Update zum Neubau Pestalozzi-Grundschule und Mittagsbetreuung
Es ist unser wichtigstes Hochbauprojekt der nächsten Jahre: die Entwicklung des Pestalozzi-Schulzentrums. Im Bauausschuss am 13. Oktober stellten die Planer von Schwinde Architekten erneut ihren Architekturentwurf für den Neubau von Mittagsbetreuung und Grundschule vor. Die Zeit drängt: Bis Ende 2027 muss im ersten Bauabschnitt die Mitti nutzbar sein, um den dann geltenden, erweiterten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erfüllen zu können. Die Finanzierung steht jedoch noch nicht.
Im städtischen Pestalozzi-Schulzentrum soll auf der bisherigen Fläche des Hartplatzes, des Lehrerparkplatzes und des Hausmeisterhauses an der Schulstraße eine neue vierzügige Grundschule sowie eine Mittagsbetreuung für 200 Kinder entstehen. Die Umsetzung ist in zwei Bauabschnitten vorgesehen: zuerst Mitti bis Ende 2027, dann Grundschule. Der zweigeschossige Neubau der Mittagsbetreuung liegt im Westen, die dreigeschossige Grundschule im östlichen Teil des Baufeldes. Die bisherige Grundschule ist zu klein und für eine zukunftsgerichtete Nutzung nicht sanierbar, die Bausubstanz entspricht nicht den Anforderungen an moderne Bildungseinrichtungen. Große Defizite gibt es im Hinblick auf Barrierefreiheit und Brandschutz. „Die gemeinsame Planung ist notwendig, da sich im Gebäude der Mittagsbetreuung gemeinsame Wirtschafts- und Technikräume sowie Flächen befinden, die fördertechnisch der Grundschule zuzuordnen sind. Außerdem kann nur so die spätere gemeinsame Funktionalität und das Zusammenspiel sichergestellt werden“, erklärt Vlad-Antoniu Lazar, seit April 2024 Oberasbacher Stadtbaumeister. „Die Entwicklung des Pestalozzi-Schulzentrums Oberasbach ist das zukunftsträchtigste Projekt der Stadt Oberasbach für die nächsten Jahrzehnte und eine wesentliche Weichenstellung für künftige Schülergenerationen“, betont Erste Bürgermeisterin Birgit Huber.
Langer Planungsvorlauf
Bereits seit März 2021 hatte eine vom Oberasbacher Verwaltungschef Markus Träger geleitete Projektgruppe aus Mitgliedern des Stadtrates aller Fraktionen, Bürgermeisterin, den Schulleitungen und Mitarbeitern der Verwaltung, unterstützt von dem Beratungsunternehmen LERNLANDSCHAFT®, an dieser Mammutaufgabe gearbeitet. Ergebnis war ein detailliert ausgearbeitetes Raumkonzept mit Lerninseln und „Marktplätzen“ anstelle einer klassischen Flurschule, die eine angenehmere Lernumgebung bieten und individuelle Lernförderung stärken sollen. Dieses Konzept diente als Grundlage für die Planung der beauftragten Büros. Ursprünglich sollte als Zwischenlösung ein Mitti-Neubau für die Pestalozzi-Grundschule in der Langenäckerstraße entstehen, wo die Mittagsbetreuung derzeit in einem Interimsgebäude in Containerbauweise untergebracht ist, um die ärgsten Raumprobleme zu lösen. Am 24.06.2024 beschloss der Stadtrat, das Gebäude stattdessen auf dem Schulgelände zu errichten. Die gemeinsame Planung mit der neu zu errichtenden Grundschule wird beschlossen. Beabsichtigt sind ab jetzt zwei getrennte Baukörper, um in zwei Abschnitten bauen zu können. Mit der Änderung der Größenordnung des Projekts wurde ein aufwändigeres Vergabeverfahren erforderlich. Anfang Dezember 2024 ermöglichte dann ein Stadtratsbeschluss die Vergabe mehrerer Planungsaufträge für Mittagsbetreuung und Grundschule. In einer ausführlichen Besprechung mit der Regierung von Mittelfranken Anfang Juni dieses Jahres wurden die Vorentwürfe geprüft – die Anregungen der Regierung wurden in den weiteren Planungen berücksichtigt. Bei einem Treffen der Projektgruppe Pestalozzi-Schulzentrum direkt danach stellten Vertreter des beauftragten Architekturbüros Schwinde aus München – zusammen mit der für die Freianlagen zuständigen Adler & Olesch Landschaftsarchitekten GmbH – die Vorentwurfsplanungen vor. Änderungen an der bestehenden Planung wurden diskutiert. Diese Umplanungen hätten aber Verzögerungen und Mehrkosten zur Folge. Die sinnvolle Lösung, Mittagsbetreuung und Grundschule in einem Baukörper gleichzeitig zu errichten, ist aktuell aufgrund der prekären Finanzlage der Stadt Oberasbach nicht umsetzbar. In der Stadtratssitzung vom 23.06.2025 präsentierte schließlich das Architekturbüro Schwinde die Vorentwurfsphase und wurde mit der Weiterplanung beauftragt – obwohl die Finanzierung noch auf wackeligen Beinen steht.
