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Zwei weitere Jahre Fairtrade-Stadt

Freuen sich über die Rezertifierung Oberasbachs als Fairtrade-Stadt: Erste Bürgermeisterin Birgit Huber (4.v.l.), Christa Bartsch (5.v.l.), AK Fairtrade-Mitglieder sowie mehrere Stadträte

Christa Bartsch (rechts) bei ihrer Ansprache

Oberasbach darf zwei weitere Jahre den Titel „Fairtrade-Stadt“ tragen – das gab Christa Bartsch vom Oberasbacher Aktionskreis Fairtrade am 11. Februar 2019 im Rahmen der Vernissage zur Karikaturenausstellung „Glänzende Aussichten“ im Rathaus-Foyer bekannt.

Im Folgenden die Ansprache von Christa Bartsch:

„Liebe Gäste, liebe Frau Bürgermeisterin, sehr geehrte Stadträte,

ich begrüße Sie zur Eröffnung der Karikaturenausstellung „Glänzende Aussichten“, die sich in 99 Karikaturen Klima, Konsum und andere Katastrophen vornimmt. Sie ist im fairen Landkreis Fürth zu Gast und an vier verschiedenen Orten, nämlich im Landratsamt, im Rathaus Veitsbronn, in der Kulturhofkneipe Langenzenn und hier in unserem Rathaus zu sehen.

Die Ausstellung wirft Schlaglichter auf die Schattenseiten unseres Lebensstils. Sie wurde vom Hilfswerk Misereor in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Bamberg erstellt. Aus über tausend Einsendungen wurden 99 Karikaturen von 39 Karikaturisten aus 7 Ländern ausgewählt, und diese touren seit Jahren sehr erfolgreich in ganz Deutschland.

Aus einem Filmbeitrag über die Entstehung der Ausstellung möchte ich die Aussage von Erzbischof Ludwig Schick wiedergeben. Er sagt: Schon der Theologe Romano Guardini wusste: Die Heiterkeit und der Ernst sind Schwestern. Nur wenn man die Dinge mit Heiterkeit betrachtet, nimmt man auch die Ernsthaftigkeit wahr und kann dann etwas tun und verändern. Wenn man verkrampft ist, bringt man nichts voran.

So hoffe ich, dass Sie sich unverkrampft die Bilder ansehen und sich zum Lachen oder Lächeln bringen lassen. Vielleicht können Sie so ohne den erhobenen Zeigefinger die ein oder andere Erkenntnis mitnehmen.

Wir haben hier 24 Karikaturen für Sie ausgestellt. Wenn Sie neugierig auf die restlichen 75 geworden sind, können Sie entweder eine kleine Rundfahrt zu den anderen Ausstellungsorten unternehmen oder den Katalog mit allen Bildern und Informationen zu den Zeichnern hier zum Preis von fünf Euro käuflich erwerben.

Ich möchte den heutigen Abend auch zum Anlass nehmen, mit Ihnen auf die Rezertifizierung Oberasbachs als Fairtrade-Stadt anzustoßen. Am 5. März 2017 feierten wir hier im Rathausfoyer unsere erste Zertifizierung als Fairtrade-Stadt. Nach zwei Jahren wird die weitere Einhaltung der Kriterien überprüft. Diese Prüfung haben wir bestanden und dürfen den Titel Fairtrade-Stadt weitere zwei Jahre, also bis ins Jahr 2021 tragen. Pünktlich zu diesem Ereignis wurde auch das Schild, das die Partnerstädte Oberasbachs nennt, um den Titel Fairtrade-Stadt ergänzt.

Die Steuerungsgruppe, der Aktionskreis Fairtrade, hält den Kontakt zwischen den beteiligten Akteuren: den Anbietern fairer Produkte im Einzelhandel und der Gastronomie, den Schulen, Kirchengemeinden, Vereinen und auch der Stadt.

