Mitreißende afrikanische Rhythmen
Rhythmische Klänge schwangen über den Platz, es wurde getanzt, gelacht und gefeiert. Aus kleinen afrikanischen Garküchen stieg der verführerische Duft fremder Gewürze empor.
Man traf auf Menschen aus aller Herren Länder, bunt und fröhlich vereint – und das mitten auf dem Rathausplatz in Oberasbach. Sogar das Wetter zeigte sich afrikanisch, mit hochsommerlichen Temperaturen auf dem ersten Oberasbacher Afrika-Festival.
Die Besucherinnen und Besucher fanden allerlei kunsthandwerkliche Produkte, Schmuck, Textilien und Speisen aus verschiedenen afrikanischen Ländern vor oder konnten ihre Haare landestypisch verschönern lassen. Corinne aus Nairobi bot beispielsweise kenianische Tierfiguren aus Ebenholz, Rosenholz oder Teakholz, Mobiles aus Maisblättern und Specksteinskulpturen an. Theresia aus Stuttgart, am Stand nebenan, hat Zöpfe geflochten, die mit bunten Perlen verziert wurden.
Das Bühnenprogramm war so abwechslungsreich wie der afrikanische Kontinent. Die Trommler und Kora-Spieler (westafrikanische Stegharfe) der Gruppe Domou Afrika (wolof: die „Kinder Afrikas“) sind wahre Meister auf ihren Instrumenten. Gemeinsam eroberten sie die Herzen der Zuschauer mit ihren einzigartigen Auftritten. Ein Leben ohne Musik und Tanz ist für sie unvorstellbar, denn Musizieren bedeutet Lebensfreude.
Fallou Sy und seine Gruppe sorgten für feurige Rhythmen, die Akteure und Publikum schnell in tanzende Schwingungen versetzen. Sie spielten druckvolle Afro-Beats und verknüpfen dessen treibenden Rhythmus mit der Leichtigkeit traditioneller afrikanischer Stücke. Domou Afrika gelang auf überraschende und verzaubernde Weise Musik zum Abtanzen und Zuhören und sorgte so für ein unvergessliches Erlebnis.
Höhepunkt des Festivals war der Auftritt von Abdou Day. Der in Madagaskar geborene Musiker begann in den 80er Jahren in Frankreich seine Karriere, mittlerweile hat er 5 Alben aufgenommen und rund 1000 Konzerte gespielt. Bereits mit 4 Jahren begann er, traditionelle madagassische Lieder zu singen, um etwas Geld zu verdienen.
In den 70er Jahren entdeckte er die Reggae Musik für sich. Beeinflusst durch die Melodien von Reggae-Legenden wie Jimmy Cliff, Peter Tosh, Johnny Nash und Bob Marley widmet sich auch Abdou Day fortan voll und ganz dem Roots-Reggae.
Abdou Day, der den Spitznamen „Der Prinz von Reggassy“ (Reggae Malagasy) trägt, kämpft musikalisch in Malagasy, Englisch und Französisch gegen Ungleichheit, Verbrechen an der Umwelt und viele andere Ungerechtigkeiten auf unserer Erde.



