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Zigarettenkippen: klein, giftig und gefährlich

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Wer seine Zigarette einfach auf den Boden wirft, mag das als Kavaliersdelikt betrachten – doch die kleinen Stummel haben es in sich. Im Landkreis Fürth wird nun mit Nachdruck auf die Umweltfolgen von Zigarettenkippen aufmerksam gemacht. Bei einem Termin am Andreas-Güllering-Weg im Grün für alle in Oberasbach informierten Landrat Bernd Obst, Bürgermeisterin Birgit Huber sowie Fachleute aus der Abfallwirtschaft und dem Umwelt- und Naturschutz am Landratsamt über die Hintergründe. Mit dabei war auch die engagierte Bürgerin Ingeborg Zeilinger aus Oberasbach, die das Thema ins Rollen brachte.

Zigarettenkippen sind kein harmloser Abfall

„Ein einziger achtlos weggeworfener Zigarettenstummel kann bis zu 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen“, betonte Landrat Bernd Obst. „Wir dürfen die Augen nicht davor verschließen, wie schädlich vor allem die kleinen Filter für unsere Umwelt und damit auch für uns selbst sind.“

Die Filter bestehen aus dem Kunststoff Celluloseacetat und enthalten Schadstoffe wie Nikotin, Arsen, Blei, Chrom oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese können bei Regen ausgewaschen werden und über Böden und Gewässer in die Nahrungskette gelangen. Besonders bedenklich: Auch Tiere können die Kippen mit Nahrung verwechseln oder sich an ihnen verletzen.

Lange Verrottungszeit – große Wirkung

Die Verrottungszeit einer Zigarettenkippe kann – je nach Umweltbedingungen – bis zu 15 Jahre betragen. Während dieser Zeit gelangen die im Filter enthaltenen Giftstoffe kontinuierlich in die Umwelt. Kinder, die auf Kippen stoßen, können sich vergiften, Tiere tragen das Risiko schwerer Gesundheitsschäden.

Rechtliche Lage und Bußgelder

„Zigarettenkippen sind Abfall im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und müssen ordnungsgemäß entsorgt werden“, erklärte Elena Petridis, Sachgebietsleiterin für Umwelt- und Naturschutz am Landratsamt Fürth. Das achtlose Wegwerfen stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeldern von 20 Euro für einzelne Kippen und 35 Euro für mehrere Stummel geahndet werden kann. In besonders sensiblen Bereichen wie Naturschutzgebieten kann das Bußgeld auch höher ausfallen.

Engagement aus der Bürgerschaft

Dass das Thema jetzt in den Fokus rückt, ist nicht zuletzt der Initiative von Ingeborg Zeilinger aus Oberasbach zu verdanken. Sie wandte sich mit ihrem Anliegen an die Stadt und das Landratsamt und stieß dort auf offene Ohren. „Es ist wichtig, dass solche Impulse aus der Bevölkerung kommen – denn genau hier liegt der Schlüssel zur Veränderung“, so Bürgermeisterin Birgit Huber.

Littering als gesellschaftliches Problem

Zigarettenkippen sind zwar einer der auffälligsten, aber längst nicht der einzige Müll, der achtlos in der Umwelt landet. Sogenanntes „Littering“ – das achtlose Wegwerfen kleiner Mengen Abfall – ist ein weitverbreitetes Problem, insbesondere an stark frequentierten Orten wie Parkplätzen, Haltestellen oder Grünanlagen. Die Reinigung ist aufwändig und teuer. Letztlich zahlen alle Bürgerinnen und Bürger über Gebühren und Steuern für die Folgen des unsachgemäßen Verhaltens Einzelner.

Appell an alle Raucherinnen und Raucher

Der Landkreis Fürth appelliert daher an alle Raucherinnen und Raucher: Entsorgen Sie Ihre Kippen ordnungsgemäß! Öffentliche Abfallbehälter oder tragbare Taschenaschenbecher bieten einfache und umweltfreundliche Alternativen. 

Landrat Obst kündigte an, dass das Thema künftig auch im Rahmen von Umweltbildungsmaßnahmen und der Aktion „Saubere Landschaft“ stärker aufgegriffen werde. Ziel sei es, Bewusstsein zu schaffen – und damit auch langfristig das Erscheinungsbild und die ökologische Qualität der Region zu schützen.
 

Vier Personen sammeln rund um eine Parkbank Müll auf.
Foto: (c) Stadt Oberasbach Es war kaum zu glauben wie viele Zigarettenkippen nur rund um eine Bank im Grün für alle lagen.
Zigarettenstummel und Abfall liegen auf Steinplatten
Foto: (c) Stadt Oberasbach Das ist nur eine kleine Auswahl. Innerhalb weniger Minuten sammelten Landrat Obst und Bürgermeisterin Huber mehr als 50 Kippen unter der Bank und dahinter im Gebüsch. Hinzu kamen noch Flaschen, Plastik und Papier.
Drei Frauen und zwei Männer stehen hinter einer Parkbank und zeigen ihre Müllbeutel und halten Abfallgreifer hoch.
Foto: (c) Stadt Oberasbach Vor fünf Tagen hatte der städtische Bauhof den Andreas-Güllering-Weg erst gereinigt und ein Abfalleimer steht genau nebenan. Dennoch machten Landrat und Bürgermeisterin hier bereits wieder "fette Beute". Von links Michael Scheiderer (Abfallwirtschaft), Elena Petridis (Natur- und Umweltschutz), Birgit Huber, Bernd Obst und Ingeborg Zeilinger.
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