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„Oberasbach ist für uns der genialste Standort“: Firmenbesuch bei Baydemir Stuck

Die Bürgermeisterin hatte auch ein kleines Geschenk für Murat Baydemir (rechts) dabei.

Der Firmenchef erläutert dem Stadtrat die ökologische Wärmedämmung aus Hanf.

Das zweite Standbein: schlüsselfertige Eigenheime

Ein leidenschaftliches Plädoyer für das Handwerk als Arbeitgeber mit Zukunft hielt Murat Baydemir, Mitgründer und Geschäftsführer des Oberasbacher Fachbetriebs Baydemir Stuck, beim Besuch der Ersten Bürgermeisterin Birgit Huber und mehrerer Stadtratsmitglieder am 5. Juni 2018.

Der gelernte Kaufmann Murat Baydemir ist seit über zwanzig Jahren mit wachsender Leidenschaft im Fassadenbau tätig. Seine 2002 mit seinen Brüdern Mehmet und Ahmet Baydemir gegründete Firma ist seit elf Jahren am Ortseingang von Oberasbach an der Rothenburger Straße ansässig. „Oberasbach ist für uns der genialste Standort: Direkt vor den Toren von Nürnberg und Fürth mit einer super Anbindung, einer sehr guten Parkplatzsituation und einer relativ geringen Gewerbesteuer. Wir fühlen uns hier sehr wohl und sind auch sehr erfolgreich“, zählt Murat Baydemir begeistert auf. Baydemir Stuck ist ein bekannter Spezialist für Wärmedämmverbundsysteme, von denen die Firma als einer der führenden Anbieter in der Metropolregion pro Jahr rund 80.000 Quadratmeter verbaut. Der Stuckateur-Betrieb, Mitglied der Bauinnung Fürth Stadt und Land, ist spezialisiert auf den Objektbereich und Fassaden – hier können auch ausgefallenere Wünsche realisiert werden, egal ob Holz, Keramik, Klinker oder Metalleffekte. „Es gibt bei uns in der Metropolregion ein großes Auftragsvolumen. Zu unseren Kunden zählen sowohl private als auch gewerbliche Kunden und sehr viele Wohnungsbaugenossenschaften wie auch Stadtverwaltungen. Wir können uns glücklich schätzen, dass rund 95 Prozent unserer Auftraggeber Stammkunden sind. Wir sind gut ausgelastet mit derzeit zehn Prozent mehr Aufträgen im Vergleich zum Vorjahr.“

Baydemir Stuck war bundesweit die erste Firma, die ein innovatives ökologisches Fassadendämmsystem aus industriellem Hanf einsetzte. Beim Besuch der Kommunalpolitiker erläuterte der 46jährige Chef die Vorteile dieses Werkstoffs: „Hanf ist hochdämmend, CO2-neutral, schnell nachwachsend, recycelbar und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Bei hoher Dämmung müssen Sie übrigens konsequent stoßlüften. Da reicht es nicht, die Fenster kurz auf ‚Kipp‘ zu lassen!“

Von Oberasbachs Erster Bürgermeisterin Birgit Huber nach den Zukunftsplänen befragt, antwortete der 46jährige Unternehmer, der knapp 30 feste Mitarbeiter beschäftigt sowie mit zahlreichen Nachunternehmern zusammenarbeitet: „Wir wollen nicht unkontrolliert wachsen. In der Stuckateur-Branche herrscht ein enorm harter und preisgetriebener Wettbewerb. Der Markt ist brutal umkämpft. Leider profitiert das Stuckateur- und Estrich-Wesen bisher nicht vom aktuellen Bauboom. Wir haben gestiegene Kosten für Materialien, Fachkräfte und pro Jahr allein über 100.000 Euro Entsorgungskosten, die in der Regel nicht an den Bauherrn weitergegeben werden können. Wir reden aber offensiv mit den Kunden, was nahezu immer zum Erfolg führt.“

Zusätzlich baut sich Murat Baydemir mit seinem Bruder Mehmet seit einiger Zeit daher auch ein zweites Standbein auf: „Wir realisieren im kleinen Stil über die Firma Retmann Projekte GmbH mit Geschäftsführer Klaus Arnodt schlüsselfertige Ein- und Mehrfamilienhäuser, aktuell in Weiherhof.“ Der umtriebige Geschäftsmann Murat Baydemir ist außerdem Bauherr und Miteigentümer des überaus gefragten Vier-Sterne-Hotels Bomonti in Oberasbach.

Für Baydemir Stuck ist erfreulicherweise auch die Nachfolge bereits geregelt: Mustafa Baydemir, Stuckateur-Meister und einer der Abschlussbesten seines Prüfungsjahrgangs, wird zusammen mit Hakan Baydemir, Maler- und Lackiermeister wie auch zertifizierter Energieberater, derzeit eingearbeitet.

„Das Handwerk muss wieder cool  werden!“

Besonders am Herzen liegt dem vierfachen Familienvater auch der Nachwuchs im Handwerk: „Wir legen viel Wert auf fachgerechte Ausbildung. Oftmals haben wir zwei bis drei Azubis parallel. Neben dem Stuckateur-Beruf kann man bei uns auch Maler und Lackierer lernen oder auch eine kaufmännische Ausbildung machen. Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt, was wohl auch dazu gehört. Und ich versuche stets, junge Leute für diesen abwechslungsreichen Beruf zu motivieren, der auch viele Aufstiegschancen bietet. Jedoch ist es derzeit wirklich schwierig, qualifiziertes Personal zu bekommen“, so Murat Baydemir. Er glaubt auch den Grund für das Imageproblem seiner Branche zu kennen: „Das Handwerk hat es verpasst den jungen Leuten zu zeigen, dass man hier tolle Möglichkeiten hat sich zu entwickeln und Geld zu verdienen. Dabei kann man sich auch als Handwerker das schönste Auto leisten, das Klischee vom klapprigen VW-Bus ist passé! Bauinnungen und Handwerkskammern sollten viel stärker vermitteln, dass das Handwerk cool ist! Man muss gezielt an die Jugendlichen herantreten. Ich gehe deshalb regelmäßig an Schulen, auch in Problembezirken.“

Hierbei kommt Murat Baydemir oft sein eigener Migrationshintergrund zugute: „Meine Eltern sind aus der Türkei nach Deutschland gekommen, da war ich gerade vier Jahre alt. Es war nicht leicht für uns alle den Einstieg zu finden, aber wenn man kämpft und hart arbeitet, kann man Erfolg haben! Und diese Einstellung möchte ich allen jungen Menschen mitgeben.“

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Team weiterhin viel Erfolg, Herr Baydemir!

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