„Jede Altersgruppe hat etwas Faszinierendes“

Nadine Winter, 26, ist bestens bekannt im Jugendhaus Oberasbach. Schon im Alter von sechs Jahren nahm sie an Töpferkursen teil, und später am Sommerferienprogramm. 2018/19 absolvierte sie im OASIS ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). 2023 kehrte sie zunächst als ehrenamtliche Mitarbeiterin zurück, bevor sie einen Werkvertrag erhielt. Im Laufe dieses Jahres wird dieser in eine Teilzeitstelle umgewandelt.
Hallo Frau Winter, danke, dass Sie sich Zeit für uns nehmen. Wie fühlt es sich an, wieder in Oberasbach zu arbeiten?
Es ist alles sehr vertraut. Ein Teil des Teams war bereits da, als ich früher hier arbeitete und tatsächlich kenne ich auch Jugendliche, die schon ins OASIS kamen als ich im FSJ war. Damals gingen sie in die fünfte Klasse; heute sind sie in der zehnten und denken darüber nach, was sie nach dem Abschluss machen. Das ist total spannend.
Was haben Sie gemacht, bevor Sie zurück nach Oberasbach kamen?
Ich habe Soziale Arbeit studiert und im Rahmen meiner Bachelorarbeit ein Konzept für eine Einrichtung für junge Erwachsene mit Borderline – Persönlichkeitsstörung erarbeitet.
Was haben Sie dort im Einzelnen angeboten?
Ich habe den Freizeit- und Sportbereich aufgebaut und ausgestaltet. Unser Ziel war es, Angebote zu machen, die den Jugendlichen helfen, durch Sport zu entspannen und so auch ihre Emotionen besser regulieren zu können.
Was sind Ihre Aufgaben im OASIS und welche davon übernehmen Sie besonders gern?
Wir bieten viele Kreativworkshops, wollen den Jugendlichen aber auch die Möglichkeit geben, unabhängig davon die Mittel zu nutzen. Daher stellen wir zurzeit Boxen mit allem Nötigen fürs Nähen oder für das Erstellen von Perlenschmuck zur Verfügung. Wir wollen aber auch das aktive Programm im offenen Bereich, also nachmittags nach der Schule im Jugendhaus, ausbauen.
Mein Herzensprojekt ist die Erlebnispädagogik. Wenn das Wetter gut ist, gehen wir zum Klettern und Bouldern in die Fränkische Schweiz, andernfalls auch mal in den „Steinbock“ in Zirndorf. Am allerliebsten mag ich unsere Übernachtungsangebote, weil man die Kinder dabei ganz anders kennenlernt. Und es sieht sehr schön, zu sehen, wie stolz sie abends am Lagerfeuer sind, weil sie eine Route geklettert sind, die morgens noch unüberwindlich schien. Diese Aktivitäten in der Natur, das Überwinden der eigenen Grenzen, die nicht alltäglichen Erlebnisse mag ich sehr, und ich möchte sie auch den Kindern vermitteln.
Dabei hat jede Altersgruppe etwas Faszinierendes. Bei den Jüngeren steht der Spaßfaktor von Angeboten im Vordergrund, während die Älteren die Erfahrungen schon eher auf den Alltag übertragen und sich allgemein auch mehr Gedanken über das eigene Werteverständnis machen.
Haben Sie ein mittelfristiges Ziel?
Ich möchte mich noch stärker für den erlebnispädagogischen Bereich qualifizieren. Zum Beispiel will ich Fortbildungen für Kanutouren und Höhlenerkundungen machen.
Verraten Sie uns noch ein kleines Detail über sich?
Ich halte momentan Springspinnen. (lacht). Die sind sehr intelligent und sehr niedlich.
Und was ist ihr Lieblingsplatz in Oberasbach?
Der Wald hinter der Linder Siedlung. Wenn man dort an einem Sommerabend über die Felder Richtung Lind blickt oder mit Freunden spazieren geht, dann gibt es keinen besseren Moment.
Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Arbeit!