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Ideen für „Erlebnisweg Wallensteins Lager" gesucht!

Porträt Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (1583-1634) von Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum

Zeitgenössische Karte des Lagers von 1632

Wallenstein hatte bei Unterasbach ein transportables Holzhaus.

Die Ausdehnung des Lagers

Von rechts: Birgit Huber, Thomas Zwingel und Kurt Krömer unterzeichnen am Diorama von Wallensteins Lager die Zweckvereinbarung. Auch dabei: Landrat Matthias Dießl und Prof. Gerd Aufmkolk (ganz links) von der Initiative "Regionalpark Pegnitz-Rednitz-Regnitz" (Foto: Maria Schöpf, Pressekontakt Stadt Stein)

Dieser Teil des Reliefs im Oberasbacher Rathausfoyer zeigt einen schwedischen Musketier, der auf die Schanzen von Wallensteins Lager zumarschiert. Das Wappen mit dem kaiserlichen Adler weist auf Wallensteins Armee hin, das Wappen mit drei goldenen Kronen auf blauem Grund auf seinen protestantischen Gegner, den Schwedenkönig Gustav II. Adolf.

Der bereits existierende Wallenstein-Rundweg

Es war eine verheerende Episode für unsere Gegend, die allerdings so im Dreißigjährigen Krieg für einige Wochen  in den Fokus der Weltgeschichte rückte: Am 17. Juli 1632 schlug der böhmische Feldherr Albrecht von Wallenstein mit rund 80.000 Menschen und 15.000 Pferden ein Lager von rund 20 Kilometern Umfang auf dem heutigen Gebiet der Städte Oberasbach, Stein und Zirndorf auf. Für dieses größte Feldlager der Weltgeschichte wurden u.a. 13.000 Bäume gefällt. Der Kontrahent des Katholiken Wallenstein, der protestantische Schweden-König Gustav II. Adolf, hatte sich in Nürnberg verschanzt.

Mit seinem Lager wollte Wallenstein die schwedischen Truppen blockieren – mit Erfolg. Gustav Adolf versuchte aus seiner Blockade auszubrechen und mit der Schlacht an der Alten Veste Zirndorf zurückzuschlagen. Doch der Versuch misslang. Zurück blieben zwei Truppen, die nach einer unentschieden geendeten Schlacht herbe Verluste einbüßen mussten. Schnell zeigten sich weitere Schattenseite des gigantischen Lagers: Die Soldaten plünderten die Dörfer rund um das Lager und fielen wie die Heuschrecken in die Region ein. Beim Abzug der Truppen nach 70 Tagen gingen neben den Lagerunterkünften auch alle Dörfer in Flammen auf.

Die drei betroffenen Kommunen haben nun ein gemeinsames Projekt initiiert, um Interessierten "Wallensteins Lager" über einen sogenannten Erlebnisweg modern und anschaulich näher zu bringen: Am 9. Januar 2018 unterzeichneten Oberasbachs Erste Bürgermeisterin Birgit Huber, Steins Erster Bürgermeister Kurt Krömer und Zirndorfs Erster Bürgermeister Thomas Zwingel die entsprechende Zweckvereinbarung. 300.000 Euro beträgt das aktuelle Budget für "Wallensteins Lager". Die Hälfte kommt aus dem europäischen Fördertopf "Leader". Noch dieses Jahr soll ein Büro gefunden werden, das die Vorplanungen übernimmt. Erste konkrete Schritte werden dann 2019 umgesetzt. Organisatorisch betreut wird das Projekt von Nicola Kemmer bei der Stadt Stein. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wussten Sie etwa, dass es auf der Oberasbacher Petershöhe eine Sternschanze und ein Lazarett gab? Dass in dem Lager 50.000 Soldaten und ein Begleittross von 30.000 Menschen lebten? Dass das Waffenlager im Bereich des heutigen Oberasbacher Rathauses lag? Dass es einen Lagergalgen gab? Dass Wallenstein im Lager nicht in einem Zelt, sondern in einem transportablen Holzhaus residierte? Wussten Sie, dass der Böhme Wallenstein einen Teil seiner Jugend in Franken verbracht hatte? Dass es bereits einen 21 Kilometer langen Wallenstein-Rundweg entlang der ehemaligen Lagergrenzen gibt, auf dem sich historisch interessierte Bürger einen Eindruck vom gewaltigen Ausmaß des einstigen Feldlagers machen können?

Sie haben Ideen für den Oberasbacher Teil des Erlebnisweges oder möchten bei diesem Projekt mitarbeiten? Melden Sie sich gerne bei Frau Anja Schönekeß vom städtischen Kulturamt unter Tel. 0911 9691 – 118 oder per Mail an kulturamt@oberasbach.de!

Voraussichtlich im Mai soll es einen von der Stadt organisierten Bürger-Workshop zu diesem Projekt geben – die Termindetails erfahren Sie zeitnah hier auf unserer Homepage!

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Unsere Tipps für alle Geschichtsinteressierten:

Ein Dossier von Projektinitiator Prof. Gerd Aufmkolk vom Förderverein Regionalpark Pegnitz-Rednitz-Regnitz finden Sie hier als Download.
Unter der Bezeichnung Regionalpark oder Grüner Ring werden bundesweit vielfältige Anstrengungen unternommen, Landschaftsräume für eine attraktive und abwechslungsreiche Naherholung zu qualifizieren. Schwerpunkt der Aktivitäten sind Großstadtregionen und die daran angrenzenden Kulturlandschaften. Mit dem Verein zur Förderung des Regionalparks Pegnitz-Rednitz-Regnitz gibt es eine solche Initiative auch für den mittelfränkischen Ballungsraum.

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Im Obergeschoss des Städtischen Museums Zirndorf gibt es Dioramen und Modelle sowie zeitgenössische Schilderungen über das Lagerleben, das Schicksal der Soldaten und der Zivilbevölkerung sowie über den genauen Verlauf der Schlacht an der Alten Veste gegen den Schwedenkönig Gustav Adolf. Es finden auch immer wieder informative Führungen statt.

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In diesem Video-Interview von Erlangens Alt-Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis vom Juni 2017 erzählt Heimatpfleger a.D. Prof. Helmut Mahr, Ehrenbürger Oberasbachs, u.a. von Wallensteins Lager und der Schlacht an der Alten Veste.

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Literaturtipps (im Bestand der Stadtbücherei Oberasbach):

Helmut Mahr: Wallenstein vor Nürnberg 1632 – sein Lager bei Zirndorf und die Schlacht an der Alten Veste, dargestellt durch den Plan der Gebrüder Degener u. Co., Neustadt/Aisch (1982)

Helmut Mahr: Wallensteins Lager – die Schlacht an der Alten Veste, Nürnberger Presse, Nürnberg (1980)

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