Neues Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr Altenberg
Die Freiwillige Feuerwehr Altenberg hat nun nach zweieinhalb Jahren Planungsphase zum ersten Mal seit 25 Jahren ein neues Löschgruppenfahrzeug. Am 12. Oktober übergab Erste Bürgermeisterin Birgit Huber symbolisch den Schlüssel an Kommandant Stefan Hessel. Anschließend erfolgte die ökumenische Segnung des Fahrzeugs durch Pfarrer Berthold Kreile von St. Markus. Mindestens 48 Stunden an Freizeit hatte jedes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Altenberg allein für die Einweisung geopfert.
Die 386.000 Euro teure Anschaffung war nötig geworden, da das alte LF 8 von 1996, von der Altenberger Wehr liebevoll „unser Bock“ genannt, erhebliche technische Mängel hatte und hierfür auch keine Ersatzteile mehr erhältlich waren. Von zu wenig Stauraum, einem undichten Dach und einer abgerosteten Trittstufe gar nicht zu reden. Das neue LF-HLF 10 fasst nun 1.200 Liter Löschwasser und damit doppelt so viel wie das alte Fahrzeug, es hat über 120 Liter Schaummittel an Bord, die bisher nur in Kanistern mitgeführt werden konnten, hat Platz für neun Feuerwehrleute, einen Lichtmast mit LED-Technik und digitale Funktechnik. Ein Extra ist der Wassersauger, der z.B. bei vollgelaufenen Kellern eingesetzt werden kann.
So ein Einsatzfahrzeug kauft man nicht von der Stange, die sogenannte Beladung wird in aufwändiger Abstimmungsarbeit individuell festgelegt. Kommandant Stefan Hessel ließ in seiner Ansprache im Feuerwehrhaus an der Kurt-Schumacher-Straße den Prozess Revue passieren: „Zu unserem LF-HLF 10 war es ein langer Weg, denn bereits 2017 kam das Thema neues Fahrzeug auf. Die Ausschreibung zog sich hin, am 21. Oktober 2019 war die Vergabe. Neun Monate später war das Fahrgestell bereit, und im Februar 2020 konnte ich mit zwei Kameraden zu einer eintägigen Rohbaubesprechung zur Firma Magirus nach Ulm fahren: Die Köpfe rauchten nur so! Ende 2020 konnte dann der Beladeplan freigegeben werden, Anfang März 2021 war die Rohbauabnahme. Am 15. Juni schließlich holten wir das neue LF mit einer kleinen Abordnung ab. Eine Woche später begann der Einweisungsplan, und am 15. September haben wir unser neues Fahrzeug bei der Leitstelle angemeldet und es damit in den Dienst gestellt.“
Hessel weiter: „Ich möchte mich bedanken beim Stadtrat für die Mittelfreigabe, bei Christian Kanhäuser, dem ehemaligen Ansprechpartner im städtischen Ordnungsamt, Klaus Kondert, Kommandant der Stützpunkt-Feuerwehr Oberasbach, der uns bei Fragen jederzeit beratend zur Seite stand, meinem Stellvertreter Nico Fontana, den Gruppenführern, bei der Projektgruppe, besonders bei Berufsfeuerwehrmann Patrick Haumer – er hat tagelang mit mir z.B. Beschriftungen angebracht und Umbauten vom alten Fahrzeug durchgeführt. Und nicht zuletzt Euch, der Mannschaft, herzlichen Dank für die hochmotivierte Teilnahme an den Einweisungen.“
Diese Einweisungen zur Bedienung des neuen Fahrzeugs hatten von Ende Juni bis Mitte September am Dienstag- und Donnerstagabend und an Samstagen stattgefunden. Alle aktiven Feuerwehrleute hatten mindestens 48 Stunden ihrer Freizeit allein dafür investiert, bei den Maschinisten kamen weitere zwölf Stunden dazu.
Birgit Huber konnte sich den Dankesworten nur anschließen: „Es ist das Mindeste, dass wir als Stadt – im Gegenzug für die vielen diesem wichtigen Ehrenamt gewidmeten Stunden – unsere Wehren möglichst mit der neuesten Technik ausstatten, damit sie für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger sorgen können. Vielen Dank, dass Ihr mit so viel Herzblut Eure Freizeit in unser aller Dienst stellt! Ich wünsche Euch, dass Ihr mit dem neuen Fahrzeug immer gesund von allen Einsätzen wieder heimkommt!“ Pfarrer Kreile ergänzte: „So ein neues Fahrzeug findet auch Gott toll, denn damit können Sie Leben retten – und das war auch Jesus‘ Aufgabe! Der Herr gebe Ihnen daher immer wieder Menschen, die bereit sind, sich für andere in Gefahr zu begeben.“
Herzlichen Dank an alle Feuerwehrler und allzeit gute Fahrt mit dem LF-HLF 10!
Weitere Informationen, auch zur Jugendfeuerwehr, auf www.ffw-altenberg.de.


