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Im Zeichen von „100 Jahre Ende Erster Weltkrieg“: Volkstrauertag 2018

Birgit Huber berichtete am Volkstrauertag von der Gedenkfeier in Chaptelat am 11. November 2018

Inge Zimmer (links), Enkelin des im 1. Weltkrieg dort gefallenen Soldaten Albert Tröller, war auch in Chaptelat dabei.

Bürgermeisterin Birgit Huber bei der Kranzniederlegung mit ihrer französischen Kollegin Julie Lenfant

Margit Fischer vom VdK verlas das Totengedenken.

Prädikant Stefan Asbach von St. Stephanus

Der Volkstrauertag, an dem wir traditionell der Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft, Flucht und Vertreibung gedenken, fand heuer genau eine Woche nach dem 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs statt. 17 Millionen Leben hatte er gekostet. Bei der Gedenkveranstaltung von Stadt und VdK Oberasbach am 18. November 2018 am Friedhof Unterasbach berichtete die Erste Bürgermeisterin Birgit Huber von einer besonderen Geste der Menschlichkeit, der Versöhnung und der Völkerverständigung.

„Heute genau vor einer Woche stand ich auf dem Friedhof der kleinen Gemeinde Chaptelat in Frankreich. Mit einer 15köpfigen Oberasbacher Delegation war ich zu einer Gedenkveranstaltung dorthin gereist. Denn in dem Ort neun Kilometer nördlich von Limoges liegen auch etwa hundert deutsche Soldaten begraben. In Chaptelat gab es im Ersten Weltkrieg ein Lazarett für Kriegsgefangene. Sie wurden dort als Menschen behandelt und wenn man ihnen nicht helfen konnte, wurden sie mit menschlicher Würde bestattet. Man ließ den Toten ihre Würde, denn sie sind Menschen so wie wir, so wie du und ich", erzählte Huber.

Dieser Ausdruck von Menschlichkeit zeigte sich auch in den Jahren nach dem Krieg. Denn die Gräber der deutschen Soldaten wurden von den Menschen aus Chaptelat weiter gepflegt, auch ohne staatlichen Auftrag. Daran änderte sich auch nichts nach dem Zweiten Weltkrieg, und das, obwohl eines der schlimmsten Verbrechen in Frankreich in unmittelbarer Nähe von Chaptelat verübt wurde: Beim Massaker von Oradour-sur-Glane ermordete die Waffen-SS im Juni 1944 fast die gesamte Bevölkerung des französischen Dorfs und zerstörte es völlig. Dieses Kriegsverbrechen mit 642 Opfern gilt als das zahlenmäßig größte Massaker in Westeuropa.

Zwei ganz besondere Gäste waren bei der Gedenkfeier mit 200 Teilnehmern in Chaptelat dabei, sie hatten mit Hilfe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ausfindig gemacht werden können: Inge Zimmer aus Hessen, die 76jährige Enkelin des deutschen Soldaten Albert Tröller, der gleich zu Kriegsanfang schwer verwundet wurde und in Chaptelat 1915 verstorben war. Und Jean François Durand, dessen Groβvater 1914 im Gefecht mit bayerischen Truppen getötet wurde. „Zusammen mit diesen Nachfahren, die stellvertretend für Millionen stehen, reichten wir uns die Hände und gedachten still all derer, die dem Wahnsinn des Krieges zum Opfer gefallen waren. Es war mir eine besondere Freude und Herzensangelegenheit, dass ich das mit meiner Amtskollegin aus Chaptelat, Julie Lenfant, und vielen anderen französischen Freunden tun konnte. Verbunden mit dem Wunsch, aus tiefstem Herzen: nie wieder!", unterstrich Birgit Huber am Sonntagvormittag in Unterasbach.

Mehr zu der Nachfahrin Inge Zimmer und ihrem Großvater sowie zu der Gedenkfeier in Chaptelat erfahren Sie hier.

In ihrer Rede erinnerte Bürgermeisterin Birgit Huber also auch daran, dass die Millionen Toten von 1914 bis 1918, Soldaten wie zivile Opfer, uns eine ständige Mahnung und ein Auftrag seien den Frieden in Europa zu bewahren und zu festigen.

Nach dem Verlesen des Totengedenkens durch Margit Fischer vom VdK folgten die Kranzniederlegung am Ehrenmal und eine Gedenkminute. Danach ermahnte Stefan Asbach, Prädikant von St. Stephanus, in Vertretung von Pfarrer Grober: „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit. Der Volkstrauertag ist ein Stachel gegen die Gleichgültigkeit und das Vergessen."

Im Anschluss sammelten zwei Vertreter der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Altenberg Spenden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., der diese Gelder unter anderem für die Pflege und Betreuung von Kriegsgräberstätten im In- und Ausland verwendet.

Herzlichen Dank, auch im Namen des VdK Oberasbach, den Vertretern des Kreisverbindungskommandos Fürth und den Reservisten der deutschen Bundeswehr von der RK Fürth, den Delegationen der Freiwilligen Feuerwehr Altenberg und des BRK-Ortsverbandes, der Schützengesellschaft, der Blaskapelle Oberasbach und dem Posaunenchor Algebrass für ihre Unterstützung der Gedenkfeier sowie allen weiteren Zuhörerinnen und Zuhörern für die Teilnahme!

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Übersicht der Toten des Ersten Weltkriegs aus Oberasbach:


Von 1914 bis 1918 wurden 86 Männer aus der Gemeinde Oberasbach im Alter von 18 bis 55 Jahren zum Kriegsdienst eingezogen. Über zwei Drittel von ihnen wurden für ihre Tapferkeit ausgezeichnet. Von den 86 Männern kehrten nach Kriegsende 58 wieder in die Heimat zurück. 30 waren gefallen, zwei galten als vermisst. Die Namen stehen auf dem 1921 eingeweihten Kriegerehrenmal des Nürnberger Steinbildhauers Werner Franke neben der Kirche St. Lorenz im Altort, zusammen mit den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs.


Aus Altenberg:
Konrad Bauer († 1917)
Georg Beier († 1918)
Georg Marx († 1915)
Johann Meier († 1916)
Thomas Ruder († 1914)
Karl Streb († 1916)
Johann Winkler († 1915)

Aus Kreutles:
Jakob Drechsler († 1914)

Aus Oberasbach:

Johann Auer († 1918)
Leonhard Friedlein († 1917)
Johann Geißler († 1917)
Johann Haßler († 1917)
Konrad Herboldsheimer († 1914)
Richard Höfer († 1915)
Konrad Huber († 1914)
Fritz Kießling († 1914)
Georg Marx († 1917)
Jakob Stahl († 1915)
Johann Steghöfer († 1916)
Paul Stöcklein († 1915)
Johann Volt († 1918)
Johann Warnik († 1918)
Michael Wittmann († 1917)
Jakob Wunderlich († 1916)

Aus Unterasbach:
Johann Barthelmeß (1916)

Aus Neumühle:
Adam Rieß († 1916)

Aus Rehdorf:
Leonhard Bayer († 1916)
Christian Buchner († 1915)
Johann List († 1918)
Johann Schleicher († 1917)
Johann Stürmer († 1917)

Vermisst blieben:

Georg Igelhaut aus Unterasbach (vermisst seit 1916)
Johann Büttner aus Oberasbach (vermisst seit 1916)

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