Erlebnisweg Wallensteins Lager

Albrecht von Wallenstein (1583-1634) auf einem Porträt von Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld (Heeresgeschichtliches Museum Wien)
Quelle: Stadt Stein Albrecht von Wallenstein (1583-1634) auf einem Porträt von Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld (Heeresgeschichtliches Museum Wien)

1632 breitete sich im Bereich der heutigen Städte Oberasbach, Zirndorf und Stein das größte Heerlager der Weltgeschichte aus.

Die Armeen der Katholischen Liga unter Wallenstein und der Protestantischen Union unter dem Schwedenkönig Gustav Adolf lagerten in dieser Gegend und lebten von dieser Gegend. Die Konsequenzen für die Bevölkerung waren verheerend.

Was sich damals hier wirklich abspielte, möchten die drei Städte in einem gemeinsamen Projekt erlebbar machen: Der Erlebnis-Wanderweg zu Wallensteins Lager, 16 Kilometer lang und in drei Themengebiete durch die einzelnen Städte aufbereitet. Ein lebendiges Stück Geschichte entsteht, analog und digital visualisiert, aber auch in der Landschaft real und zum Anfassen. Das Konzept geht zurück auf die Vision des Fördervereins "Regionalpark Pegnitz-Rednitz-Regnitz".

Quelle: Stadt Stein Aus einer zeitgenössischen Karte, dem sogenannten Trexel-Plan, gehen das Ausmaß des Lagers und umfangreiche Details hervor.

Konzeptgeber und Landschaftsarchitekt Prof. Gerd Aufmkolk stellte gemeinsam mit Steins Erstem Bürgermeister Kurt Krömer die Verbindung zu den Bürgermeistern der beiden Nachbarkommunen her. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der drei Kommunen im November 2019 im Steiner Kulturhaus hob Krömer die Notwendigkeit des künftigen Erlebnisweges hervor: "Stein stellt den südlichen Teil des Lagers dar. Wir haben die Projektleitung für dieses Gebiet gerne übernommen, um das große Vorhaben Erlebnisweg Wallensteins Lager mit voran und sprichwörtlich auf den Weg zu bringen", so Krömer. "Es ist eine Aufarbeitung dieser schrecklichen Tage zur Zeit des 30-jährigen Krieges auf eine zeitgemäße Art", ergänzte Oberasbachs Erste Bürgermeisterin Birgit Huber. Und Landrat Matthias Dießl sieht in dem Erlebnisweg eine große Chance: "Der 30-jährige Krieg hat auf dem heutigen Gebiet des Landkreises tiefe Wunden hinterlassen, die mit dem Projekt aufgearbeitet werden."

Wallensteins Lager als Diorama
Foto: (c) Stadt Oberasbach

Am Kulturhaus in Stein ist der südliche Einstieg in den Erlebnisweg. Geplant ist hier eine Informationsstele zum Thema Kleidung und Ausrüstung. So erläuterte Katrin Weber, Leiterin der Trachtenforschungs- und -beratungsstelle, anhand einer lebensgroßen Pappfigur die Besonderheiten der Kleidung. An 26 weiteren Stellen soll die Dimension des Lagers deutlich werden. Mit dem Ziel einen historischen Bezug herzustellen. So zum Beispiel in Oberasbach. Denn wo heute das Rathaus steht, war einst der Munitionsplatz. Und an der Alten Veste in Zirndorf standen sich die Truppen von Wallenstein und Gustav Adolf in einer Schlacht gegenüber. Bei einem so großen Projekt waren im Vorfeld viele Gespräche nötig. "Wir hatten gemeinsame Stadtratssitzungen, die für sich schon bemerkenswert waren und überdies die letzten Zweifler überzeugt hat", bemerkte Zirndorfs Erster Bürgermeister Thomas Zwingel.

Foto: (c) Stadt Stein V.l.n.r.: Andreas Schettler (Fränkischer Albverein e.V.), Prof. Gerd Aufmkolk, Dr. Siegfried Balleis (Alt-Oberbürgermeister Stadt Erlangen), Matthias Dießl, Thomas Zwingel, Ekkehard Eisenhut (LEADER-Koordinator Landkreis Fürth), Kurt Krömer, Birgit Huber

Aktuell gilt es, die Ausschreibung für ein Umsetzungsbüro voranzubringen. Die ersten der insgesamt 27 Stationen sollen im Sommer bis Herbst 2020 entstehen, so der Plan. Finanziell unterstützt LEADER den Erlebnisweg mit 200.000 Euro, der höchstmöglichen Bezuschussung. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 525.000 Euro, welche sich die beteiligten Städte aufteilen. Damit ist der Erlebnisweg auch ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit der Kommunen.