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Bewegendes PREDA-Musical im Rahmen der Fairen Woche

Tief beeindruckt waren wohl alle Zuschauer des philippinischen Musical-Dramas „Once we had a dream“, das am 21. September 2018 im Rahmen der Fairen Woche in der Jahnturnhalle in Oberasbach zu sehen war.

Erzählt wird die Geschichte des minderjährigen philippinischen Mädchens Celina, deren verarmter Familie vorgegaukelt wird, dass Celina im Ausland viel Geld verdienen kann, um damit die Schulden der Familie zurückzuzahlen. Leider endet die Reise in einem deutschen Bordell, wo sie selbst missbraucht wird und weitere Jugendliche mit dramatischen Missbrauchsgeschichten kennenlernt. Durch die Hilfe eines Deutschen, der im fairen Handel tätig ist, gelingt es der Familie den Aufenthaltsort des Mädchens herauszufinden. Die Kinder werden durch die Kommissare Ballauf und Schenk aus den Fängen der Sexmafia befreit.

Die drei weiblichen und drei männlichen Darsteller der Jugendgruppe Akbay des PREDA Freundeskreises verdeutlichen die ganze Dramatik der Geschichte in einer glänzenden schauspielerischen Leistung. Obwohl die Darsteller die deutsche Sprache nicht fließend sprechen, kennen sie die deutschen Textpassagen auswendig. Sie spielen die schrecklichen Szenen so überzeugend emotional, dass das Publikum den Eindruck hat, selbst Zeuge dieser Gräueltaten zu werden. Die trotz alledem vorhandenen Hoffnungen der Kinder drücken sich in den sehnsuchtsvollen Liedern aus, die zwischen die schlimmen Szenen eingestreut sind. Am Ende steht der eindrückliche Appell an das Publikum, die Welt zu verändern und solch schreckliches Leid nicht mehr zuzulassen. Einige zartbesaitete Zuschauer verlassen vor Betroffenheit vorzeitig den Saal; wer ausharrt, ist häufig zu Tränen gerührt. Am Ende applaudiert das gesamte Publikum stehend und würdigt diese großartige Vorführung.

Bei der Diskussionsrunde nach dem Ende des Stücks betonen die Darsteller, dass sie stellvertretend für die Kinder auf der Bühne stehen, die missbraucht wurden und sich selbst nicht äußern können.
Die Organisation PREDA, die 1974 von dem irischen Priester Shay Cullen ins Leben gerufen wurde, kümmert sich auf den Philippinen um Mädchen die sexuell missbraucht wurden und hilft ihnen, das schreckliche Geschehen durch Therapien zu verarbeiten. Auch Straßenkinder, die dort häufig im Gefängnis landen, auch wenn sie nicht kriminell sind, werden in Heimen betreut und gefördert. Finanziert wird die Organisation durch Spenden und durch den Verkauf von Mangoprodukten. Durch den fairen Handel mit den Mangos profitieren einerseits philippinische Mangobauern, andererseits die Organisation PREDA.

Shay Cullen, der schon viele Auszeichnungen erhalten hat und mehrmals für den Friedensnobelpreis nominiert wurde, kämpft weltweit, insbesondere aber auf den Philippinen, couragiert für die Verbesserung von Kinderrechten. Auch die deutschen Schauspieler Klaus Behrendt und Dietmar Bär, die im Kölner Tatort die Kommissare Ballauf und Schenk verkörpern (und auch im Musical genannt werden), lernten bei Tatort-Dreharbeiten in Manila die furchtbare Situation der Kinder kennen. Sie unterstützen seither mit dem Tatort – Straßen der Welt e.V. die Arbeit von PREDA.

Schade nur, dass nicht mehr Jugendliche und junge Erwachsene im Publikum waren, um diese vom städtischen Kulturamt organisierte bewegende Vorstellung zu sehen.

Um das leibliche Wohl kümmerte sich der Philippine Culture Club mit Frühlingsrollen und gebratenen Nudeln, faire Getränke bot der Aktionskreis Fairtrade an. Faire (Mango-)Produkte gab es am Stand des Weltladens zu kaufen und die Firmen RK-Textil und FARCAP waren mit fairen Textilien vor Ort. Von der Firma RK-Textil wurden auch die Schürzen des Aktionskreises Fairtrade bedruckt, die an diesem Abend „eingeweiht“ wurden.

++++

Herzlichen Dank an das Kulturamt der Stadt, das am Vorabend einen Empfang für die Theatergruppe organisiert hat, und an das Jugendhaus-Team, das sich am Aufführungstag tagsüber um die jungen Leute gekümmert hat!


(Autor: Christa Bartsch, Arbeitskreis Fairtrade)


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