Buslinie 113 bekommt Vorrang
Bei einem Termin Anfang Juni konnte sich Oberasbachs Bürgermeister Thomas Diebenbusch gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen ein Bild von der neuesten Entwicklung in Sachen Stärkung und Nachhaltigkeit des ÖPNV machen. Im Rahmen eines Landkreis-Projektes wurden 12 Ampeln entlang der Staatsstraße 2245 - im Bereich der Stadt mit der Rothenburger Straße identisch - mit einer digitalen Priorisierung für Busse ausgestattet. Die Busse der Linie 113 werden dadurch künftig bei der Schaltung bevorzugt und erreichen ihre Ziele so zuverlässiger als bisher. Nun konnten sich Landrat und Bürgermeister bei einer Probefahrt selbst von den Vorteilen überzeugen.
„Das ist ein großer Vorzug für die Anbindung aller Kommunen entlang der Strecke und wird allen Nutzerinnen und Nutzern des ÖPNV mehr Sicherheit geben, dass sie ihren Anschluss erreichen“, zeigte sich Diebenbusch begeistert. Zudem scherzte er, er habe etwas für sein persönliches Verkehrsverhalten gelernt: „Wenn ich schnell vorankommen will, fahre ich demnächst immer hinter diesen Bussen her. Da habe ich eine grüne Welle.“
Landrat Bernd Obst erläuterte, warum der Landkreis bei diesem Pilotprojekt mitgearbeitet hat: „Das Projekt ist ein klares Bekenntnis zum öffentlichen Nahverkehr. Ein attraktiver Nahverkehr braucht verlässliche Fahrzeiten. Mit der digitalen Busbeschleunigung schaffen wir die Voraussetzungen, damit Busse auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen im Landkreis künftig pünktlich unterwegs sein können.“
Im Bus befindet sich ein digitales Gegenstück mit dem das Gefährt seinen Standort sowohl der Ampel mitteilt als auch an einen zentralen Verkehrsrechner meldet. Nähert sich der Bus einer Ampel, so wird die Ampelschaltung entsprechend angepasst. Dadurch lassen sich unnötige Wartezeiten reduzieren und der Verkehrsfluss verbessern. Darüber hinaus bedeuten weniger Brems- und Anfahrvorgänge auch eine Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen. Der Privatverkehr wird dennoch nur wenig eingeschränkt, denn ohne Bus fließt der Verkehr wie bisher, und auch die Vorzugsbehandlung tritt selbst in Stoßzeiten nur alle 30 Minuten auf.
An der Umsetzung des Projektes waren neben dem Landkreis das Staatliche Bauamt Nürnberg, die Firma Yunex Traffic, das Verkehrsunternehmen Schmetterling und weiteren Partnern beteiligt. Die Technik wird bereits in anderen europäischen Ländern genutzt.
Die Rothenburger Straße zählt zu den am stärksten frequentierten Verkehrsverbindungen im Landkreis Fürth. Neben dem hohen Individualverkehr spielt sie eine zentrale Rolle für den Busverkehr zwischen Nürnberg, Oberasbach, Zirndorf und den westlichen Landkreisgemeinden. Vor dem Hintergrund des Ausbaus des U-Bahnhofs Gebersdorf und der damit verbundenen Verbesserungen im ÖPNV gewinnt eine zuverlässige Anbindung durch Buslinien an Bedeutung.
Für den begeisterten Bürgermeister Diebenbusch ist dies nur ein Baustein in der Mobilitätsstrategie. „Stadtverwaltung und Stadtrat haben dem Kreis gemeinsam Vorschläge unterbreitet, die nach Möglichkeit bei der Neuausschreibung der Linienbündel 110 und 150 berücksichtigt werden sollen“, erläutert er. „Unter anderem wünschen wir uns eine bessere Anbindung an die S-Bahn an Sonntagen und eine Linienführung, mit der man in maximal einer Stunde den Zubringer zum U-Bahn-Anschluss in Fürth Süd erreicht.“


