Vorsicht Geisterradler!

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Die kleinen orangen oder weißen Gespenster auf den Radwegen im Landkreis sind keine verfrühte Halloween-Aktion. Mit einer neuen Kampagne setzt sich der fahrradfreundliche Landkreis Fürth in diesen Tagen abermals für mehr Sicherheit auf Radwegen ein.

Auch wer mit dem Rad unterwegs ist, kann zum Geisterfahrer werden. Denn grundsätzlich ist das Fahren nur auf dem rechts der Fahrbahn angeordneten Radweg erlaubt. Auf einem Radweg auf der linken Straßenseite darf man nur dann fahren, wenn dies durch Verkehrszeichen ausdrücklich erlaubt ist. Wer sich nicht daran hält, wird also zum Geisterradler.

Um auf die damit verbundenen Gefahren hinzuweisen, hat der Landkreis Fürth eine neue Kampagne gestartet. “Während die Geisterfahrt mit dem Auto sofort als gefährlich und verbotswidrig erkannt wird, wird dies beim Fahren mit dem Fahrrad oftmals ignoriert”, sagte Landrat Matthias Dießl. Oftmals erscheine es womöglich bequemer oder sogar sicherer, auf der falschen Seite zu fahren. Doch häufig berge dieses Verhalten eher Gefahren.

Bewusstsein für Gefahren schaffen

Mit auf dem Radweg aufgetragener Sprühkreide sollen Geisterradler im Landkreis Fürth schnell erkennen können, wenn sie verbotenerweise auf der falschen Seite unterwegs sind. Die Warnung “Geisterradler” kann dabei nur gelesen werden, wenn der Radler von der falschen Richtung kommt. Zu sehen ist als Motiv ein Geist neben einem Fahrrad sowie der Hinweis “Geisterradler?! Bitte Seite wechseln”. “Ich halte diese Kampagne für sehr sinnvoll, denn oftmals merken Radler gar nicht, dass sie auf der falschen Seite fahren”, sagte Matthias Dießl, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern ist.

Geisterradeln in der Unfallstatistik

Geisterradler gefährden nicht nur andere Radfahrer, sondern auch sich selbst: Denn auch der abbiegende Kfz-Verkehr rechnet normalerweise nicht damit, dass aus der falschen Richtung ein Radfahrer kommt. Dadurch kann schnell ein schwerer Unfall verursacht werden. Experten gehen davon aus, dass rund zehn Prozent der Radfahrunfälle durch Geisterradeln provoziert werden. Damit zählt Geisterradeln zu den Hauptunfallursachen im Radverkehr. Die Zahlen aus dem Unfallbericht der Polizei bestätigen die Tendenz: Von den insgesamt 10 Radunfällen im Stadtgebiet im Jahr 2019 wurden 8 durch Radfahrer selbst verursacht.

Problem-Route Rothenburger Straße

Eine der sensibelsten Radrouten im Landkreis ist die Rothenburger Straße in Oberasbach und Zirndorf. Schwerpunktmäßig entlang dieser Strecke war für die Stadt Oberasbach der stellvertretende Vorsitzende des ADFC Kreisverbands, Herr Florian Schmitz, aktiv und hat an die 30 Markierungen gesprüht. Erfreulich war seiner Meinung nach die unmittelbare Resonanz seitens der Radfahrer, die auf der falschen Seite unterwegs waren.

Durch Aktionen wie diese könne eine Sensibilisierung der Radfahrer erreicht werden und das Bewusstsein wachsen für die Gefahr, in die Geisterradler sich und andere Verkehrsteilnehmer bringen.

Das Motiv der Schablone "Geisterradler. Bitte Seite wechseln"
Foto: (c) Florian Schmitz
Landrat Matthias Dießl gibt als erster Sprayer den Startschuss für die neue Kampagne.
Foto: (c) Roland Beck Landrat Matthias Dießl gibt als erster Sprayer den Startschuss für die neue Kampagne.
Bushaltestelle Altenberg West: Hier gefährden Geisterradler auch die querenden Fußgänger.
Foto: (c) Florian Schmitz Bushaltestelle Altenberg West: Hier gefährden Geisterradler auch die querenden Fußgänger.
Sensibler Punkt im Radverkehr Oberasbachs: die Rothenburger Straße Richtung Nürnberg
Foto: (c) Florian Schmitz Sensibler Punkt im Radverkehr Oberasbachs: die Rothenburger Straße Richtung Nürnberg
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