Alle Jahre wieder… – Der Eichenprozessionsspinner

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Finger weg! "Wuselndes" Raupennest an einer Eiche an der Bahnunterführung Oberer Locher Weg.
Foto: (c) Stadt Oberasbach Finger weg! "Wuselndes" Raupennest an einer Eiche

Er hat manchen Anwohner von Eichenwäldern, Jogger oder Spaziergänger in den letzten Jahren immer wieder zur Verzweiflung gebracht. Die Rede ist vom Eichenprozessionsspinner.

Die Raupe mit ihren unangenehmen Brennhaaren kann manchem Oberasbacher die lauen Sommerabende auf der Terrasse verderben und manches Kind in seinem Bewegungsdrang im Garten einschränken.

Die Stadt Oberasbach hat in den letzten Jahren seine zahlreichen Maßnahmen immer weiter ausgeweitet, um die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners zu bekämpfen. Ganz ausrotten kann und will man ihn allerdings nicht und somit können auch die Bürger nichtvollständig vor seinen Brennhaaren geschützt werden. Das vermehrte Auftreten in den letzten Jahren ist sicherlich auch den milden Wintern geschuldet, die ihm das Überleben im Winter erleichtert haben.

In den Monaten April bis Juli hat die Stadt in den letzten Jahren auf verschiedene Maßnahmen gesetzt, um dem Eichenprozessionsspinner in seinen verschiedenen Lebensphasen den Garaus zu machen.

Maßnahmenkatalog beschlossen

So soll es auch in diesem Jahr wieder sein. Wie die Erste Bürgermeisterin gemeinsam mit dem Bauamt und den Grünflächen-Referenten des Stadtrates nun beschloss, soll auch in diesem Jahr wieder ein weiter ausgefeilter Stufenplan umgesetzt werden.

Zunächst einmal ist jeder Eigentümer als sogenannter „Zustandsverantwortlicher“ für seinen Baumbestand und damit auch für dadurch entstehende Belästigungen der Anrainer verantwortlich. Und damit auch für die Beseitigung der Ursachen.

Die Maßnahmen der Stadt beziehen sich daher auf öffentliche Flächen und Wälder der Stadt Oberasbach.

Was sieht der Stufenplan vor?

Bislang hat die Stadt Oberasbach durch Fachfirmen biologisches Spritzmittel in der ersten Behandlungsphase gegen die Larven im April in den definierten EPS-Problemzonen ausgebracht. Allerdings verfolgt die Stadt das Ziel, aus ökologischen Gründen mittelfristig auf diese Mittel zu verzichten. Ein sofortiger Verzicht erscheint jedoch, gerade in bestimmten EPS-Problemzonen wie dem Areal um den Trimmpfad, nicht sinnvoll. Die alternativ erforderlichen Sperrungen wären zu umfangreich und die Auswirkungen auf Anwohner und Passanten zu groß.

In der zweiten Phase ab Mai erfolgt wahlweise die Absaugung oder die Verklebung der Baumnester mit den Raupen in den definierten Problemzonen. Die Entscheidung über die Methode ist abhängig vom Ausmaß des Befalls sowie den örtlichen Gegebenheiten. Über die gesamte „EPS-Saison“ wird die Entwicklung des Befalls in allen Problemzonen kontinuierlich überwacht und entsprechend die Bekämpfungsmaßnahmen individuell wiederholt.

Die dritte Phase, voraussichtlich im Juli/August sieht die Verklebung der verbliebenen und inzwischen verpuppten Eichenprozessionsspinner vor, um zu verhindern, dass sich die an den Puppenhüllen zurückgebliebenen Brennhaare der inzwischen geschlüpften Falter durch Luftzug in der Umgebung verbreiten.

Zudem sollen die erst zum Ende der letzten „EPS-Saison“ erstmals eingesetzten Baumfallen weiterhin verwendet werden und so ihre Wirkung über den gesamten Lebenszyklus des Falters bewertet werden.

Derzeit werden die einzelnen Maßnahmen mit den erfahrenen Fachfirmen besprochen und geplant.

Es ist besonders hervorzuheben, dass 2021 auf den öffentlichen Flächen im Stadtgebiet auf die Ausbringung von Spritzmitteln -mit Ausnahme des Trimmpfades- verzichtet wird. Hier wird zudem noch auf Baumrückschnitt im Februar gesetzt, um Überhänge auf Straßen und private Flächen zu vermeiden.

Im Bibertgrund wird ein Schwerpunkt auf die Fallen gelegt und in den weiteren EPS-Problemzonen verstärkt abgesaugt und verklebt.

Zum Ende des Sommers sollen die Ergebnisse wieder neu bewertet und für die „EPS-Saison“ 2022 nachjustiert werden.

Information über Homepage und Hinweistafeln

Über die Durchführung der Maßnahmen möchte die Stadt die Bevölkerung verstärkt informieren, vornehmlich auf den digitalen Kanälen, aber auch mit entsprechenden Hinweistafeln in den betroffenen Gebieten. Welche Maßnahmen in welchen Arealen angewendet werden, können Sie zudem im Maßnahmenplan nachlesen. Einen Überblick können Sie sich in dieser Stadt-Karte Oberasbachs verschaffen.

Zuletzt bleibt zu hoffen, dass der strenge Frost der letzten Wochen den städtischen Maßnahmen in die Hände spielt und die Situation etwas entspannter sein wird als in den letzten drei Jahren.

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