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„Lesekoch“ Siegbert Rudolph

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Portraitfoto eines älteren Herrn mit Brille vor einer mit Holz verkleideten Wand
"Lesekoch" Siegbert Rudolph

„Kochrezepte“ zum Lesenlernen: Seit 15 Jahren verbessert der in Altenberg lebende Siegbert Rudolph mit seiner ehrenamtlichen Initiative „Der Lesekoch“ die Lese- und Rechtschreibfertigkeit von Kindern und unterstützt alle Menschen, die beim Erwerb dieser Basisfertigkeiten helfen.

Eigentlich wollte der ehemalige stellvertretende DATEV-Vorstandsvorsitzende mit Renteneintritt Kochen lernen. Doch dann begegnete der Top-Manager als Mitglied der AktivSenioren Bayern e.V. bei einem Bewerbungstraining einer 15-jährigen Legasthenikerin. Der er in rund 200 Stunden das Lesen beibrachte, indem er den Schwierigkeitsgrad von Texten minimierte und zusätzlich einen PC und Übungen mit PowerPoint einsetzte – sie studiert inzwischen Design an einer Fachhochschule. 

Nach diesem ersten Erfolg besuchte er Legasthenie-Kongresse, las bergeweise Fachliteratur und verfeinerte sein Konzept immer weiter. „Jedes Kind kann lesen lernen. Aber nicht in der gleichen Zeit, mit der gleichen Methode und mit derselben Lehrperson“, so das Lesekoch-Credo. In den letzten 15 Jahren hat er über 120 Kindern, die teils als hoffnungslose Fälle galten, das Lesen beigebracht und 1.000 Übungen entwickelt, die alle kostenlos auf seiner Homepage zur Verfügung stehen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es inzwischen viele Eltern und Lesetrainer, inzwischen rund 40 Lesepaten, die mit Siegbert Rudolphs „Rezepten“ arbeiten. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde er 2018 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Als Quereinsteiger ist der versierte Kritiker der deutschen Bildungspolitik auch gefragter Redner vor Fachpublikum. „Vorträge zur individuellen Lese- und Rechtschreibförderung oder Lesepatenschulungen sowie Elternabende übernehme ich gern auf Anfrage. Vielleicht ist ein kleines Honorar zur Finanzierung von AktivSenioren Bayern e.V. möglich“, ergänzt der Diplom-Betriebswirt, der seine Erfahrung aus Jahrzehnten bei der DATEV eG, zuletzt als Service- und Vertriebschef, auch bei der Lese- und Rechtschreibförderung einsetzen kann.

Trotz seiner inzwischen 81 Jahre gehen dem Kirchenmusik-Liebhaber die Ideen und der Elan nicht aus: Dank seiner genauen Beobachtungsgabe fand er heraus, dass einige Kinder eine andere Blickrichtung haben – von rechts nach links. Dieses Phänomen, zu dem es einen Blogtext auf seiner Homepage gibt, erschwere es ihnen, einen Text zu erfassen. „Oft lesen diese Kinder Wörter, die auf den Kopf stehen, besser als den normalen Text, weil ihre Blickspanne in dieser Richtung größer ist. Gerade habe ich eine neue Übungskategorie eingerichtet, nämlich Online-Leseübungen, die ohne eine Zusatzsoftware nutzbar sind. Dazu habe ich ein Vorleseprogramm implementiert. Und ich entwickle gerade noch eine Möglichkeit, den Text in diesen Online-Übungen auch buchstabenweise anzuzeigen, damit die Schüler die Blickrichtung üben können. PowerPoint-Übungen dazu habe ich schon lange, aber die Online-Übungen stehen immer und überall zur Verfügung. Bei jedem Kind kann ein anderer Ansatz sinnvoll sein. Manche Kinder wollen schnell lesen und raten dann. Sie brauchen z.B. Quatschwörter zum Üben, die man nicht erraten kann.“

Mit der Arbeit als Lesekoch hat Siegbert Rudolph die zweite Aufgabe seines Lebens gefunden: „Mir macht es viel Freude, mit Kindern zu üben, und meine Erfahrungen weiterzugeben. Ich mache auch Vorschläge zur Verbesserung des Lernprozesses, schließlich sehe ich ja, was schiefläuft. Hier gilt allerdings vorerst nur das Prinzip Hoffnung“, so Siegbert Rudolph, der auch Mitglied in der Fachgruppe Schule im Verein 1-2-3 e.V. und im Kompetenzzirkel Lernen ist. Das Lesekoch-Angebot an Übungen und Videos steht auf seiner Homepage kosten- und werbefrei zur Verfügung, Eltern berät er auch per Zoom. Sein Buch „Praxisorientierte Leseförderung – Üben mit einfachen Witzen“ kann man in der Stadtbücherei Oberasbach ausleihen – und natürlich auch kaufen.

Weitere Infos auf www.der-lesekoch.de.

 

 

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