Zukunft gestaltet, Heimat bewahrt – Zum Amtszeitende von Birgit Huber

Am heutigen 30. April 2026 endet eine Ära im Oberasbacher Rathaus: Bürgermeisterin Birgit Huber verabschiedet sich nach 18 Jahren an der Spitze der Stadt. 2008 trat die damals gerade 40-Jährige als erste Frau in diesem Amt ihre Aufgabe an – mit dem Ziel, „Zukunft zu gestalten und Heimat zu bewahren“. Dieses Leitmotiv hat die beliebte Kommunalpolitikerin in all den Jahren mit viel Herzblut und großem Einsatz mit Leben gefüllt. Mit Innovationsfreude, großer Menschlichkeit und Bodenständigkeit hat Birgit Huber Oberasbach für immer geprägt.
„Ich will eine Bürgermeisterin für alle sein.“ Die gelernte Industriekauffrau und studierte Diplom-Kauffrau, die erst mit ihrer Kandidatur der CSU beitrat, stand stets für sachorientierte, transparente und bürgernahe Politik – oft auf Basis von Bürgerbeteiligungen. Ihr Markenzeichen: eine offene Tür, ein offenes Ohr – und der Wille, pragmatische Lösungen zu finden, statt Probleme zu verwalten.
Schon früh stellte sie die Weichen für eine strategische, zukunftsfähige Entwicklung der Stadt. Das Stadtentwicklungskonzept von 2011 war Grundlage vieler erfolgreicher Projekte: von der Renaturierung des Asbachgrunds, der Erweiterung der Oberasbacher Sportangebote, bis hin zur Weiterentwicklung des Rathausumfelds mit dem Grün für alle und dem Ende 2018 eingeweihten Multifunktionsplatz mit Tiefgarage. Das nach zwei Jahren Arbeit im Februar 2023 vorgestellte neue Stadtentwicklungskonzept formuliert vier Ziele bis 2035: „Klimaneutrale Mobilität“, „Grüne Modellstadt“, „Attraktives generationenübergreifendes Wohnen“ und „Vielfalt in den Stadtteilen“. Umweltschutz, der Ausbau des Radwegenetzes und die Förderung nachhaltiger Mobilität sind wichtige Themen für die passionierte Radfahrerin Birgt Huber. Sie freut sich daher über den Anfang 2025 verliehen Titel „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ besonders. Dass Oberasbach seit 2017 immer wieder als Fairtrade-Stadt rezertifiziert wird, hat ebenfalls ihre volle Unterstützung.
Familienfreundlichkeit, soziales Engagement und Bildung waren der alleinerziehenden Mutter, deren Kinder bei Amtsantritt 13 und 10 Jahre alt waren, besondere Anliegen. Unter ihrer Leitung wurden Kinderbetreuung und Hortplätze ausgebaut, neue Spiel- und Bewegungsräume geschaffen – Ende 2024 etwa der beliebte Pumptrack. Zudem wurde unter ihrer Ägide das vhs-Angebot deutlich ausgeweitet. Auch die Förderung von Ehrenamt, Vereinen und Breitensport lag ihr sehr am Herzen. Zahlreiche Initiativen zur Würdigung des Ehrenamts und ein reger Austausch mit den Vereinen – in vielen wurde sie selbst Mitglied – zeugen davon.
Ein weiterer Schwerpunkt ihres Wirkens war die Alltagshilfe für ältere Mitmenschen und die Schaffung sozial gerechter und lebendiger Quartiere. Mit dem Aufbau des Quartiersmanagements, dem Engagement für eine Demenzfreundliche Kommune und der Förderung generationsübergreifender Begegnungsorte wie dem B.I.T. und dem Treffpunkt Alte Post setzte Birgit Huber Maßstäbe für eine mitfühlende, solidarische Stadtgesellschaft.
Die überzeugte Europäerin brachte sich auch im Oberasbacher Kulturverein stark ein bei der Pflege der Städtepartnerschaften mit Niederwürschnitz, Riolo Terme, Oława und einer Region im Limousin. Mit ihrer Herzlichkeit, ihrer Bescheidenheit und ihrem Humor entstanden bei den internationalen Begegnungen über die Jahre viele Freundschaften.
Zudem trieb sie gleich in ihrer ersten Amtsperiode die Digitalisierung der Verwaltung voran: Dazu gehörten eine neue Homepage, die Einführung des digitalen Sitzungsmanagementsystems, moderne Kommunikationswege und ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Das Logo „Oberasbach verbindet“ ist ein Ergebnis der frühen Huber-Amtsjahre. Über die Stadtgrenzen hinaus engagierte sie sich in der Kommunalen Allianz Biberttal-Dillenberg und bis Ende 2025 im Kreistag. Weitere interkommunale Projekte waren z.B. der Erlebnisweg Wallensteins Lager und die Gründung der RangauWerke. Den Blick über den Tellerrand eröffnete ihr regelmäßig ihre Funktion in der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.
Die dritte und letzte Amtszeit von Birgit Huber war überschattet von der Pandemie und v.a. von der Finanzkrise der Stadt – der schmerzhafte Prozess der Haushaltskonsolidierung bestimmte die letzten 1,5 Jahre. In diese Zeit fallen das Jubiläum „30 Jahre Stadt Oberasbach“ und die Eröffnung der neuen Asbachhalle.
Für die Privatperson Birgit Huber begann nach ihrer Hochzeit mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Ewald Trost im Juli 2025 ein neuer Lebensabschnitt. Mit ihm teilt sie u.a. die Liebe zur Natur, zur Literatur und zum Camping – und zu einem neuen Familienmitglied, dem Bulldogwelpen Dobby. Die enge Verbundenheit zu Oberasbach wird bleiben: Sie will sich zwar ganz aus der Politik zurückziehen, aber sich künftig weiter ehrenamtlich engagieren, etwa im neuen Förderverein für das Quartiersmanagement, bei der Bürgerstiftung oder der Sanierung von St. Lorenz.
Mit Empathie und Tatkraft hat Birgit Huber das Gesicht Oberasbachs über fast zwei Jahrzehnte geprägt. Sie hat Zukunft gestaltet, und zugleich die liebenswerten Besonderheiten unserer Stadt bewahrt – dazu gehören nicht zuletzt die Bemühungen, den dörflichen Charakter des Ortskerns von Alt-Oberasbach zu erhalten. Für all das gebührt ihr großer Dank und Anerkennung.
Wir danken Birgit Huber herzlich für die letzten 18 Jahre und wünschen ihr für ihre persönliche Zukunft alles Gute!
Den persönlichen Abschiedsgruß von Birgit Huber lesen Sie hier. Ein Video von ihrer “Feierabend-Radtour” am 24. April 2026 mit über 50 Teilnehmenden können Sie hier auf Fürth aktuell abrufen.