Oberasbach gestaltet die Wärmewende aktiv mit
Die Stadt Oberasbach hat im Juni 2026 mit der kommunalen Wärmeplanung begonnen. Ziel des Projekts ist es, aufzuzeigen, wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 erreicht werden kann. Den offiziellen Auftakt bildete ein gemeinsamer Projektstart mit Vertretern der Stadtverwaltung und dem beauftragten Ingenieurbüro prosio engineering GmbH aus Lauf an der Pegnitz.
Hintergrund der Wärmeplanung ist das seit dem 1. Januar 2024 geltende Wärmeplanungsgesetz (WPG), das eine flächendeckende und strategisch ausgerichtete Wärmeplanung in ganz Deutschland vorschreibt. Es soll Kommunen dabei helfen, tragfähige Konzepte zu entwickeln, um ihre Wärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärmequellen umzustellen. Dabei profitieren nicht nur die Städte und Gemeinden selbst, sondern auch Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Energieversorger von einer höheren Planungssicherheit. Zentrales Ziel ist es, einen sozial ausgewogenen, wirtschaftlich tragbaren und zukunftsfähigen Weg der Wärmewende zu definieren.
In Zusammenarbeit mit der prosio engineering GmbH wird in den kommenden Monaten ein individuelles Konzept für eine nachhaltige, klimafreundliche und wirtschaftlich tragfähige Wärmeversorgung erarbeitet. Den Auftakt bildete eine gemeinsame Veranstaltung mit Vertretern des Projektbüros, dem Ersten Bürgermeister Thomas Diebenbusch, der Klimaschutzbeauftragten Sina Mixdorf und dem Leiter des Tiefbauamts Marco Wolfstädter. Zusammenfassend betont Bürgermeister Diebenbusch: „Mit der kommunalen Wärmeplanung gehen wir einen wichtigen Schritt, um die Wärmeversorgung in Oberasbach langfristig klimafreundlich und zukunftssicher zu gestalten.“ Sina Mixdorf ergänzt: „Für Bürgerinnen und Bürger schafft die kommunale Wärmeplanung mehr Transparenz über die langfristigen Möglichkeiten der Wärmeversorgung in Oberasbach. Für Eigentümerinnen und Eigentümer, Energieversorger und andere lokale Akteure liefert das finale Konzept wichtige Informationen für Investitionsentscheidungen zu zukunftsfähigen Heiztechnologien.“
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Beteiligung aller relevanten Gruppen: Bürgerinnen und Bürger, Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft sowie Institutionen und Behörden sollen aktiv eingebunden werden. Bürgermeister Diebenbusch verpflichtet die an der Planung beteiligten Parteien zum Austausch: „Wir möchten einen offenen Dialog führen und die Öffentlichkeit frühzeitig einbinden. Über Informationsveranstaltungen und weitere Beteiligungsformate wird die Stadt Oberasbach rechtzeitig informieren.“
Vier Schritte zur kommunalen Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung gliedert sich in vier strukturierte Schritte. Ziel ist ein alltagstaugliches Konzept, das sich konkret auf die örtlichen Gegebenheiten stützt:
- Bestandsanalyse: Zunächst wird die aktuelle Wärmeversorgung detailliert untersucht. Dazu zählen Gebäudestrukturen, Heizsysteme und vorhandene Energieinfrastrukturen. Wichtige Fragen sind beispielsweise: Wo besteht ein hoher Wärmebedarf? Wie erfolgt aktuell die Versorgung? Welche Infrastruktur ist bereits vorhanden?
- Potenzialanalyse: Aufbauend darauf zeigt eine Potenzialanalyse, welche erneuerbaren Energiequellen lokal verfügbar sind und künftig genutzt werden könnten.
- Szenarienentwicklung: Auf Basis dieser Erkenntnisse werden gemeinsam mit dem Projektteam und lokalen Akteuren verschiedene Versorgungsmodelle entwickelt und bewertet. Dabei geht es u. a. um die Frage, wo Nahwärmenetze sinnvoll sind und wo dezentrale Lösungen vorzuziehen sind.
- Umsetzungskonzept: Im letzten Schritt wird ein konkreter Fahrplan mit Maßnahmen, Zuständigkeiten und Verstetigungsstrategien erstellt. Dieser bildet die Grundlage für die spätere Realisierung und langfristige Sicherung der Planungsziele.
Ergebnis der kommunalen Wärmeplanung
Sämtliche Zwischenergebnisse und das finale Konzept werden in einem Bericht dokumentiert, der der Stadt zur Entscheidung vorgelegt wird. Der Bericht und wesentliche Zwischenergebnisse werden auch öffentlich zugänglich gemacht, um Rückmeldungen lokaler Akteure einzuarbeiten. Neben übergeordneten Maßnahmen enthält der Abschlussbericht auch kompakte Steckbriefe zu einzelnen Ortsteilen.
Die Fertigstellung der kommunalen Wärmeplanung ist für Mitte 2027 geplant und liegt damit deutlich vor der gesetzlichen Frist im Juni 2028. Der fertige Wärmeplan wird zunächst ausgelegt, dann dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt und schließlich umfassend öffentlich zugänglich gemacht – inklusive einer Online-Veröffentlichung.
Zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass mit der Veröffentlichung eines Wärmeplans keine rechtliche Verbindlichkeit einhergeht, sondern diese zunächst als Orientierungsgrundlage dient.
Finanzierung
Die Finanzierung der kommunalen Wärmeplanung erfolgt in Bayern über gesetzlich geregelte Kostenerstattungen im Rahmen von Konnexitätszahlungen des Freistaats. Die Kommune erhält dabei in Abhängigkeit von ihrer Einwohnerzahl eine pauschale Kostenerstattung, die die Ausgaben für die Kommunale Wärmeplanung in Oberasbach zu 100% decken. Weitere Informationen und die konkreten Beiträge sind auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie einsehbar (https://www.stmwi.bayern.de/energie/energiewende/kommunale-waermeplanung-in-bayern/).
Wir halten Sie natürlich weiter auf dem Laufenden.
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung.