„Steuern können spannend sein“

Steuern sind für die meisten von uns wohl eher lästige Pflicht als Lebensinhalt. Doch es gibt Menschen, die sich gern damit auseinandersetzen. Zum Beispiel Heiko Bendel, 50, der seit Januar das Team der Kämmerei verstärkt.
Willkommen Herr Bendel, was fasziniert Sie an dem Thema Steuern?
Steuern können spannend sein, weil man dabei in Kontakt mit den Gesetzestexten kommt, die unser tägliches Leben betreffen, die wir oft aber gar nicht wahrnehmen. Zum Beispiel regelt das Bürgerliche Gesetzbuch die Grundlagen unseres Zusammenlebens und spielt so auch in Steuerfragen hinein. Zur Zeit sind die Regelungen für meine Arbeit allerdings eher in der Abgabenordnung und in verschiedenen Satzungen zu finden.
Welche Aufgaben haben Sie in der Kämmerei in Oberasbach übernommen?
Ich bin zuständig für die Bescheide über Hundesteuer, Gewerbesteuer und auch die momentan viel diskutierte Grundsteuer. Wenn ein Antrag auf Aussetzung der Vollziehung eingeht, betrifft das ebenfalls mein Arbeitsgebiet. Außerdem bin ich zuständig für die kommunalen Versicherungen, also die Regulierung von Schäden, die durch die Stadt verursacht werden könnten. Wenn zum Beispiel ein Bauhoffahrzeug ein parkendes Auto streifen sollte. Oder ganz aktuell, wenn durch den Aushub eines neuen Grabs auf dem Friedhof die Platte auf dem Nachbargrab einsinkt.
Steuerbescheide lösen ja nicht immer Freude aus. Haben Sie schon wütende Anrufe erhalten?
Bis jetzt waren alle sehr nett. (lacht)
Wo haben Sie gearbeitet bevor Sie in Oberasbach angefangen haben?
Ich war 31 Jahre in einer Steuerkanzlei in Nürnberg tätig. Dort habe ich Privatkunden in Sachen Einkommens- und Gewerbesteuer sowie Umsatz- und Körperschaftssteuer betreut.
Warum haben Sie sich in Oberasbach beworben?
Nach so langer Zeit bei meinem Arbeitgeber hatte ich Lust, etwas Neues zu tun. Eine Kollegin von mir war schon früher in eine Kämmerei gewechselt, und so habe ich mich auf den Stellenportalen der Kommunen umgesehen. In der Kanzlei habe ich bereits mit Datev-Programmen gearbeitet, aber hier lerne ich neue Programme kennen. Das ist schön, denn Stillstand bedeutet Rückschritt.
Sie leben in Wendelstein. Haben Sie auch eine persönliche Beziehung zu Oberasbach?
Tatsächlich war ich in meiner Jugend öfter hier. Ich bin zwar in Nürnberg zur Schule gegangen, aber ein Schulkamerad ist in die Bayreuther Straße gezogen, und den habe ich öfter besucht.