„Verantwortung für die Kolleg:innen übernehmen“
Man könnte meinen, Claudia Weiß, 53, sei schon im Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Oberasbach geboren worden, so selbstverständlich und kompetent geht sie mit allen Kolleg:innen und Besucher:innen um. Und ganz trügt der Eindruck nicht, denn sie arbeitet schon seit mehr als sechs Jahren ehrenamtlich im Feuerwehrteam. Im April wurde aus dem Hobby ein Beruf, so dass sie nun offizielle Verwaltungsfachkraft für die FFW Oberasbach ist.
Hallo Frau Weiß, danke, dass Sie sich die Zeit für uns nehmen. Was sind Ihre Aufgaben und was macht am meisten Spaß?
Die Arbeit hier ist sehr abwechslungsreich. Gemeinsam mit meinem Kollegen Thomas Ernst übernehme ich die Verantwortung dafür, dass unsere Kolleg:innen immer einsatzbereit sind. Das fängt damit an, dass wir die Anzüge und Helme in Schuss halten. Ich überwache unter anderem auch, ob die Führerscheine und Gesundheitsprüfungen aller Kolleg:innen aktuell sind.
In die Planung der Übungen in der Atemschutzzentrale Altenberg bin ich genauso involviert wie in die Planungen für die Kirchweih, bei der die FFW Absperrungen und Sicherheitswacht übernimmt. Wenn wir Schulungen durchführen mache ich alles von Raumreservierungen bis Teilnahmebestätigungen.
Zusätzlich bin ich die Schnittstelle zum Rathaus, wo die Kolleg:innen vom Ordnungsamt Bestellungen, z.B. für neue Schläuche, für uns vornehmen. Dazu kommt, dass die FFW jederzeit zu einem Einsatz gerufen werden kann. Das ändert den Tagesablauf natürlich sofort. Langeweile kommt also nie auf.
Für wie viele Kolleg:innen sind Sie denn zuständig?
Bei der FFW sind es 61 Männer und sieben Frauen, bei den Jugendlichen jeweils sieben Jungen und Mädchen; in der Kinderfeuerwehr 25 Jungs und 12 Mädchen. Für alle halte ich die Daten aktuell. Bei In der Kinderfeuerwehr engagiere ich mich auch weiterhin ehrenamtlich.
In welcher Form?
Mein Herzensanliegen ist die Brandschutzerziehung. Ich möchte eine breite Basis beim Nachwuchs aufzubauen. Wir führen zum Beispiel Brandschutzerziehung mit Kindergärten und Grundschulen durch. Die Kinder dürfen dann die Feuerwehrfahrzeuge besichtigen und auch selbst Feuer löschen üben.
Beim Girls Day, der jedes Jahr im April stattfindet, bilden wir immer ein Team aus Feuerwehrfrauen, um den Mädchen die Botschaft zu senden: Ihr könnt das auch!
Außerdem leite ich an zwei Donnerstagen im Monat meine Kinderfeuerwehrgruppe. Die Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren dürfen auch mal schwereres Gerät wie Feuerlöscher ausprobieren. Im November haben sie alle erste Prüfung gemacht und die Stufe eins der Kinderflamme erhalten. Sie waren natürlich alle mächtig stolz, und ich auch.
Was bereitet Ihnen Freude?
Die ganze Arbeit hier ist einfach toll. Und jetzt bekomme ich auch noch Geld dafür, nachdem ich früher schon vieles ehrenamtlich gemacht habe. Außerdem ziehen wir im Juli in neu eingerichtete Räume im Obergeschoss, und dann wird auch unser Kollege Walter Rumrich fest bei uns einziehen.
Außerdem freue ich mich jeden Abend auf meine Golden-Retriever-Hündin Sunny. Wir sind schon seit elf Jahren ein Team, und seit sieben Jahren ist sie ausgebildete Flächen- und Trümmersuchhund in der Feuerwehr und geht gemeinsam mit mir in den Einsatz, wenn Personen vermisst werden. Wir sind natürlich oft auf Übungen, da schließt sich dann wieder der Kreis zur Arbeit.
Toll, wie aktiv Sie sind. Verraten Sie uns doch bitte noch Ihren Lieblingsplatz in Oberasbach
Der Feuerwehrstützpunkt (lacht).


