Versteckte Ecken

Die Altenberger Hügelturmburg

An der Stelle, wo sich bis zum Jahr 1279 die Turmhügelburg des Reichsministrialen Eberhard von Hertingsberg befand, steht heute ein Sandsteindenkmal.

Leider befindet sich dieser Erinnerungsstein inzwischen auf einem Privatgrundstück und ist daher nicht frei zugänglich. Ein Modell der Turmhügelburg steht heute in der Altenberger Grundschule und unter der Rubrik "Geschichte" finden Sie nähere Informationen zu diesem nicht mehr vorhandenen Gebäude. Vielleicht gehört es gerade deshalb zu den kleinen Schätzen unserer "versteckten Ecken", weil heute selbst der letzte Erinnerungsstein unzugänglich ist.

Das Sühnekreuz in der Linder Siedlung

Sühnekreuz in der Linder Siedlung

In der Linder Siedlung steht ein Sandsteinkreuz an der Ecke Oberasbacher Straße/Hochstraße. Welche Bedeutung hat es und welche Geschichte verbirgt sich dahinter?

Der ehemalige Kreisheimatpfleger Prof. Helmut Mahr hat das in seinem Buch "Oberasbach – Tausend Jahre und mehr" wie folgt beschrieben: "Im Jahr 1475 starb eine Bauersfrau auf dem Weg zum Markt nach Nürnberg an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Ihr Wagen wurde von einem durchgegangenen Pferd gerammt, sie stürzte und starb drei Wochen später.

Die Kinder der getöteten Frau verlangten vom Eigentümer des Pferdes, zur Buße ein Kreuz zu errichten, an dem Vorbeigehende für das Seelenheil der Toten beten sollten, um deren Aufenthalt im Fegefeuer zu verkürzen. Des Weiteren verlangten sie von ihm Wallfahrten nach Rom, Aachen und Santiago de Compostela, und Schadenersatz für die beim Unfall verschüttete Milch und den Rahm. Alternativ hätte der Beklagte den Klägern auch das unfallverursachende Pferd überlassen können.

Das war offensichtlich zu wertvoll, denn stattdessen wurde das Sühnekreuz errichtet. Ob der Beklagte die Wallfahrten durchgeführt hat (oder gegen Bezahlung hat durchführen lassen) ist nicht überliefert."

Steinbrüchlein

Oberasbacher Steinbrüchlein

Das Steinbrüchlein unterhalb der Bahn in Oberasbach ist ein wahres romantisches Kleinod.

Wann hier die letzten Steine gebrochen wurden, ist nicht mehr mit Bestimmtheit zu sagen. Es soll sogar während des Zweiten Weltkrieges hier einen kleinen Luftschutzbunker gegeben haben. Der kleine Steinbruch hat sicher eine bewegte Geschichte hinter sich.

Heute wird dieser Steinbruch im Mai regelmäßig von der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes zu den Marienandachten genutzt. Eine Vielzahl aufgestellter Kerzen taucht den grünen Steinbruch in warmes Licht, während die Mariengesänge der Gläubigen von den Felswänden widerhallen. Wer sich darauf einlässt, wird von der Atmosphäre ergriffen.

Aber auch der Heimatverein hat diesen verwunschenen Platz schon für sich entdeckt und hat das Wirtshaussingen vom Gasthof Kettler im Sommer 2019 erstmals in den Steinbruch verlegt. In geselliger Runde wurden fränkische Volkslieder intoniert. Dazu gab es Bier und leckere Schmalzbrote. Alle Beteiligten waren sich einig, dass dieser schöne Fleck in Oberasbach auf jeden Fall zum Besuch einlädt.

Erlebnisweg zu Wallensteins Lager

Diorama von Wallensteins Lager
Foto: (c) Stadt Oberasbach

1632 breitete sich im Bereich der heutigen Städte Oberasbach, Zirndorf und Stein das größte Heerlager der Weltgeschichte aus.

Die Armeen der Katholischen Liga unter Wallenstein und der Protestantischen Union unter dem Schwedenkönig Gustav Adolf lagerten in dieser Gegend und lebten von dieser Gegend. Die Konsequenzen für die Bevölkerung waren verheerend.

Was sich damals hier wirklich abspielte, möchten die drei Städte in einem gemeinsamen Projekt erlebbar machen: der Erlebnis-Wanderweg zu Wallensteins Lager, 16 Kilometer lang und in drei Themengebiete durch die einzelnen Städte aufbereitet. Ein lebendiges Stück Geschichte entsteht, analog und digital visualisiert, aber auch in der Landschaft real und zum Anfassen. Auch wenn die Fertigstellung noch nicht erfolgt ist, können Sie sich bereits auf diesen Weg freuen.