Hob-Preis: 7.500 Euro für Pestalozzi-Grundschule

In wochenlanger Arbeit hat die Oberasbacher Pestalozzi-Grundschule ein barrierefreies, inklusives Bewegungskonzept entwickelt, das einen Parcours im Grün für alle umfasst. Dabei ging es um die Bewerbung um den Hob-Preis der Stiftung Kinderförderung von Playmobil. Der Lohn: 7.500 Euro Preisgeld
In der Ausschreibung, die sich an alle Grund- und Förderschulen in Deutschland richtete und zu kreativem Einfallsreichtum aufrief, stand das Thema „Aktivität und Bewegung“ im Mittelpunkt. Nachdem sich das Kollegium zu einer Teilnahme entschieden hatte und eine zur Schulsituation passende Konzeption entwickelt hat, durften die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen einbringen. Bei „Gemeinsam Schule gestalten“-Treffen (GSG) berieten die Kreutleser Pestalo-Schüler, welche Bewegungsstationen sie sinnvoll finden – sie sollen sich vielfältig bewältigen lassen und ein inklusives Miteinander auch für Menschen mit Beeinträchtigungen erlauben. Die Kinder malten Bilder, bauten Modelle und einigten sich schließlich auf einen Fitnessparcours mit einzelnen Elementen zum Hangeln und Befahren, ein Artistikseil, an dem sich Rollstuhlfahrer mit den Armen entlang ziehen können, eine befahrbare Wipp-Plattform mit Halteseil („Menschenwippe“), ein Bodentrampolin, ein Reck, einen Barren und einen Barfußparcours, bei dem Kinder im Rollstuhl Führungshilfe für die anderen sind. Auch eine Elternbeteiligung über Fragebögen gab es.
„Das Bewegungskonzept geht über den normalen Schulsport hinaus und existiert so bei uns noch nicht. Es entstand auf der Suche nach einer Alternative für unsere ‚Voll in Form-Tage‘, die durch die wachsenden Schülerzahlen nicht mehr wie bisher stattfinden können. Dies wollten weder die Schüler noch die Lehrkräfte einfach so hinnehmen, so dass sie sich sehr motiviert und kreativ am neuen Konzept beteiligt haben“, erläutert Schulleiterin Elke Wilhelm.
Mehr Bewegungsangebote und Gesundheitsförderung möglichst vieler an der frischen Luft: Die Umsetzung des Konzepts würde das Grün für alle allgemein aufwerten. Für die Schüler ergäben sich vielfältige Nutzungsmöglichkeiten im Unterricht und in „bewegten“ Pausen, außerdem entstände ein zukunftswirksames Sportangebot während der anstehenden Umbauphase des Pestalozzi-Schulzentrums, wenn Sporthalle und Pausenhof nicht mehr in gewohnter Weise zur Verfügung stehen werden. Denkbar wären z.B. auch Kooperationstage mit dem Kollegium der benachbarten Mittelschule, hier gibt es die Idee der Patenschaften von Fünftklässlern für die Viertklässler bei gemeinsamen Bewegungsstunden.
„Die Schulgemeinschaft freut sich sehr über die Auszeichnung. Ich danke allen Kindern und Eltern ganz herzlich für ihre tolle Arbeit im Rahmen der Bewerbung! Außerdem unserem Sportteam mit Julia Croner, Rainer Hübsch, Marion Köber, Christina Knauer, Jana Rieger und Sonja Welsch für ihr großes Engagement bei diesem Projekt“, bekräftigt Elke Wilhelm.
Als potenzielle Kooperationspartner befürworteten die Stadt Oberasbach, das Jugendhaus OASIS, die vhs Oberasbach & Roßtal, die Pestalozzi-Mittelschule sowie die Kita St. Johannes die Bewerbung mit Empfehlungsschreiben. „Wir haben die Bewerbung der Pestalozzi-Grundschule gerne unterstützt, die Umsetzung wäre eine Bereicherung unseres Stadtentwicklungskonzeptes im Grün für alle. In Abstimmung mit der Stadtverwaltung sucht die Schule gemeinsam mit den Kindern nun geeignete Geräte aus“, so Erste Bürgermeisterin Birgit Huber.
Die Pestalozzi-Grundschule ist eine von zwanzig Schulen bundesweit, die in dieser Form ausgezeichnet wurden. Die beiden mit je 50.000 Euro dotierten Hauptpreise des zum Andenken an Playmobil-Gründer Horst Brandstätter gestifteten Hob-Preises gingen an Schulen in Dortmund und in Calw.
Weitere Infos zum Hob-Preis finden Sie hier.