Sicher leben in Oberasbach

  • Stadtrat
Foto: (c) Polizeipräsidium Mittelfranken

Wie in den letzten Jahren stellte Horst Küspert, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Stein, im Stadtrat wieder den Sicherheitsbericht für das abgelaufene Jahr vor. Allerdings nun zum letzten Mal, da er sich im November in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden wird.

Auch wenn die Fallzahlen in Oberasbach 2020 wieder leicht angestiegen sind, zählt Oberasbach nach wie vor zu den sichersten Gemeinden in ganz Bayern. „Der leichte Anstieg ist sicher auch der Tatsache geschuldet“, so Horst Küspert, „dass das Jahr 2019 auch ein wirklich außergewöhnlich gutes Jahr gewesen ist.“

Sehr gute Aufklärungsquote von 70,7 %

Der Anstieg auf 454 Fälle ist durchaus im Rahmen, liegt der Wert immer noch unter den Zahlen von 2016 bis 2018. Hervorzuheben ist vor allem die weiterhin sehr gute Aufklärungsquote. Mehr als 7 von 10 Fällen werden in Oberasbach aufgeklärt. Keine guten Aussichten für potenzielle Straftäter.

Die Kriminalitätssituation in Oberasbach kann man auch mit Hilfe der Häufigkeitszahl gut mit anderen Kommunen und Landkreisen vergleichen. Darin wird die Anzahl der Straftaten auf die statistische Größe von 100.000 Einwohner hochgerechnet. Hier liegt Oberasbach mit 2.551 auch ganz weit vorne im Vergleich mit anderen Gegenden der Region (siehe auch die Städte Nürnberg (7.133) und Fürth (4.136) sowie der Bezirk Mittelfranken (4.322)).

Tatverdächtigensituation

Bei der Tatverdächtigen-Situation hat sich eine leichte Verschiebung ergeben, während der Anteil der Jugendkriminalität von 21,4 % auf 28,1, % gestiegen ist, hat sich der Anteil ausländischer Tatverdächtiger von ca. 30 % auf ca. 25 % reduziert. Von den insgesamt 72 ausländischen Tatverdächtigen waren lediglich 15 in Oberasbach ansässig. Die 78 jugendlichen Tatverdächtigen teilen sich ungefähr jeweils zur Hälfte in die Altersklassen der Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) und der Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) auf. Auch das hält Horst Küspert für durchaus im normalen Rahmen.

Delikte

Wesentlich für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sind Diebstahldelikte (von 102 auf 88 gesunken). Bemerkenswert ist, dass sich beispielsweise die Zahl der Wohnungseinbrüche um die Hälfte auf fünf in ganz Oberasbach reduziert hat. PKW-Diebstahl oder -Einbruch ist sogar auf Null gesunken. Das ist sicherlich auch der im März 2020 begonnenen Corona-Pandemie zu verdanken.

Im Bereich der Rohheitsdelikt haben insbesondere die einfachen Körperverletzungen zugenommen, ein Anstieg häuslicher Gewalt im Zuge der Corona-Pandemie konnte die PI Stein nach Auskunft von Herrn Küspert jedoch nicht feststellen.

Im Bereich der sonstigen Delikte konnte jedoch eine Zunahme der Sachbeschädigungen festgestellt werden (von 48 auf 76), gleiches gilt für Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (von 55 auf 70), die sich im gewissen Rahmen einer kleinen BTM-Szene in Oberasbach abspielen. Die Polizei versucht diese Szene durch verstärkte Polizeipräsenz unter Kontrolle zu halten.

Prävention und Aufklärung

Das sind wichtige Aufgaben, die die PI Stein gerne und bewusst wahrnimmt. Allerdings konnten die sonst üblichen Beschulungen der 7./8. Klassen im Bereich Medien- und Gewaltprävention im Rahmen des 3x3-Konzepts aufgrund der Corona-Beschränkungen nur im Januar und Februar 2020 durchgeführt werden. Eine erhöhte Streifenpräsenz an bekannten Treffpunkten von Jugendlichen wurde dennoch kontinuierlich ausgeweitet.

Unfallstatistik

Die Zahl der Gesamtunfälle in Oberasbach ist leicht gesunken (von 281 auf 254). Die Verteilung der Unfallursachen ist auch im Vergleich zu den Vorjahren konstant geblieben. Häufigste Ursachen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (97) bzw. ungenügender Sicherheitsabstand (83).

Allerdings ist die Zunahme der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern alarmierend. Während es in den Jahren 2015 bis 2019 in der Regel zwischen 75 und 88 Radlerbeteiligungen gab, schnellte 2020 die Anzahl auf 152 hoch. Inwiefern das auf die verstärkte Nutzung des Fahrrads während der Corona-Pandemie zurückzuführen ist, vermochte Horst Küspert nicht einzuschätzen. Besorgniserregend dabei ist jedoch, dass sich ca. 20% der beteiligten Radler im jugendlichen Alter befanden und von ihnen wiederum ca. 90 % während des Unfalls keinen Helm trugen, bei der ebenfalls überproportional betroffenen Gruppe der älteren Menschen (25 % der Verunfallten) trugen ca. 50 % keinen Helm.

Hier sieht Horst Küspert noch großen Aufklärungsbedarf und kündigte an, dass die PI Stein Ihre Aktivitäten in diesem Umfeld verstärken will.

E-Bikes und Pedelecs spielten übrigens in Oberasbach im Vergleich zu beispielsweise Nürnberg bei den Unfällen kaum eine Rolle. Die PI Stein arbeitet gerade daran, auf der Basis von Unfallkartierungen potenzielle Unfallschwerpunkte zu erfassen und auszuwerten. Diese Informationen können voraussichtlich im nächsten Sicherheitsbericht zur Verfügung gestellt werden.

Rückblick und Ausblick

Abschließend blickte Herr Küspert noch auf besondere Ereignisse zurück. Im Januar 2020 gab es eine Serie von Graffitis und im Februar eine Serie von weiteren Sachbeschädigungen, insbesondere beschmierte Bänke. Die Serie im Januar konnte geklärt werden.

Negativer Höhepunkt des Jahres war wohl der Überfall auf die SUPOL-Tankstelle im August 2020, dessen Täter jedoch ermittelt werden konnte.

Erfreulich ist, dass die Sicherheitswacht weiter ausgebaut werden konnte und gerade ein neues Mitglied begrüßt wurde. Die Streifengänge der SIWA wurden inzwischen wieder intensiviert.

Bislang hatte die Corona-Pandemie glücklicherweise nur geringe Auswirkungen auf den Dienstbetrieb der PI Stein. Die weitere Entwicklung bleibt sicher auch coronabedingt abzuwarten, sowohl im Hinblick auf die Kriminalität, den Verkehr und auch auf Veranstaltungen. Festzuhalten bleibt, dass sich die Sicherheitslage in Oberasbach nach wie vor sehr gut darstellt.

Nach Abschluss des Vortrages bedankte sich die Erste Bürgermeisterin Birgit Huber, bei Horst Küspert für die langjährig vertrauensvolle, kooperative und pragmatische Zusammenarbeit und wünschte ihm alles Gute für seinen verdienten Ruhestand.

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