Wir organisieren Veranstaltungen, um den fairen Handel bekannt zu machen und bemühen uns darum, dass auch die Medien darüber berichten. Mittlerweile fixe Termine sind für uns die Oberasbacher Trempelmärkte; im Mai eröffnen wir im Rathausfoyer unser faires Popup-Café und im September bieten wir faire Getränke im BIT an. Im Rahmen der Agenda 2030-Kinoreihe des Landkreises zeigen wir, ebenso wie die weiteren Fairtrade-Städte im Landkreis, Filme zu wichtigen Themen. Im Jahr 2017 zeigten wir uns mit dem Film „The True Cost – Der Preis der Mode“, welch fatale Auswirkungen unser unersättlicher Modehunger in der westlichen Welt auf die NäherInnen in Asien hat. Am kommenden Samstag, 16.2. um 19.30 h zeigen wir mit der Unterstützung des Filmteams St. Markus den Dokumentarfilm „Das Wunder von Mals“, in dem es um den Pestizideinsatz im Südtiroler Apfelanbau geht. Auch den Regisseur werden wir zu Gast haben.

In einem Multivisionsvortrag über Südamerika durften wir auch erfahren, was für günstige Auswirkungen der faire Handel auf die Menschen hat, die an dieser Art des Handels teilnehmen können. Auch eine Weinprobe mit fairen Weinen aus Südafrika und einem Vortrag zeigte uns, dass sich der Einsatz lohnt.

Ein großes Highlight war letztes Jahr die Aufführung der PREDA-Musicalgruppe von den Philippinen, die auf Initiative des Jugendhauses und des Kulturamts in Oberasbach Station machte. Auf extrem ergreifende Weise thematisierten die jungen Schauspieler das Thema Armut und sexueller Missbrauch, stellvertretend für die vielen Opfer, die sich nicht selbst zu Wort melden können. Auch hier leistet der faire Handel in doppelter Hinsicht einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lage: Die Ernte der Bio-Mangos zu fairen Preisen gibt den Bauern eine Lebensperspektive und deren Kindern die Chance auf Bildung. Außerdem werden aus dem Erlös aus dem Verkauf der Mangoprodukte Heime finanziert, die missbrauchten jungen Menschen eine neue Heimat, Ausbildung und die Möglichkeit zur Überwindung der schlimmen Traumata bietet.

Der Aktionskreis hat Ende des letzten und Anfang diesen Jahres alle Oberasbacher Kindereinrichtungen mit fairen Bällen beschenkt und mit Hilfe der „Geschichte vom Fairen Ball“ darauf hingewiesen, dass es leider nicht allen Kindern so gut geht wie bei uns. Noch immer bleibt vielen Kindern in den Entwicklungsländern die Möglichkeit, sich im Spiel frei zu entfalten und durch Bildung eine bessere Zukunft zu erreichen, verwehrt. Wir hoffen, hiermit auch unseren Kleinen, den Betreuern und Eltern einen Denkanstoß gegeben zu haben.

In diesem Jubiläumsjahr der Stadt beteiligen wir uns mit dem Fairmobil am Oberasbacher Stadtfest und beim Popup-Café werden wir eine selbst gestaltete Plakatausstellung mit bekannten Oberasbacher Gesichtern und ihren Aussagen zum Thema Fairness präsentieren können. Auch einen (weltum-)spannenden Multivisionsvortrag hoffen wir im Herbst in Kooperation mit der VHS und dem Landkreis Fürth erleben zu können.

Ganz besonders freut es uns, dass die Oberasbacher Stadtratsfraktionen gemeinsam einen Antrag zur fairen und nachhaltigen Beschaffung einbringen werden. Wenn dies gelingt, wird Oberasbach auf beispielhafte und noch längst nicht überall etablierte Weise das Beschaffungswesen nachhaltig gestalten.

Wir alle können mit unserem Konsum- und Kaufverhalten einen Beitrag dazu leisten, dass es den Menschen auf dieser Welt besser geht, dass es ein wenig gerechter zugeht, indem wir fair gehandelte Produkte kaufen. Wir können dafür sorgen, dass die Umwelt unser Klima geschont wird, indem wir regionale erzeugte Waren kaufen. Der Kauf von Bio-Produkten schont die Umwelt, die Tiere und Pflanzen.

In diesem Sinne – stoßen Sie mit uns auf die Rezertifizierung an und lassen Sie sich von den Bildern inspirieren!“

Herzlichen Dank an die Mitglieder des AK Fairtrade für ihr außerordentliches Engagement!

Die Karikaturenausstellung "Glänzende Aussichten" ist noch bis 1. März 2019 im Oberasbacher Rathaus-Foyer zu sehen. Den Ausstellungskatalog bekommen Sie für 5 Euro an der Rathaus-Pforte. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Weitere Informationen zum AK Fairtrade auf fairtradestadt.oberasbach.de.

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