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Oberasbach verbindet Europa

  • Bürgerengagement
  • Bürgermeisterin

Über Zusammenhalt, Ziele und Zukunft haben sich auf Einladung von Birgit Huber die Bürgermeister aus den Partnerstädten am 22. Juli 2023 im Treffpunkt Alte Post ausgetauscht.

Federica Malavolti aus Riolo Terme war ebenso wie Ihor Hrynkiv, Bürgermeister von Solotschiw (in der Nähe von Lwiw), per Video zugeschaltet. Persönlich anwesend waren Bürgermeister aus Frankreich und Polen, der Bundestagsabgeordnete Tobias Winkler sowie Mitglieder des Oberasbacher Stadtrates und der jeweiligen Partnerschaftskommitees.

Lage in Solotschiw (Ukraine)

„Die Teilnahme an diesem Treffen bedeutet mir sehr viel, da sie uns zeigt, dass wir in Europa willkommen sind.“ Ihor Hrynkiv bedankte sich für die umfangreichen Hilfslieferungen bei allen europäischen Partnern und schilderte am Kriegstag 514 sehr bewegt den harten Kriegsalltag: Luftalarme, Raketenangriffe, Flucht, Leid und Tod seien allgegenwärtig. Allein in der vergangenen Woche habe er täglich einen gefallenen jungen Soldaten zu Grabe getragen.

Von den mehr als 40.000 Einwohnern kämpfen gerade rund 2.000 Männer direkt an der Front, 40 davon sind gefallen, weitere fünf Todesopfer waren bisher in Solotschiw selbst zu beklagen, rund 4.000 Geflüchtete aus der Ostukraine halten sich in der Stadt auf und müssen versorgt werden. Der Kreis wurde bereits von Raketen getroffen und Infrastruktur wurde zerstört. Dennoch versucht Solotschiw seiner eigenen Partnerstadt in der Ukraine, der namensgleichen Stadt Solotschiw in der Nähe von Charkiw, zu helfen. Dort seien bereits mehr als 2.000 Wohnhäuser zerstört, so Ihor Hrynkiv.

Lage in Riolo Terme (Italien)

Anders, aber nicht weniger erschütternd, waren die Berichte aus Riolo Terme. Die große Flutkatastrophe Mitte Mai hat bis heute gewaltige Spuren im Ortsbild hinterlassen. Das Wasser stand teilweise vier Meter über dem Normalpegel, Häuser wurden bis in das erste Obergeschoss überflutet, Erdrutsche zerstörten Brücken und Straßen, von den 5.700 Einwohner mussten 500 ihre Wohnungen verlassen und noch heute sind 21 Personen von der Straßen- und Stromanbindung abgeschnitten. Verstörende Luftaufnahmen aus dem einst beschaulichen Ort zeigten die tatsächlichen Ausmaße der Katastrophe. Diese wurden erst nach dem Rückgang der Fluten offenbar. Teilweise stand der Schlamm bis zu 40 cm in den Häusern, eine Turbine des am Berg gelegenen Wasserkraftwerkes wurde mehr als zwei Kilometer mit ins Tal gerissen, ein Sportplatz ist nichts weiter als eine braune Schlammwüste.

Erste Bürgermeisterin Birgit Huber sagte weiterhin die volle Unterstützung der Stadt Oberasbach zu und verwies noch einmal auf die aktuell laufenden Spendenaktionen dazu in Oberasbach. Auf den Oberasbacher Kirchweihen wurden gegen eine Spende Riolo Terme-Buttons ausgegeben. Direkte Überweisungen können auch auf das Spendenkonto der Gemeinde Riolo Terme geleistet werden (IBAN IT73 D050 8021 099T 2099 0000 009 an Comune di Riolo Terme, Verwendungszweck Donation Flood Emergency - Gemellaggio di Citta die Oberasbach).

Leitvortrag  „Europa ist alternativlos“

Vor diesem Hintergrund machte Tobias Winkler in seinem Leitvortrag  „Europa ist alternativlos“ die Bedeutung der europäischen Partnerschaften deutlich. Europa sei ein Projekt der Menschen vor Ort. Insbesondere in Bezug auf die Ukraine ist ihm die fortgesetzte Hilfe wichtig. „Die Gefahr für uns ist am größten, wenn wir in unserer Hilfe nachlassen und Putin von dem Krieg profitiert“, ist der Roßtaler überzeugt, „Die Ukrainer kämpfen auch für unser Völkerrecht und unsere Freiheit. Das geht nur mit unserer Unterstützung.“ Darüber herrsche im Kreis der politischen Mitte im Bundestag Einigkeit.

Gleichzeitig sei die Europäische Union nach wie vor ein großes Friedensprojekt, das nicht nur Sicherheit schaffe, sondern auch Chance biete, von den Stärken der anderen zu lernen. Hier nannte er insbesondere auch die baltischen Staaten, die uns im Bereich der Digitalisierung weit voraus seien. Dort könne man viel über die Infrastrukturen lernen und durch kontinuierlichen Austausch Erfahrungen auf Deutschland übertragen.

Workshop zur Zukunft der Städtepartnerschaften

Im anschließenden Workshop wurde deutlich, dass Städtepartnerschaften Vorurteile abgebaut haben und aus persönlichen Begegnungen Freundschaften wurden. Das Interesse an den Partnerstädten der Partnerstädte ließ ein lebendiges Netzwerk europäischer Kommunen entstehen, die sich untereinander wertvolle Hilfe leisten, heute mehr als je zuvor.

Wichtige Ziele für die Zukunft seien dessen Stabilisierung und Ausweitung. Dazu sei konkret die Einbindung jüngerer Menschen, von Gruppen, Schulen und Vereinen erforderlich. Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit sollte gesteigert werden.

Übereinstimmend mit den anderen Teilnehmenden zeigte sich Bürgermeisterin Birgit Huber sehr zufrieden mit dem europäischen Austausch. „Mit den Erkenntnissen über die Sorgen unserer Partner können wir besser auf einander eingehen und unterstützen, wo das am Nötigsten ist.Das lebendige, europäische Netzwerk ist eine Win-Win-Situation für alle.“

Drei Männer und eine Frau stehen vor dem Rathaus und haben ihre Hände wie zum Schwur vor sich zusammengelegt. Im Hintergrund das Rathaus ist mit Flaggen von FRankreich, Deutschland, Europa und Polen geschmückt.aben
Arbeitsrunde: Am Tisch sitzen Männer und FRauen, die auf den nicht im Bild befindlichen Bildschirm schauen, über den die Videokonferenz nach Europa läuft.
Zwei Männer und eine FRau lächeln in die Kamera. Der mittlere Mann hat ein rotes Präsent erhalten.
Arbeitstreffen. Die Teilnehmenden schauen auf den Großbildschirm der Videokonferenz.
Ein Mann überreicht einenm anderen eine Dankurkunde. Im HIntergrund auf dem Bildschirm sind der Bürgermeister von Solotschiw und der Übersetzer zu sehen.
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