Kärwas finden statt!
Trotz der prekären Haushaltslage der Stadt können die Oberasbacher Kärwas wie gewohnt gefeiert werden.
Vielleicht ist es nicht jedem bewusst, aber bei den Kärwas in Altenberg, Unterasbach und Oberasbach handelt es sich um Veranstaltungen der Stadt Oberasbach. Als freiwillige Leistungen der Stadt standen auch sie daher aufgrund der Finanzlage auf dem Prüfstand. Lediglich die Kärwa in Rehdorf wird vom Stammtisch „Unter uns“ aus Rehdorf betrieben und ist somit von finanziellen Zuwendungen der Stadt oder von Bauhofdienstleistungen weitgehend unabhängig.
„Trotz aller drastischen Sparzwänge unterstützt die Stadt Oberasbach auch in diesem Jahr die Kärwavereine im großen Umfang“, bestätigt Bürgermeisterin Birgit Huber. „Gerade jetzt sind Gemeinschaft und Zusammenhalt wichtig. Wir werden die bedeutende gemeinschaftsstiftende Arbeit der Vereine weiterhin mit der Bereitstellung der Infrastruktur fördern und finanziell enorm entlasten.“
Altenberger Kärwa
Veranstalter der Altenberger Kirchweih ist die Stadt Oberasbach. Allerdings wird diese vollständig vom Gewerbe- und Schaustellerverband Fürth als eine Art Generalunternehmer durchgeführt. Der Verband kümmert sich um Auf- und Abbau, organisiert die gewerblichen Teilnehmer und Fahrgeschäfte sowie den Betrieb des Biergartens. Die Stadt stellt Dienstleistungen lediglich im geringen Umfang zur Verfügung (Wert ca. EUR 1.500,00). Die Einnahmen und Gewinne verbleiben beim Schaustellerverband.
Oberasbacher Kärwa
Die Oberasbacher Kärwa ist ebenfalls eine Veranstaltung der Stadt Oberasbach. Der städtische Bauhof stellte bislang die Bühne, die Biertisch-Garnituren, das Spülmobil und Geschirr kostenfrei zur Verfügung. Der WC-Container wird durch städtische Mitarbeiter bereitgestellt und angeschlossen, Verkehrssicherungsmaßnahmen werden durchgeführt. Nach internen Verrechnungssätzen schlugen diese Arbeiten und Leistungen 2024 mit mehr als EUR 11.500 zu Buche.
Zusätzlich dazu verursachte der Stadt- und Kärwalauf während der Oberasbacher Kärwa 2024 weitere Kosten von rund EUR 7.000, maßgeblich dafür waren die kostenfreien Lauftrikots für alle Teilnehmer.
Der Verein Kärwaboum Oberasbach e.V. betreibt das Bier- und Weinzelt auf eigene Rechnung und sorgt mit dem großartigen Engagement seiner zahlreichen Mitglieder für den stimmungsvollen Ablauf dieser Veranstaltung.
Unterasbacher Kärwa
Ähnlich verhält sich die Situation in Unterasbach. Auch die dortige Kirchweih ist eine städtische Veranstaltung.
Die Stammtischgesellschaft Unterasbach betreibt das Festzelt sowie den Grillstand in wirtschaftlicher Eigenregie. „Ohne das großartige Engagement der Stammtischmitglieder könnte der Verein den Festzeltbetrieb gar nicht stemmen“, hebt Bürgermeisterin Birgit Huber den Einsatz hervor. „Weder die Errichtung des Festzeltes, noch die Versorgung Tausender Kärwabesucher mit Speisen und Getränken wäre denkbar. Damit leistet der Verein einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der städtischen Veranstaltung und insgesamt für die Festkultur in Oberasbach. Dafür gebührt ihm großer Dank.“
Nicht zu unterschätzen ist aber auch hier der Beitrag der Stadt Oberasbach. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sorgen für die notwendige Infrastruktur. So können die Stammtischgesellschaft und die anderen kommerziellen und nichtkommerziellen Anbieter ihre Verkaufs- und Unterhaltungsstände kostengünstig betreiben.
WC-Container, Wasseranschlüsse, Geschirrmobil, Fahrradständer, Transport und teilweise die Errichtung von Kärwa-Hütten, Absperrung des Spielplatzbereiches durch Bauzäune und Erfüllung der Verkehrssicherungspflichten gehen zu Lasten der Stadt. U.a. für Arbeitsleistungen und Fahrzeugeinsatz fielen 2024 gut EUR 16.000 an, die ebenso wie die Kosten für Strom und Wasser nicht an die Stammtischgesellschaft und die anderen Standbetreiber weiterverrechnet wurden.
Für den beliebten städtischen Kirchweihumzug 2024, der sich jedes Jahr als wahrer Besuchermagnet erweist und sich auch auf der Festwiese anschließend für die Festzelt- und Budenbetreiber finanziell sehr positiv auswirkt, kamen Kosten in Höhe von gut EUR 5.000 hinzu. Einnahmen verzeichnete die Stadt Oberasbach keine.
„Es ist in diesen Zeiten jedoch erforderlich und legitim“, so Bürgermeisterin Birgit Huber weiter, „die freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand zu stellen. Wir haben große Schwierigkeiten unseren Pflichtaufgaben nachzukommen. Straßen, Trinkwasser- und Abwasserleitungen können derzeit nicht saniert werden. Die Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen steht trotz kommendem Rechtsanspruch auf der Kippe und der notwendige Neubau der Grund- und Mittelschule scheint auf lange Sicht außer Reichweite. Gleichzeitig suchen wir nach Lösungen zur Unterstützung von Sport- und anderen Vereinen. Die Bedeutung der Vereine für die Traditions- und Brauchtumspflege ist unermesslich, die Kirchweihen sind für das Gemeinschaftsgefühl in dieser Stadt lebenswichtig und das persönliche Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen ist überwältigend. Dennoch müssen wir alle Abstriche machen und schauen, wer welchen Beitrag leisten kann, um die liebgewonnenen Vorzüge Oberasbachs aufrechtzuerhalten. Daran arbeiten wir sehr intensiv.“

