Kurze Wege – große Vielfalt

Am 18. Juni fand im Rahmen des Hofladenquiz’ der Kommunalen Allianz Biberttal-Dillenberg eine Hofladentour von Oberasbach über Vogtsreichenbach nach Ammerndorf statt.
Die von der Radverkehrsbeauftragten und dem Tiefbauamtsleiter der Stadt Oberasbach organisierte ca. 30 Kilometer lange Rundtour gab den Teilnehmenden Einblicke in die Landwirtschaft und in die Vielfalt der regionalen Produkte. Zudem konnten an drei Stopps auch Fragen zum Hofladenquiz beantwortet werden. Den ersten Stopp legte die Gruppe beim Spargelhof Peter in Oberasbach ein. Der familienbetriebene Hof ist besonders bekannt für seinen Spargel- und Erdbeeranbau, bietet aber in seinem Hofladen auch verschiedene Obst- und Gemüsesorten, Eier, Wein und vieles mehr. Inhaber Georg Peter gab Einblicke in die einzelnen Arbeitsschritte direkt am Hof, die vom Wiegen und Kontrollieren der Normgrößen des Spargels, über die Kühlung in Eiswasser und die Sortiermaschine bis hin zur verkaufsfertigen Vorbereitung reichten.
Der nächste Halt führte zum Bauernhof Kleinlein – Kuhle Milch Oberasbach, wo die Gruppe zusammen mit Wolfgang Kleinlein das Hühnermobil besichtigte und Informationen zur tierfreundlichen Rinderhaltung und Milchwirtschaft erhielt. Zudem wurde der sich am Hof befindende Verkaufsraum inspiziert: Hier kann man sich an einer Milchtankstelle die naturbelassene und nach Biokreis-Richtlinien zertifizierte Bio-Weidemilch direkt abfüllen. Der benachbarte Selbstbedienungsautomat, der mit Wurst, Käse, Salami, Honig und weiteren Produkten bestückt ist, wird durch ein wechselndes Angebot von Obst, Gemüse und Eiern ergänzt.
Der letzte Stopp in Oberasbach/Leichendorf führte zu einem Erdbeerfeld der Familie Peter. Johann Peter erläuterte der erdbeerennaschenden Gruppe die einzelnen Schritte, die mit der Erdbeerproduktion das ganze Jahr über einhergehen und auch die Herausforderungen, die mit der Erdbeerwirtschaft verbunden sind. Er betonte, dass lokal angebaute Früchte ihren Preis haben, dieser dafür aber auch eine faire Bezahlung und Transparenz garantiere. Verkauft werden die Erdbeeren in Verkaufshütten direkt vor Ort.
Über schöne Feld- und Waldwege ging es anschließend bei bestem Wetter weiter nach Vogtsreichenbach zum Hühnerhof Kreuzer, wo die Gruppe mit kalten Getränken und Verpflegung mit Produkten vom Hühnerhof empfangen wurde. Zudem gab es Einblicke in die Hühnerhaltung, in die Abläufe der Vermarktung von Eiern und Geflügelprodukten sowie in die Produktvielfalt des Hofladens. Das hofeigene Selbstbedienungshäuschen enthält neben Erdbeeren vom Spargelhof Peter auch Käse, Honig, Eis u.v.m. Frisch gestärkt ging es über Ammerndorf – mit kurzem Stopp an der dortigen Brauerei Dorn Bräu – wieder zurück nach Oberasbach.
Vielen Dank allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern!
Das Hofladenquiz, bei dem es 30 Geschenkkörbe zu gewinnen gibt, läuft übrigens noch bis 29. Juli 2023! Den Flyer finden Sie hier.
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Allgemeines zur Bedeutung der Direktvermarktung
Immer mehr Verbraucher möchten wissen, woher ihre Lebensmittel stammen und unter welchen Bedingungen diese produziert werden. Viele legen immer mehr Wert auf Frische, Qualität und Nachhaltigkeit. Auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel hat das Thema Direktvermarktung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und spielt eine immer größere Rolle.
Eine Möglichkeit dem nachzukommen ist der Weg über die Direktvermarktung – der Verkauf von Produkten in einem Hofladen, an einem Verkaufsautomaten, oder auf dem lokalen Wochenmarkt.
Anstatt den Umweg über Zwischenhändler zu gehen, verkaufen Landwirte und Produzenten ihre Produkte direkt an Endkunden. Diese Form des Vertriebs bietet zahlreiche Vorteile – sowohl für die Produzenten als auch für die Konsumenten.
Stärkung der lokalen Wirtschaft
Die Direktvermarktung unterstützt die lokale Wirtschaft auf vielfältige Weise. Durch den direkten Verkauf ihrer Produkte an Endkunden können Produzenten höhere Gewinnmargen erzielen und somit ihre Betriebe nachhaltiger und mit fairer Bezahlung führen. Dies führt zu einer Stärkung der landwirtschaftlichen Gemeinschaften und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in ländlichen Gebieten. Zudem fließt das Geld direkt in die lokale Wirtschaft, da die Verbraucher ihre Lebensmittel direkt von der Landwirtschaft vor Ort beziehen. Diese Art der Vermarktung fördert somit das regionale Wirtschaftswachstum und trägt zur Erhaltung landwirtschaftlicher Strukturen bei.
Nachhaltigkeit und Umweltaspekte
Die Direktvermarktung hat auch positive Auswirkungen auf die Umwelt und trägt zur Nachhaltigkeit und zum Klimaschutz bei. Durch den Verzicht auf lange Transportwege und die Reduzierung von Verpackungsmaterialien, werden die CO2-Emissionen verringert und Ressourcen geschont. Lokale Lebensmittel müssen nicht um die (halbe) Welt transportiert werden, sondern können kurze Wege zurücklegen. Dies trägt zur Reduzierung des individuellen ökologischen Fußabdrucks bei und fördert eine umweltfreundlichere Lebensmittelproduktion.
Qualitäts- und Transparenzvorteile und Steigerung der Wertschätzung
Für Verbraucher bietet die Direktvermarktung eine Vielzahl von Vorteilen. Sie haben die Möglichkeit, frische, hochwertige und saisonale Produkte direkt von den Erzeuger:innen zu erwerben. Neben der Wertschöpfung wird auch die Wertschätzung der Produkte und der Landwirtschaft gesteigert. Der direkte Kontakt mit den Produzenten ermöglicht es den Verbrauchern, Informationen über Anbaumethoden, Tierhaltung und die Herkunft der Produkte zu erhalten. Dies schafft Vertrauen und Transparenz, da man genau weiß, woher die Lebensmittel stammen und wie sie produziert wurden. Zudem hat man die Möglichkeit, persönliche Beziehungen zu den Produzenten aufzubauen und Wünsche und Anforderungen direkt zu kommunizieren.