Hainberg: Freiwillige packen an für Goldwespe und Sandglöckchen
Schillernde Silbergrasfluren, taumelnde Tagfalter, zirpende Heuschrecken – im städtischen Ballungsraum ist die rund 195 Hektar große DBU-Naturerbefläche Hainberg ein Naturjuwel. Damit das so bleibt, kümmert sich die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, als Eigentümerin gemeinsam mit dem Bundesforst um den Erhalt und die Pflege der Lebensräume. Am Samstag, 21. Februar, bekommen sie Unterstützung von engagierten Freiwilligen.
Ab 9 Uhr sind rund 40 im Naturschutz erfahrene Freiwillige im Einsatz. Mit Handsägen, Astscheren, Freischneidern und Hacken setzen sie gezielte Pflegemaßnahmen um. Ziel ist es, den wertvollen Sandmagerrasen wieder stärker zu öffnen und vor weiterer Verbuschung zu schützen. Ohne regelmäßige Mahd, Rückschnitt oder Beweidung würden sich Gehölze wie Kiefer, Birke, Robinie und Ginster ausbreiten und die lichtliebenden Lebensräume nach und nach verdrängen.
Neben dem Zurückschneiden von Jungbäumen werden auch mit Moosen und Altgras verfilzte Bereiche bearbeitet. So sollen die Flächen wieder in frühe Entwicklungsstadien zurückgeführt werden – eine wichtige Voraussetzung für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. Dazu zählen unter anderem das Berg-Sandglöckchen, Ödlandschrecken, bodennistende Wildbienen sowie verschiedene, teils bundesweit bedeutsame Wespenarten wie die größte Goldwespe Deutschlands.
Die DBU-Naturerbefläche Hainberg ist Teil des Nationalen Naturerbes und als Naturschutzgebiet „Hainberg“ ausgewiesen. Mit rund 195 Hektar handelt es sich um die größte zusammenhängende Sandmagerrasenfläche Nordbayerns. Die offenen Sandböden sind historisch aus der jahrhundertelangen militärischen Nutzung hervorgegangen, die bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückreicht. Früher sorgten schwere Fahrzeuge für offene Bodenstellen – heute übernehmen gezielte Pflegemaßnahmen diese Aufgabe.
Von den Arbeiten profitieren nicht nur seltene Tier- und Pflanzenarten. Auch Erholungssuchende aus der Region schätzen den Hainberg als naturnahen Rückzugsort vor den Toren der Städte Fürth, Erlangen und Nürnberg.

