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Erlebnisweg zu "Wallensteins Lager": Gemeinsames Projekt der Städte Oberasbach, Stein und Zirndorf

Von rechts: Birgit Huber, Thomas Zwingel und Kurt Krömer unterzeichnen am Diorama von Wallensteins Lager die Zweckvereinbarung. Auch dabei: Landrat Matthias Dießl und Prof. Gerd Aufmkolk (ganz links) von der Initiative "Regionalpark Pegnitz-Rednitz-Regnitz"

(alle Fotos: Maria Schöpf, Pressekontakt Stadt Stein)

1632 errichtete der kaiserliche Feldherr Albrecht von Wallenstein das "größte Heerlager der Weltgeschichte". Es erstreckte sich über das Gebiet der heutigen Städte Zirndorf, Oberasbach und Stein. Diese drei Kommunen haben nun ein gemeinsames Projekt initiiert, um Interessierten "Wallensteins Lager" über einen Erlebnisweg modern und anschaulich näher zu bringen.

Am 9. Januar 2018 unterzeichneten Oberasbachs Erste Bürgermeisterin Birgit Huber, Steins Erster Bürgermeister Kurt Krömer und Zirndorfs Erster Bürgermeister Thomas Zwingel die Zweckvereinbarung, die nicht nur wesentliche Rahmenbedingungen regelt, sondern auch wichtige Weichen für den weiteren Projektverlauf stellt. Die Unterzeichnung fand im Städtischen Museum Zirndorf, wo derzeit eine Ausstellung zum Thema "Wallenstein" zu sehen ist, statt.

Vor 400 Jahren, im Jahre 1618, brach ein Krieg aus, der weite Teile Deutschlands zermürbte und einen großen Teil der Bevölkerung auslöschte. Der 30-jährige Krieg warf Deutschland massiv zurück. Ganze Landstriche waren menschenleer und wurden erst Jahre später neu besiedelt. Einer der historischen Schauplätze dieses Krieges befindet sich auf dem heutigen Gebiet der Städte Zirndorf, Oberasbach und Stein. Dort entstand auf Befehl von Albrecht von Wallenstein im Jahre 1632 das weltweit größte befestigte Lager. 50.000 Soldaten und 15.000 Pferde waren damals in "Wallensteins Lager" untergebracht. Wallensteins Kontrahent, der Schwedische König Gustav II. Adolf, hatte sich in Nürnberg verschanzt. Mit seinem Lager wollte Wallenstein die schwedischen Truppen blockieren - mit Erfolg. Gustav Adolf versuchte aus seiner Blockade auszubrechen und mit der Schlacht an der Alten Veste Zirndorf zurückzuschlagen. Doch der Versuch misslang. Zurück blieben zwei Truppen, die nach einer unentschieden geendeten Schlacht herbe Verluste einbüßen mussten. Schnell zeigten sich weitere Schattenseite des gigantischen Lagers: Die Soldaten plünderten die Dörfer rund um das Lager und fielen wie die Heuschrecken in die Region ein.

"Wir haben eine Vision von dem Projekt und wie es realisiert werden soll" erklärt Konzeptgeber und Landschaftsarchitekt Prof. Gerd Aufmkolk von der Initiative "Regionalpark Pegnitz-Rednitz-Regnitz". Die Geschichte rund um den Schauplatz "Wallensteins Lager" soll durch die Zusammenarbeit der drei Kommunen mit der Initiative erlebbar werden - ganz ohne Glorifizierung der schrecklichen Ereignisse. Mit Info-Punkten, einem Panoramabild auf der Alten Veste und mit virtuellen Inhalten soll die Geschichte des Heereslagers nicht bejubelt, aber aufgearbeitet werden. Im Gespräch ist auch ein Turm, der auf Steiner Gebiet gebaut werden und den südlichsten Punkt des Lagers darstellen soll. Von der Alten Veste in Zirndorf aus, könnte man diesen Turm sehen und damit die gigantische Größe des einstigen Quartiers begreifen.

Im Steiner Stadtrat wurde das Projekt bereits vor Jahren angesprochen und durchaus positiv aufgefasst. Stein wurde deshalb Fördermitglied im Förderverein für den "Regionalpark Pegnitz-Rednitz-Regnitz" und stellte die Verbindung zu den Bürgermeistern der beiden Nachbarkommunen her. Die Projektleitung liegt deshalb auch in der Hand der Steiner Stadtverwaltung. Nicola Kemmer wird sich in den kommenden Jahren mit der Organisation des Projekts befassen und die nötigen Brücken für die interkommunale Zusammenarbeit bauen. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch eine "Leader"-Förderung, die rund die Hälfte der bisher angesetzten 300.000 Euro trägt.

"In der ersten Phase werden wir zunächst ein Büro auswählen, das die Vorplanungen übernehmen wird. In den Folgejahren gilt es dann, diesen Plan umzusetzen, sodass wir in etwa drei Jahren mit den ersten Ergebnissen rechnen können", so Steins Erster Bürgermeister Kurt Krömer. Oberasbachs Bürgermeisterin Birgit Huber hofft, dass "Oberasbach mit dem Projekt sein Trauma aufarbeiten kann", denn bisher hätten sich die Oberasbacher weniger mit der Thematik befasst. Wichtig sei ihr jedoch auch, dass das Projekt von den Bürgern mit getragen und die Bevölkerung mitgenommen wird. Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel nennt das Projekt jetzt schon ein "Paradebeispiel für interkommunale Zusammenarbeit" und auch Landrat Matthias Dießl steht dem Vorhaben wohlgesonnen gegenüber, denn "wenn drei unserer Landkreis-Kommunen so gut zusammenarbeiten, kann ich als Landrat mehr als zufrieden sein".

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie beispielsweise hier und hier.

(Autor: Maria Schöpf, Presse Stadt Stein)

 

Übrigens: Bei der Bürgerversammlung in der Grundschule Altenberg am 22. Februar hält Prof. Aufmkolk einen Vortrag über dieses Projekt. Gerne können Sie sich mit Ihren Ideen bei der Realisierung einbringen!

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