Rudolf Jordan ist neuer „Siebener“
Feldgeschworene, umgangssprachlich „Siebener“ genannt, stellen sicher, dass Grundstücksgrenzen nicht verändert werden. In Oberasbach wurde nun ein neues Teammitglied vereidigt.
Birgit Huber freut sich, die Vereidigung durchführen zu können. „Die Siebener nehmen eine wichtige Aufgabe wahr“, bestätigt sie. „Einmal festgelegte Grenzen und Markierungen dürfen nicht mutwillig oder versehentlich verschoben werden. Da ist es gut, wenn man sich auf Vertrauenspersonen verlassen kann, die prüfen und bezeugen können, ob alles am rechten Platz ist.“
Rudolf Jordan wurde aus dem Kreis der Feldgeschworenen angesprochen, da seine Liebe zum Ehrenamt und sein langjähriges Engagement in anderen Rollen bekannt war. „Ich empfinde es als Ehre, ein Amt mit so viel Tradition übernehmen zu dürfen“, sagt er. „Ehrenämter sehe ich grundsätzlich als ein gemeinschaftstragendes Gut, das gutes Zusammenleben ermöglicht.“
Tatsächlich sind die Feldgeschworen aus alten Mark- und Feldgerichten hervorgegangen. Sie können von Privatpersonen ebenso beauftragt werden wie von Gemeinden. Im Zweifelsfall können sie durch Prüfen der sogenannten Siebenerzeichen feststellen, ob eine Grundstückmarkierung verändert wurde. Der Feldgeschworenendienst ist eines der ältesten kommunalen Ehrenämter; die Geschworenen werden auf Lebenszeit gewählt und vereidigt.
Voraussetzung für die Arbeit als Feldgeschworener ist ein gewisses handwerkliches Geschick im Umgang mit dem Setzgerät. Mit diesem werden die Grenzpunkte vor dem Anbringen von Grenzsteinen gesichert. Da es im Zug der Arbeiten nicht zu Verschiebungen kommen darf, weist das Gerät nur eine geringe Toleranz von einem Zentimeter auf. Es muss also sehr genau gearbeitet werden. „Außerdem sollte man körperlich in der Lage sein, bei jeder Witterung ein Loch zu graben, um die Siebenerzeichen zu überprüfen“, erläutert Jordan. Da die Anfragen oft mit kurzer Vorlaufzeit erfolgen, ist zeitliche Flexibilität gefordert. Die Begehungen tagsüber kann er gut mit seiner Arbeit im Rettungs-Schichtdienst vereinbaren.
Wer die Siebener zur Überprüfung einer Grundstücksgrenze bitten möchte, kann mit Uwe Zitzler im Tiefbauamt der Stadt Kontakt aufnehmen: zitzler@oberasbach.de; Tel. 0911 9691 1512.

