Update: Neubau Pestalozzi-Schulzentrum
Der Neubau des Pestalozzi-Schulzentrums wird eine der großen Herausforderungen für die Stadt Oberasbach in den nächsten Jahren. Die Komplexität dieses Vorhabens durch zahlreiche Anforderungen und Interessenslagen wurde in der letzten Sitzung des Kultur-, Sport- und Sozialausschuss am 16. Januar 2023 eingehend beraten.
Bereits seit März 2021 beschäftigt sich die Projektgruppe Pestalozzi-Schulzentrum mit der weiteren Entwicklung des Pestalozzi-Schulzentrums und am 28. März 2022 hatte der Stadtrat den Neubau der Schulen beschlossen. Seitdem laufen die Planungen zur Vorbereitung eines Architektenwettbewerbs. Die Schule soll nach den Anforderungen der Nutzenden gebaut werden und nicht umgekehrt die Nutzenden sich nach vorgegebenen Gebäuden richten müssen. Dabei haben sich zwölf Handlungsfelder herauskristallisiert, deren grundsätzliche Zielrichtungen festgelegt werden müssen bevor die ersten Entwürfe entstehen.
- Schulen
Gemeinsam mit den Fachleuten des Beratungsunternehmens LernLandSchaft werden hier gerade Festlegungen für das Raumprogramm ausgearbeitet. Dabei zeigt sich deutlich der Wunsch der Lehrerschaft und der Eltern, die Räume weg von der klassischen Flurschule hin zu modernen „Lernwohnungen“ und „Marktplätzen“ zu entwickeln, die eine angenehmere Lernumgebung bieten und individuelle Lernförderung stärken. Dabei sollen auch Synergieeffekte optimal genutzt werden. - Betreuung
Die Ganztagsbetreuung der Schülerinnen und Schüler in der Pestalozzi-Grundschule muss konzeptioniert werden. Inwieweit sollen Kinder anderer Schulen im Hort betreut werden und soll der Hort möglicherweise in das Schulgebäude integriert werden? Welche Nutzung wäre dann für den derzeitigen Hort denkbar? Gleiches gilt für die zukünftige Ansiedlung der Mittagsbetreuung. Ebenso müssen die Fragen nach dem Ganztagsangebot für die Mittelschule auch in Abstimmung mit dem Mittelschulverbund und der Frage nach der künftigen Rolle und Unterbringung des Jugendhauses OASIS beraten werden. - Schulsozialarbeit
Die Schulsozialarbeit wurde bis zum Sommer nur in der Mittelschule angeboten, seit diesem Schuljahr besteht sie auch für die beiden Oberasbacher Grundschulen, wo sie sehr erfolgreich und vielversprechend gestartet ist. Auch diese Angebote sollen in Form der künftigen Konzeptionierung in die Planungen sowohl für die Grund- als auch für die Mittelschule einfließen. - Schulsport
Auch diese Frage bedarf der Klärung der Rahmenbedingungen. Soll es sich beim Neubau der Sporthalle um eine reine Schulsporthalle handeln, die in das Schulgebäude integriert ist oder ist ebenso eine Drittnutzung vorgesehen, die wiederum separate Zugangsmöglichkeiten (z.B. am Wochenende) erfordert? Daraus ergeben sich auch Folgen für den Standort, den Bauabschnitt und die zu beantragenden Förderungen. Welche Außenanlagen sind erforderlich oder denkbar und inwieweit ist die Einbeziehung der benachbarten kirchlichen Grundstücke (DJK-Sportplatz bzw. DJK-Halle) in die Planung möglich oder gewünscht, um Synergieeffekte zu erzielen? - Jugendarbeit
Die städtische Jugendarbeit stützt sich derzeit im Wesentlichen auf das Jugendhaus OASIS und die Schulsozialarbeit. Sie soll neu konzipiert werden. Vor dem Hintergrund der erheblichen baulichen Mängel des Gebäudes des Jugendhauses ist zu überlegen, welche baulichen Anforderungen an ein neues Gebäude bestehen und wie diese in die Planungen eingebunden werden können. - Neuer Standort Jugendhaus OASIS
