Sicher in Oberasbach

  • Stadtrat

„Oberasbach zählt zu den sichersten Städten vergleichbarer Größe in Bayern“, so das vorweggenommene Fazit von Herrn Küspert, Erster Polizeihauptkommissar bei der Polizeiinspektion Stein, bei der Vorstellung des Sicherheitsberichts 2019 für die Stadt Oberasbach am 29. Juni im Stadtrat.

Es ist erfreulich zu beobachten, dass das Fallaufkommen im Stadtgebiet 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 154 Fälle von 510 auf 356 zurückgegangen ist. Das entspricht einem Rückgang von 30%. Zudem ist die Aufklärungsrate auf 71,6% gestiegen (Vj. 60,8%). Damit liegt Oberasbach im Bereich der PI Stein ganz vorne.

Die meisten Kennzahlen entwickeln sich positiv

Als statistische Vergleichszahl für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger wird häufig die sogenannte Häufigkeitszahl zu Rate gezogen. Hier wird die Anzahl der Straftaten ins Verhältnis zu 100.000 Einwohnern gesetzt. Der Wert von 1.998 liegt unter dem Durchschnitt im Landkreis Fürth (2.132) und deutlich unter dem Wert von 4.570 im Bezirk Mittelfranken. Das Stadt-Land-Gefälle von Nürnberg (7.423) und Fürth (4.221) zu Oberasbach ist sehr deutlich.

Auch die Anzahl der Tatverdächtigen ist von 269 auf 220 gesunken. Erfreulich dabei ist, dass vor allem der Anteil der Jugendlichen von 25,3% auf 21,4% abnahm. Zwar ist der Anteil der nicht deutschen Staatsbürger an den Tatverdächtigen auf 30,5% gestiegen, aber hierbei ist festzustellen, dass von den 67 Tatverdächtigen lediglich 11 auch aus Oberasbach kamen. Der weit überwiegende Teil ist von außerhalb.

Kaum Wohnungseinbrüche

Schaut man sich die Delikte an, fällt auf, dass vor allem die Diebstähle und sonstige Straftaten, zu denen auch Vandalismus gehört, deutlich zurückgingen. Das ist einerseits auf gute Präventionsarbeit und verstärkte Polizeipräsenz an neuralgischen Punkten zurückzuführen, andererseits zum Teil aber auch üblichen Schwankungen unterworfen. Im Vergleich zu 2017, als eine außergewöhnliche Einbruchsserie einer Bande aus Nordrhein-Westfalen die Wohnungseinbrüche auf 50 hochschnellen ließ, ist diese Anzahl auch wieder auf ein „normales“ Maß von zehn zurückgekehrt.

Ebenso sind Sachbeschädigungen wie Vandalismus, Kfz-Beschädigungen und Graffitis im Vergleich zum Vorjahr auf weniger als die Hälfte gesunken (von 105 auf 48).

Beides sind auch wesentliche Faktoren für das subjektive positive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung.

Leider musste aber auch festgestellt werden, dass die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz von 47 auf 55 zugenommen haben (vornehmlich Cannabis). Diese Zunahme ist auch auf die erhöhte Kontrollaktivität der Beamten zurückzuführen. Die Polizei im Landkreis Fürth sieht in der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität einen ihrer Schwerpunkte und setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur aus repressiven Maßnahmen besteht, sondern auch ganz stark die Prävention in den Mittelpunkt stellt.

Gleichzeitig hat jedoch das Unrechtsbewusstsein der Betroffenen bedauerlicherweise deutlich abgenommen. Einige Tatverdächtige begegnen den Polizeibeamten häufig nur mit einem Schulterzucken.

Auch die Anzahl der Verkehrsunfälle ist deutlich von 341 auf 281 zurückgegangen (-17,6%). Bereits seit 2016 sind in Oberasbach glücklicherweise keine Verkehrstoten zu beklagen. Die Anzahl der Verletzten sank um ca. 28% von 54 auf 39, davon wie im Vorjahr sechs Schwerverletzte. Als schwer verletzt wird jemand eingestuft, wenn eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus erforderlich ist. Die wesentlichen Gründe für Verkehrsunfälle waren Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren sowie ungenügender Sicherheitsabstand. Das sind Ursachen, die durch Sensibilisierung der Fahrer durchaus verbessert werden können.

Auf Nachfrage eines Stadtrates informierte Herr Küspert im Nachgang zur Sitzung noch über den Anteil der an Unfällen beteiligten Radfahrer. Natürlich ist jeder davon einer zu viel, aber diese ist mit zehn relativ überschaubar, wobei die Auswirkungen auf einen beteiligten Radfahrer grundsätzlich aufgrund der nicht vorhandenen Knautschzone jedes Mal umso dramatischer sein können. Von den zehn Unfällen wurden acht durch die Radfahrer selbst verursacht. Insgesamt waren acht leicht und zwei schwer verletzte Personen zu beklagen. Unfälle mit Beteiligung eines Pedelecs sind nicht verzeichnet.

Die Anzahl der folgenlosen Fahrten unter Drogen- und Alkoholeinfluss liegt bei 25 im abgelaufenen Jahr 2019 in Oberasbach.

Sicherheitswacht

Nach dem Leitgedanken „Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist nicht alleinige Aufgabe der Polizei, sondern vielmehr eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ wurde 2018/2019 die Sicherheitswacht ins Leben gerufen. Seit März 2019 sind sechs ehrenamtliche Mitarbeiter in Zweier-Teams im Außeneinsatz. 2019 wurden insgesamt 60 Streifengänge durchgeführt. Einsatzgebiete waren das Naturschutzgebiet Hainberg als Naturschutzwacht und bei diversen Veranstaltungen als niederschwellige Maßnahme, um den Bürgerkontakt zu intensivieren und Ordnungsfunktionen im persönlichen Umgang durchzuführen. Damit wurde die PI Stein im täglichen Dienstbetrieb entlastet und dieses Bürgerengagement führte zu vielen positiven Rückmeldungen bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Ausblick 2020

Die Corona-Pandemie hatte auch massive Auswirkungen auf die Arbeit der PI Stein, insbesondere war zusätzliches Personal erforderlich, um "Corona-geeignete" Schichtmodelle zu realisieren.

Es war auch festzustellen, dass es aufgrund der Corona-Pandemie im Gebiet der PI Stein und auch in Oberasbach deutlich ruhiger geworden ist. Das gilt sowohl hinsichtlich der Situation bei Verkehrsdelikten und -unfällen aufgrund des zurückgegangenen Straßenverkehrs als auch für die Kriminalitätsentwicklung allgemein. Das lässt auf eine gute Entwicklung für den Sicherheitsbericht 2020 hoffen.

Foto: (c) Polizeipräsidium Mittelfranken
Foto: (c) Polizeipräsidium Mittelfranken
Foto: (c) Polizeiinspektion Stein Die Polizeiinspektion in Stein
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