Geld sparen durch Umweltschutz

Seit Ende November gibt es in Oberasbach ein neues und im Landkreis einzigartiges Angebot: einmal im Monat können Einwohner:innen im Treffpunkt Alte Post eine kostenlose Energieberatung in Anspruch nehmen. Dort steht Schornsteinfegermeister Jens Fischer bereit, um Fragen zu Verbrauch, Umrüstungen und Sparpotenzialen zu beantworten.
Hallo Herr Fischer, wer kann sich von Ihnen beraten lassen?
Jeder, der sparen und dabei die Umwelt schützen möchte. Das bedeutet, alle privaten Haus- oder Wohnungsbesitzer:innen, deren Immobilie in Oberasbach liegt; ebenso wie Mieter:innen, die mehr über ihre Sparmöglichkeiten erfahren wollen. Nur Gewerbetreibende dürfen wir nicht beraten, da es sich um eine Kooperation mit der Verbraucherzentrale Bayern handelt.
Zu welchen Themen werden die häufigsten Fragen gestellt?
Man kann die Themen unter dem Oberbegriff „Sanierung“ zusammenfassen. Das beginnt bei Fragen zur Dämmung von Fenstern, Fassade und Dach und geht bis zu Solarthermie (Wärmeerzeugung mit Sonnenenergie) und Photovoltaik (Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie).
Das größte Interesse besteht momentan natürlich an allen Informationen rund um das Thema Heizen. Viele Bürger:innen sind durch die Berichte über das Gebäudeenergiegesetz verunsichert. Dabei besagt das GEG, das umgangssprachlich Heizungsgesetz genannt wird, nur dass ab diesem Jahr neu eingebaute Heizungen höhere Standards erfüllen müssen. Momentan dürfen auch alte Heizungen repariert werden. Allerdings muss sich der Anteil der erneuerbaren Energien an den Brennstoffen, bei neu eingebauten Heizungen, stufenweise erhöhen. Bis Ende 2029 sollen es mindestens 15 Prozent sein, bis Ende 2035 mindestens 30 Prozent. Ab 2040 sind mindestens 60 Prozent Pflicht und erst ab 2045 müssen die Heizungen zu 100 Prozent mit nachhaltigen Brennstoffen betrieben werden.
Und welche Tipps und Hilfestellungen können Sie konkret geben?
Sinnvoll ist es, zunächst die Isolierung zu prüfen und somit den Heiz- und Energiebedarf zu reduzieren. Viele Häuser in Oberasbach stammen noch aus den 1970er und -80er Jahren. Da kann man durch gute Dämmung viel erreichen. Ob die Heizung getauscht werden muss, wird erst im letzten Schritt entschieden. Vielleicht lässt sich der Bedarf durch andere Maßnahmen so weit reduzieren, dass eine kleinere Anlage ausreicht.
Wie viel Geld lässt sich durch Umbauten und Sanierungen einsparen?
Man kann keinen Betrag X nennen, aber über den Daumen sind es meist 10 bis 15 Prozent der Energiekosten. Wenn mehrere Maßnahmen durchgeführt werden, kann die Summe natürlich höher liegen. Zudem sind Wärmepumpen von Überprüfungspflichten durch den Schornsteinfeger befreit.
Wärmepumpen werden zurzeit ja auch sehr viel diskutiert. Haben Sie dazu einen Tipp, wer über den Umstieg nachdenken sollte?
Prüfen Sie zunächst, ob Ihr Haus wärmepumpentauglich ist. Reduzieren Sie die Vorlauftemperatur auf 45 Grad Celsius. Wenn das Haus dann auch bei Minusgraden noch angenehm warm ist, kann man weitere Schritte unternehmen.
Was ist Ihre Motivation, diese Beratung anzubieten und wie kam es zu dieser Kooperation?
Es handelt sich um eine Kooperation der Stadt und der Verbraucherzentrale. Da ich bei der Verbraucherzentrale als Energieberater gelistet bin und in der Gegend wohne, wurde ich angefragt, ob ich stationäre Beratungen durchführen möchte. Auch in unserem Handwerk wird der Umweltgedanke groß geschrieben, so dass ich 2005 bei der Handwerkskammer die Zusatzqualifikation zum unabhängigen Energieberater gemacht habe. Zusätzlich bin ich gelisteter Energieeffizienz-Experte des Bundes.
Es ist sehr befriedigend, individuell beraten zu können und den Klienten Tipps für die richtige Sanierung geben zu können. Manche geben Feedback und bedanken sich. Einige kommen wieder, um Folgeprojekte zu besprechen.
Wie vereinbart man einen Termin und was sollte man mitbringen?
Anmelden kann man sich über die Verbraucherzentrale. Alle Infos dazu finden sich auf oberasbach.de. Es lohnt sich vorausschauend zu sein. Als ich das letzte Mal nachgeschaut habe, waren die nächsten drei Termine ausgebucht.
Mitbringen muss man zunächst nur die letzten Energieabrechnungen und die Baupläne.
Wir danken für das Gespräch!
Für die kostenlose Energieberatung im Treffpunkt Alte Post sind für den 02.05.2024 aktuell noch drei Termine frei. Für die folgenden Tage sind noch alle Termine frei:
06.06., 09.30 bis 12.30 Uhr
04.07., 16.45 bis 19.45 Uhr
07.11., 16.45 bis 19.45 Uhr
05.12., 16.45 bis 19.45 Uhr
Terminvereinbarung:
Tel. 0800 809 802 400 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz und für Mobilfunkteilnehmer)
Mo bis Do: jeweils 8.00 bis 18.00 Uhr
Fr: 8.00 bis 16.00 Uhr