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„Feier' a mol!“: Festakt zum 40-jährigen Jubiläum des Heimatvereins

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Viele ehrenamtliche Helfer ermöglichten am 17. Juni ein rundum gelungenes Fest in der Scheune der Familie Kolb im Altort, die mit der prächtigen Linde einen nahezu idealen Veranstaltungsort bot.

Nach der Begrüßung durch den Heimatverein-Vorsitzenden Simon Rötsch und engagierten Grußworten von Zweitem Bürgermeister Norbert Schikora und Landrat Matthias Dießl begeisterte der Landwirt und Autor Fritz Stiegler mit originellen und humorvollen Überlegungen zum Thema Heimat. Er stellte fest, dass Heimat für jeden etwas anderes sein könne. Natürlich ein Ort, wie im Falle seiner Oma ihr „Gärtla“, das für den Rest der Familie unantastbar gewesen sei. Man habe lieber nach einem Brand der Hofgebäude „drum herum“ gebaut. Oder eine Gewohnheit, wie für seinen Vater, der mitten im Chaos nach dem Brand ein Stück Hof gekehrt hat: „Samstag um halbe Zwa, hob‘ i scho immer den Hof zam’kehrt.“ Auch Sprache ist für Fritz Stiegler Heimat, sein Lieblingswort ist „So!“. Man könne im Fränkischen damit so viel ausdrücken, wie z.B. „Erledigt, überstanden“ oder „Jetzt fange ich aber an!“

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Dr. Daniela Sandner vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege berichtete der langjährige frühere Vorsitzende Manfred Gruber von der Gründung des Vereins im Jahre 1983. Von 1939 bis 1983 ist die Einwohnerzahl von 2851 auf ca. 16.000 angewachsen, vor allem durch Heimatvertriebene. Um eine gemeinschaftsstiftende Identität zu finden, seien in der ersten Zeit vor allem Dinge dokumentiert, aufgeschrieben, und so dem Vergessen entrissen worden. Mit Ulla Drechsler und Gerlinde Erhardt sind zwei der 62 Gründungsmitglieder auch heute noch sehr aktiv. Die frühere DBG-Lehrerin Felicitas Handschuch erzählte sehr lebhaft, dass sie eigentlich mehrere Orte als ihre Heimat ansehe. Ihre Familie habe sich 1950 in Oberasbach in der Linder Siedlung angesiedelt. „Für mich als junges Mädchen war Böhmen meine Heimat – ein Ort, den ich damals nur aus den Erzählungen und Liedern kannte. Noch heute bin ich berührt, wenn ich die ‚Moldau‘ von Smetana höre.“ Für Christian Kleinlein steht das Zugehörigkeitsgefühl im Vordergrund. Der junge Mann ist in der Ausbildung zum Zahntechniker und in der Freiwilligen Feuerwehr und bei den Kärwa-Burschen engagiert. Er ist sich sicher, dass er nach seinem Studium wieder nach Oberasbach zurückkehren möchte. Für ihn ist es wichtig, die Zukunft mitzugestalten, ohne das Bewahrenswerte wegzuwerfen.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion stimmten ihm hier uneingeschränkt zu. Es war von einem Paradox die Rede: Der Begriff Heimat habe eine große Konjunktur und werde häufig erwähnt. Aber beim Engagement dafür gebe es ein „grundsätzliches Loch“. Es bestehe ein generelles Problem, junge Leute dafür zu interessieren. Die wichtige Aufgabe der Heimatvereine werde es sein, Zukunft mitzugestalten, sich zu verjüngen und in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen zu werden.

Nach der sehr intensiven Diskussion konnten die vielen Gäste schließlich in den Feiermodus übergehen. Die Helfer hatten ein breites Angebot von Kuchen und Herzhaftem organisiert, dazu gab es u.a. Bier aus dem Zapfmobil. Die Wohnzimmerkapelln und die Mundartgruppe Kapelle Bomhard sorgten bis in den Abend für beste Stimmung.

Weitere Infos auf www.heimatverein-oberasbach.de.

Die nächste Heimatverein-Veranstaltung ist am 29. Juli "Riech' a mol!".

Foto: Stadt Oberasbach
Foto: Heimatverein Oberasbach
Foto: Heimatverein Oberasbach
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