefertigt. Gebrannt wurden sie von Christine Bachmeier von der Firma Scheler & Co., Oberasbach.

Diese Meilensteine aus der Geschichte Oberasbachs von der Steinzeit bis zur Stadterhebung 1994 zeigt das Ton-Relief:

Die erste Platte erinnert mit der Szene einer Steinzeitjagd an den bedeutenden vorgeschichtlichen Fundort Hainberg aus der Zeit um 15.000 vor Christus, als die Männer der ausklingenden Eiszeit von ihren Wohngruben aus in die Sanddünen zur Jagd aufbrachen und das Wild auf eine Reihe von Bogenschützen zutrieben.

Die zweite Platte symbolisiert das Vorrücken des Waldes in der Warmzeit ab 10.000 vor Christus und eine hallstattzeitliche Großtöpferei in Altenberg zwischen 750 und 450 vor Christus.

Die dritte Platte soll oben durch den Grabstein eines fränkischen Kiregers auf die Besiedlung des Oberasbacher Raumes durch die Franken ab dem 7. Jahrhundert nach Christus hinweisen. Er trägt ein Hiebschwert, Sachs genannt. Die mit Perlmutt eingelegten Nieten der Scheide gehen auf einen Bodenfund aus einem fränkischen Grab in Altenberg zurück. Das Namenszeichen KAROLUS steht für Karl den Großen, der das fränkische Großreich schuf und hier das Christentum durchsetzte, an das ein frühchristliches Kreuz erinnert. Das untere Relief auf der dritten Platte symbolisiert die Erschließung des Oberasbacher Raumes durch die frühmittelalterliche Landwirtschaft.

Die vierte Platte zeigt unten in der Mitte das Wappen der in der Reichsgeschichte bedeutenden Ministerialfamilie Berg-Hertingsberg, das später zum Wappen unserer Stadt wurde. Mit ihrer Turmhügelburg in Altenberg, einem Wohn- und Wehrturm, erhoben sie sich hoch über die umgebenden Bauernhäuser. 1279 schenkten sie ihre Burg, die Kapelle und das ganze Gebiet unserer Stadt dem Klarakloster Nürnberg, dessen Siegel man rechts sieht. Die Urkunde links mit den vier Siegeln sieht man rechts. In ihr wurden vor jetzt 740 Jahren die Namen der historischen Ortsgemeinden der heutigen Stadt Oberasbach zum ersten Mal genannt: Obern Asbach (= Oberasbach), Nidern Asbach (= Unterasbach), zum Gereutlins (= Kreutles), zur alten Baerge (= Altenberg), Newmuel (= Neumühle), Rêdorf (= Rehdorf).

Die fünfte Platte erinnert an Wallensteins Lager: Hier ist ein schwedischer Musketier zu sehen, der auf die Schanzen des Lagers zumarschiert. Das Motiv symbolisiert die traumatischen zehn Wochen im Sommer 1632 während des Dreißigjährigen Krieges, als die kaiserliche Armee weite Teile des heutigen Stadtgebiets von Oberasbach besetzt hielt und bei ihrem Abzug Tod und Verwüstung brachte. Das Wappen mit dem kaiserlichen Adler weist auf Wallensteins Armee hin, das Wappen mit drei goldenen Kronen auf blauem Grund auf seinen protestantischen Gegner, den Schwedenkönig Gustav II. Adolf. Das vielleicht "größte Heerlager der Weltgeschichte" soll aktuell in dem interkommunalen Projekt "Erlebnisweg Wallensteins Lager" der Städte Oberasbach, Stein und Zirndorf auf moderne Art erfahrbar gemacht werden.

Die sechste Platte erinnert mit einem Hammerwerk an der Rednitz an die frühe Industrie in Oberasbach im 15. Jahrhundert, als Eisenstäbe aus der Oberpfalz zu Blech gehämmert wurden, das dann verzinnt als Weißblech in die Welt ging.
Der Ziegelbrennofen oben auf dieser Platte symbolisiert die Oberasbacher Ziegelindustrie im 19. und 20. Jahrhundert, als die Ziegeleien im Raum Oberasbach 30 Millionen Backsteine pro Jahr nach Nürnberg lieferten. Auf den sogenannten „Feierabendziegeln“, die damals nach jeder Produktion hergestellt wurden, sind die Initialen der fleißigen Töpferfrauen eingebrannt.

Die siebte Platte weist auf den Truppenübungsplatz Hainberg hin, der von 1898 bis 1994 genutzt wurde. Unter der bayerischen Krone war er von 1914 bis 1918 Militärflugplatz zur Ausbildung von Piloten auf allen Flugzeugtypen, die damals im Bayerischen Fliegerkorps verwendet wurden.

Die achte Platte symbolisiert das nach 1945 entstandene moderne Oberasbach bis 1994 mit markanten Gebäuden aus einigen heutigen Stadtteilen: Zu sehen sind hier das Rathaus, die Kirchen und die Hochhäuser Altenbergs.

Schauen Sie sich bei Ihrem nächsten Besuch im Rathaus doch das Relief wieder einmal genauer an!

Ausgewählte Meilensteine aus der Stadtgeschichte Oberasbachs von 1994 bis 2019 finden Sie übrigens in unserem aktuellen Jubiläumsmagazin!

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