20. Juli: Gedenken an den Widerstand gegen NS-Gewaltherrschaft

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Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, Geschwister-Scholl-Weg, Kurt-Schumacher-Straße: Menschen, an die in Oberasbach unter anderem erinnert wird, weil sie um ihrer Überzeugungen Willen von den Nationalsozialisten verfolgt und zum Teil auch ermordet wurden.

Menschen, die unterschiedliche soziale Hintergründe hatten, die aber einte, dass für sie Willkür und Entrechtung unerträglich waren und Freiheit und Recht über allem stand, ihnen sogar wichtiger war als ihr eigenes Leben.

Am 20. Juli gedenken wir der mutigen Frauen und Männer, die sich während der Nazi-Diktatur von 1933 bis 1945 dem NS-Regime widersetzten, die für die Geschundenen eintraten, die ihre Mitmenschen aufrütteln und ermutigen wollten, es ihnen gleich zu tun, um dieses Unrechtsregime und das mit ihm einhergehende millionenfache Leid zu beenden.

Es waren Tausende, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten Widerstand leisteten, die meisten dieser couragierten Menschen sind für uns heute allerdings namenlos. Und wenn an dieser Stelle von Widerstand die Rede ist, ist das in keiner Weise vergleichbar mit dem, was vielleicht der eine oder andere in der heutigen Zeit unter Widerstand versteht. Die Konsequenzen waren nicht rechtstaatlicher Natur, sondern jeder und jedem drohte Willkür, Gewalt, Folter und Tod, und das nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre/seine Familien, Kinder und Freunde, denn „Sippenhaft“ war in den Augen der Nazis ein legitimes Rechtsmittel.

In Erinnerung bleiben Speerspitzen des Widerstandes: Hans und Sophie Scholl und ihre Freunde in München, Dietrich Bonhoeffer, ein führender Vertreter der Bekennenden Kirche in Deutschland, vielleicht noch Georg Elser, ein Schreiner aus Schwaben und das von ihm 1938 verübte Hitler-Attentat im Münchner Bürgerbräukeller,  sowie Helmuth James Graf von Moltke und seine Freunde des Kreisauer Kreises.

Vor allem aber die Verschwörer des 20. Juli um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg und ihr Attentat auf Hitler im Jahr 1944 und ihr noch am gleichen Tag gescheiterter Umsturzversuch, der Deutschland eine zivile Regierung zurückgeben sollte und den Krieg beenden wollte. Dieser Versuch war ein letztes weithin sichtbares Zeichen, dass es Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft gab.

All dieser Männer und Frauen, der uns in Erinnerung Gebliebenen, aber auch all der Namenlosen gedenken wir jedes Jahr am 20. Juli. Die Stadt Oberasbach ehrt sie mit der heutigen Beflaggung des Rathauses.

Gedenktafel an die Verschwörer des 20. JUli im Berliner Bendlerblock mit den Namen der hier erschossenen Widerstandskämpfer.
Foto: (c) Th. Diebenbusch (privat) Aus dem sogenannten Bendlerblock, einem Wehrmachtsdienstgebäude in Berlin, wurde der Umsturzversuch koordiniert, hier brach er auch zusammen. Im Hof des Bendlerblocks wurden Oberst Stauffenberg und weitere Widerstandskämpfer standrechtlich erschossen.
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