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Rezepte für Lesemotivation

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Am 10. November stellte der „Lesekoch“ Siegbert Rudolph in der Stadtbücherei Oberasbach sein Konzept einer praxisorientierten Leseförderung vor.

Die aktuelle Iglu-Studie zeigte eine traurige Entwicklung: Die Lesefertigkeit der deutschen Schüler nimmt ab, 25 Prozent der Kinder in der vierten Klasse können nicht ausreichend lesen. Mögliche Gründe dafür gibt es viele: mangelnde Motivationsfähigkeit für das Lesen, starke „Konkurrenz“ durch Smartphone und Soziale Medien, teils fehlende Deutschkenntnisse, wenig Zeit zu Hause – und leider spielt auch immer noch der soziale Status eine Rolle.

„Jedes Kind kann lesen lernen. Aber nicht in der gleichen Zeit, mit der gleichen Methode und mit derselben Lehrperson.“
Dabei kann jedes Kind lesen lernen, so der Oberasbacher „Lesekoch“ Siegbert Rudolph. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand arbeitet Rudolph, Jahrgang 1944, ehrenamtlich unter anderem als Lesetrainer. Nach und nach erkannte er, was bei seinen Schülern Leseprobleme verursacht, und entwickelte sein Konzept.

Mut machen!
Grundlegend sei es, dem Kind zu Erfolgserlebnissen zu verhelfen und Mut zu machen. Jedes Kind habe andere Gründe, die das Lesenlernen erschweren, und brauche somit idealerweise eine 1:1-Begleitung, was im Schulalltag kaum leistbar sei. Rudolph hat für jedes Problem angepasste Übungen. Dabei ist es erstaunlich, wie genau er beobachtet. So fand er heraus, dass einige Kinder eine andere Blickrichtung haben – von rechts nach links. Dies erschwere ihnen, einen Text zu erfassen.

Langsam & richtig statt schnell & falsch
„Andere Kinder wollen schnell lesen und raten dann. Sie brauchen z.B. Quatschwörter zum Üben, die man nicht erraten kann. In vielen Fällen ist es auch in höheren Klassen hilfreich, nochmal auf Silbenebene zurückzukehren oder auch einzelne Buchstaben zu üben“, erklärte der Diplom-Betriebswirt, der zuletzt Service- und Vertriebschef bei DATEV war. Siegbert Rudolph zeigt sich während seines gut strukturierten Vortrages als humorvoller, geduldiger und sehr engagierter Mensch, der freundlich und vorurteilsfrei auf seine Schüler eingehen kann. Über 100 Kinder, die als hoffnungslose Fälle galten, hat er schon zum Lesen gebracht, einige davon sind mittlerweile beruflich erfolgreich. Für diese Leistung wurde ihm 2018 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Sein Angebot an Übungen und Videos stellt er auf seiner Homepage www.der-lesekoch.de kostenfrei zur Verfügung, auch steht er steht Eltern per E-Mail mit Rat und Tat zur Seite. Wer es lieber analog mag, kann auch sein Buch „Praxisorientierte Leseförderung – Üben mit einfachen Witzen“ kaufen oder in der Stadtbücherei Oberasbach ausleihen.

Im Anschluss an Rudolphs Vortrag wurde noch von der Stadtbücherei ein Überblick über die Erstlesebücher am Markt – und in der Bücherei – gegeben. Das Publikum war äußerst interessiert und vermehrt wurde der Wunsch nach einer Wiederholung der Veranstaltung vor Schulbeginn im September geäußert. Das Büchereiteam bedankt sich bei Siegbert Rudolph für den hochinteressanten Abend!

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