Eng verzahnt mit Punkt 5 ist die zu klärende Standortfrage für das Jugendhaus. - Festlegung Planungsgebiet
Wie sich bereits auch schon in Punkt 4 gezeigt hat, ist auch noch der Umfang des Planungsgebietes hinsichtlich der möglichen Einbindung kirchlicher Grundstücke zu klären und inwieweit das ggfs. von der katholischen Kirchenstiftung St. Johannes gewünscht ist. - Nutzung der Räumlichkeiten durch vhs
Wichtig ist auch die Frage nach der alternativen Nutzung der Räumlichkeiten durch die vhs Oberasbach & Roßtal. Diese hat bislang in großem Umfang Räume der Pestalozzi-Mittelschule für ihre Kurse belegt. Nach derzeitigem Stand deutet vieles darauf hin, dass die neu konzeptionierten Klassenräume der „Lernwohnungen“ nur sehr bedingt auch eine alternative Nutzung durch die vhs ermöglichen. Wie vhs-Leiterin Juliane Braun sehr eindringlich verdeutlichte, wäre ein Wegfall ohne Schaffung neuer Raumalternativen gleichbedeutend mit dem Wegfall zahlreicher Kursangebote der vhs. Da das unbedingt vermieden werden soll, müssen auch hier pragmatische Lösungen erarbeitet werden. - Integration der Stadtbücherei zu einem Bildungscampus
Nachdem der Stadtrat in seiner Sitzung vom 23. Mai 2022 die Ausgliederung aus dem Rathaus beschlossen hatte, wurde auch die Integration der Stadtbücherei in das neue Schulzentrum als Bildungscampus in Erwägung gezogen, obwohl dies gar nicht beschlossen wurde. Der Kultur,- Sport- und Sozialausschuss bekräftigte am 16. Januar 2023 mit einem einstimmigen Votum, die Stadtbücherei zwar aus dem Rathaus ausgliedern zu wollen, sie jedoch in alternativen Räumlichkeiten im Stadtzentrum zu belassen. Hierfür spielten u.a. auch das in der Stadtbücherei-Umfrage geäußerte Bürgervotum, der Wunsch nach Schule als geschütztem Raum für Kinder als auch die schwierige Erschließungssituation eine wesentliche Rolle. - -12. Musikschule, zusätzliche Drittnutzung und die Zukunft der Bestandsgebäude
Diese drei Themenkomplexe bilden die Handlungsfelder 10, 11 und 12. Die Möglichkeiten zur Etablierung einer Musikschule im Rahmen eines Zweckverbandes müssen ebenso ausgelotet werden wie die Drittnutzung der Räume durch Vereine oder andere externe Nutzer. Und nicht zuletzt ist die weitere Nutzung der Bestandsgebäude zu klären. Der Beschluss des Stadtrates besagt zunächst einmal, dass das Pestalozzi-Schulzentrum neu errichtet werden soll, welche Teile davon jedoch letztlich abgerissen werden, ist erst nach Klärung dieser Vielzahl der Fragen und in Kooperation mit den Architekten zu beantworten. Hausmeisterhaus, Hortgebäude, Grundschul- und Mittelschulgebäude können ggfs. in Teilen weiter genutzt werden oder einer anderen Nutzung zugeführt werden.
Diese Vielzahl der Handlungsfelder verdeutlicht die Komplexität des Projektes und gleichzeitig den hohen Bedarf an Informationsbeschaffung und Meinungsbildung aller Beteiligten, sei es Stadtrat, Verwaltung, Schulen und Mitgliedern der Projektgruppe.
An allen diesen Handlungsfeldern wird derzeit intensiv auf diversen Ebenen gearbeitet, um das große Projekt zu einem erfolgreichen Ergebnis zu führen. Es gibt noch viel zu tun und wir halten Sie über den Fortgang auf dem Laufenden.



