Ein Urgestein verabschiedet sich
Bauamt Oberasbach und Peter Kleinlein – zwei Dinge, die untrennbar zusammen zu gehören scheinen. Doch mit dem vorgestrigen Tag, dem 12. Mai 2020, geht eine Ära in der Stadtverwaltung zu Ende. Nach 36 Jahren bei der Stadt Oberasbach hatte der Leiter des Bauamts Peter Kleinlein seinen letzten Arbeitstag bevor er zum 1. August in den Ruhestand tritt.
Er hat die Entwicklungen dieser Zeit unmittelbar miterlebt und begleitet. 1984 übernahm er die Leitung des Sachgebietes Tiefbau und hat seither alle Infrastrukturmaßnahmen mitgestaltet. Mit Fug und Recht kann man sagen, dass unsere heutige Infrastruktur auch sein Lebenswerk ist.
Seit 2003 ist er Abteilungsleiter des städtischen Bauamtes und blieb gleichzeitig weiterhin auch Sachgebietsleiter Tiefbau. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle auch die Verleihung des Meisterpreises der Bayerischen Staatsregierung zur Anerkennung der besonderen Leistungen im Rahmen der Fortbildung zum Technischen Betriebswirt IHK 2002.
2011 wurde seine Position in Stadtbaumeister umbenannt. Ein Titel, den Peter Kleinlein übrigens nie gemocht hat. Für ihn war die Bezeichnung Leiter des Bauamts viel zutreffender.
Nicht nur darin drückt sich seine Bodenständigkeit aus. Aufgewachsen mit dem bäuerlichen Familienbetrieb in Rehdorf ist er hier bis heute wohnhaft. Daraus ergibt sich auch ein Aspekt, weshalb sein Ruhestand eine große Lücke reißen wird. Niemand in der Stadtverwaltung kennt Oberasbach, seine bauliche Entwicklung, seine Eigenheiten und auch seine innerörtlichen „Rivalitäten“ so gut wie er.
Hohes Ansehen in Bevölkerung und Verwaltung
Seine Meinung und sein Rat sind nicht nur im Rathaus und im Stadtrat gefragt, sondern haben auch bei den Bürgern großes Gewicht. Diesen Ruf hat er sich über die lange Zeit erarbeitet, durch äußerste Zuverlässigkeit und hervorragende Kompetenz. Aber vor allem auch durch sein beherztes Auftreten und seine anpackende Art. Trotz großer Belastungen hat er sich dabei seinen Humor immer bewahrt.
Diese stellt er unter anderem alljährlich bei der Weihnachtsfeier der Freiwilligen Feuerwehr Rehdorf in seinem legendären Jahresrückblick unter Beweis. Hier ist er bereits seit 1976 aktives Mitglied und war zwischen 1990 und 2014 sogar ihr Kommandant.
Unsere Erste Bürgermeisterin Birgit Huber erinnert sich an den Beginn ihrer ersten Amtszeit: „Herr Kleinlein war mir vom ersten Tag eine große Hilfe und ich habe viel von ihm gelernt. Damals war ich mir über manche Aufgaben einer Bürgermeisterin gar nicht bewusst, aber ich konnte mich immer auf ihn und seine Unterstützung verlassen. Das war ein gutes Gefühl. Auch wenn wir im Laufe der Jahre durchaus in Sachfragen manchmal unterschiedlicher Ansicht waren, war es immer eine Freude, ihn hier zu wissen. Er war ein verlässlicher Fels in der Brandung und wir werden ihn vermissen.“
An seinem letzten Arbeitstag hat sich Peter Kleinlein nun persönlich von den anwesenden Mitarbeitern verabschiedet und für jeden eine süße Erinnerung bereitgehalten. Auch bei ihm kam etwas Wehmut auf.
Bürgermeisterin vergibt einen letzten Arbeitsauftrag
Birgit Huber gab ihm vor dem Rathaus dann noch einen letzten Arbeitsauftrag, den er durch eine symbolische Fahrt um das Rathaus und den Rathausbrunnen mit Bravour gemeistert hat. Er sollte mit einer Kehrmaschine vom städtischen Bauhof wesentliche Meilensteine seiner Laufbahn in Oberasbach aufsuchen und dort nochmal ordentlich reine machen: Bachstraße mit Hotelprojekt und Unterführung, S-Bahnhaltepunkt Oberasbach, vorbei am Hölzleshoffeld, P+R-Parkplatz Unterasbach über die Bahnhofstraße zum Hans-Reif-Sportzentrum an der Jahnstraße und letztlich bis nach Rehdorf. Zahlreiche Mitarbeiter haben ihn bei der Bewältigung dieser Aufgabe durch ihre Anwesenheit moralisch unterstützt und ihm den Abschied emotional gestaltet.
Nun verabschiedet sich Peter Kleinlein in den wohlverdienten Ruhestand. Ob er da tatsächlich zur Ruhe kommt, darf noch bezweifelt werden. Fünf Enkelkinder warten bereits auf ihn und freuen sich darauf, mit ihrem Opa durch den Wald zu streifen.


