„Wir erleben das Unvorstellbare: Krieg in Europa“

    Der Volkstrauertag ist der Gedenktag für die Opfer von Krieg, Flucht, Verfolgung und Gewaltherrschaft. In diesem Jahr wird uns das besonders vor Augen geführt.

    Vielleicht ist das auch der Grund gewesen, weshalb Menschen aus Oberasbach in diesem Jahr so zahlreich an den Gedenkveranstaltungen teilgenommen haben. Ebenso zahlreich waren Mitglieder des Stadtrates und die Abordnungen von BRK-Bereitschaft, Feuerwehr Altenberg, Schützenverein Oberasbach, KG Blau-Rot und Bundeswehr auf dem Friedhof Unterasbach sowie der Feuerwehr Oberasbach am Ehrenmal in St. Lorenz vertreten.

    Den würdigen Rahmen dieser Veranstaltungen gestalteten musikalisch wieder der Posaunenchor Oberasbach unter der Leitung von Christian Barthel und eine Abordnung der Blaskapelle Oberasbach sowie der Männerchor Anwanden-Oberasbach unter der Leitung von Herbert Kuch.

    Die Erste Bürgermeisterin Birgit Huber freute sich in Ihrer Begrüßung auf dem Unterasbacher Friedhof über die große Resonanz auf die Einladung zu den Gedenkveranstaltungen und betonte in ihrer Ansprache, dass wir uns heute in einer Lage befinden, die wir vor 12 Monaten noch für unvorstellbar hielten: Krieg mitten in Europa.

    Die Opfer von Krieg, Flucht, Verfolgung und Gewaltherrschaft erleben wir heute wieder unmittelbar in den täglichen Nachrichten und auch bei uns in Oberasbach. „Doch sind aufgrund all dieser Entwicklungen unser Wertekanon und unsere Lebensweise gescheitert?“, fragte Erste Bürgermeisterin Birgit Huber, um gleich die die entschiedene Antwort zu geben, „Nein, ganz im Gegenteil.“ Dieser Krieg hat auch eine überwältigende Welle von Solidarität und Unterstützung in Oberasbach hervorgebracht, für die sie allen dankte, die sich daran aktiv auf vielfältige Weise beteiligt haben.

    Neben den vielen Vereinen, Organisationen und Einrichtungen würdigte Birgit Huber auch besonders den Einsatz der Bundeswehr, deren Soldatinnen und Soldaten seit mehr als 60 Jahren Leib und Leben riskieren, um für unsere Sicherheit einzustehen. Gleichzeitig verlieh sie ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sich dieser Krieg nicht zu einem Flächenbrand entwickelt und Russland und die Ukraine nach diesem Krieg einen Prozess der Verständigung und Aussöhnung aufnehmen können, wie er den Völkern Europas nach dem Zweiten Weltkrieg in einzigartiger Weise gelungen ist.

    In seinem geistlichen Impuls drückte Pfarrer Thomas Meister von St. Stephanus ebenfalls seine Hoffnung auf Frieden aus. Diese stand unter dem Bibelzitat „Schwerter zu Pflugscharen“, das insbesondere in den 1980er Jahren zum Motto der internationalen Friedensbewegung wurde und den Wunsch zur Beendigung des Wettrüstens ausdrückte. Es könnte nicht aktueller sein.

    Das traditionelle Totengedenken, dass von Bundespräsident Theodor Heuss eingeführt seit 1952 zentraler Bestandteil des Volkstrauertages ist, sprach auf dem Friedhof in diesem Jahr Frau Margit Fischer vom vdk-Ortsverband Oberasbach.

    Unter einem Trommelwirbel legten Erste Bürgermeisterin Birgit Huber und Zweiter Bürgermeister Norbert Schikora sowie die vdk-Vorsitzender Stefan Ehrhardt und Sandra Müller-Ehrhardt die Kränze zu Ehren der Opfer am Mahnmal am Friedhof Unterasbach nieder.

    Nach dem Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“, vorgetragen vom Posaunenchor Oberasbach bedankte sich Birgit Huber abschließend bei allen Gästen und wies noch einmal auf die Bedeutung des Volkstrauertages hin. Insbesondere auch persönlich an Herrn Heinrich Honal gerichtet, der selbst noch die Schrecken des Zweiten Weltkrieges als Soldat miterleben musste, versprach sie, dass die Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag auch zukünftig fester Bestandteil unserer wichtigen Erinnerungskultur in Oberasbach bleiben werden.

    Vier Menschen in gedenkender Haltung bei der Kranzniederlegung
    Eine Frau am Rednerpult auf der Rasenfläche vor dem Mahnmal
    Der Posaunenchor spielt
    Eine Frau liest am Rednerpult auf der Rasenfläche am Mahnmal
    Zwei Bundeswehrsoldaten und ein französischer Soldat bilden die Fahnenabordnung
    Ein Mann am Rednerpult auf der Rasenfläche vor dem Mahnmal
    Aufstellung der Gruppen um die Rasernfläche am Mahnmal
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