So soll es weitergehen
Der Baubeginn für den Neubau der Mittagsbetreuung ist nun für Juni 2026 angesetzt, nach Abbruch des Hartplatzes und des östlich an den städtischen Kinderhort am Asbachgrund angrenzenden Hausmeisterhauses im April. Die Ausführung soll aus Gründen der Kostenaufteilung, der Förderung und vor allem wegen der Dringlichkeit der Schaffung von Betreuungsplätzen für den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung in zwei Bauabschnitten erfolgen. Im ersten Bauabschnitt wird die Mittagsbetreuung mit den gemeinsam genutzten Räumen für u.a. Technik, Heizung, Hausmeister, Lager und Aufenthaltsbereiche mit Mensa errichtet. Für den Betreuungsteil gibt es ein bis 2027 befristetes Förderprogramm. Im zweiten Bauabschnitt wird die Grundschule mit 16 Klassen gemäß dem Raumkonzept von LERNLANDSCHAFT®, errichtet. Die aktuelle Kostenberechnung sieht rund 11,6 Mio. EUR für die Mittagsbetreuung und 20,3 Mio. EUR für die neue Grundschule vor, zusammen also fast 32 Millionen.
Die Planungen für Mittagsbetreuung und Grundschule werden bis einschließlich der Genehmigungsplanung fortgeführt. Nach diesem Zeitpunkt wird vorerst nur das Gebäude der Mittagsbetreuung weiter beplant und schließlich gebaut.
Mit der Fertigstellung der Entwurfsplanung wurde im August die schulaufsichtliche Genehmigung beantragt. Diese Genehmigung, für die eine Bearbeitungsdauer von etwa vier bis fünf Monaten einzukalkulieren ist, ist die Grundlage für die Förderung. Mit dem Bau der Mittagsbetreuung kann jedoch erst dann begonnen werden, wenn die Finanzierung gesichert ist. Die gesicherte Finanzierung wiederum ist auch Voraussetzung für die Förderung. „Wir setzen mit Hochdruck alles daran, die Finanzierung für dieses Projekt möglich zu machen und den Zeitplan einzuhalten. In den Sternen steht allerdings derzeit auch noch, wie es dann mit dem ebenfalls notwendigen Neubau der Mittelschule im Pestalozzi-Schulzentrum weitergeht. Von Zukunftsplanungen für das städtische Jugendhaus gar nicht zu reden“, so Birgit Huber.
Nachtrag: Im Umwelt-, Bau- und Grundstücksausschuss (UBGA) am 10. November 2025 informierte das Stadtbauamt, dass jetzt die stufenweise Beauftragung von Architekten- und Ingenieurverträgen nötig wäre, um mit den Planungen fortschreiten zu können. Das sei allerdings aufgrund der Haushaltslage der Stadt derzeit nicht möglich. Bis zur Sicherstellung der Finanzierung ruht das Projekt daher nun, was schon jetzt zur Folge hat, dass eine Inbetriebnahme der neuen Mittagsbetreuung wohl erst zum Schuljahr 2028/29 erfolgen kann.
Unabhängig von der Fortführung der Planung ist die Beseitigung von Bäumen im Bereich des geplanten Standorts der neuen Mittagbetreuung bis Februar 2026 notwendig, da sich die Herstellung der Baugrube aufgrund der naturschutzrechtlichen Anforderungen ansonsten um bis zu ein Jahr verzögern könnte.
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Zum Ganztagsförderungsgesetz
Das Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter regelt die stufenweise Einführung des bundesweiten Ganztagsanspruchs ab dem Schuljahr 2026/27. In Oberasbach sind schon jetzt 70 Prozent der Grundschulkinder in der Betreuung. Ab August 2026 haben alle Kinder der 1. Klassenstufe einen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung. In den Folgejahren wird der Anspruch auf die Klassenstufen 2 bis 4 erweitert, so dass ab dem Schuljahr 2029/2030 allen Kindern der Klassen 1 bis 4 der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zusteht. Kinder im Grundschulalter haben dann einen bedarfsunabhängigen Anspruch auf Ganztagsbetreuung im Umfang von acht Zeitstunden an fünf Tagen in der Woche. Die Unterrichtszeiten werden angerechnet. Der Rechtsanspruch gilt auch in den Ferien, dabei können Länder eine Schließzeit von maximal vier Wochen regeln. Der Bund stellt den Ländern Finanzhilfen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro für Investitionen in die Bildungsinfrastruktur zur Verfügung. Auch an den laufenden Ausgaben wird sich der Bund beteiligen.


