vhs-Leiter Gerhard Hable offiziell verabschiedet

Engagement für Jugendarbeit und Erwachsenenbildung standen im Mittelpunkt seiner mehr als 37-jährigen Arbeit bei der Stadt Oberasbach - nun geht Gerhard Hable am 31. Juli in den Ruhestand.
Als Gerhard Hable am 1. April 1983 seinen ersten Arbeitstag im offenen Jugendhaus der Gemeinde Oberasbach hatte, steckte das ein Jahr zuvor gegründete Jugendhaus noch in den Kinderschuhen.
Drei Jahre später übernahm der ausgebildete Diplom-Sozialpädagoge die Leitung und baute das Angebot kontinuierlich aus. Film-, Musik- und Tanzveranstaltungen, Dart-, Kicker- und Tischtennisturniere sowie Ausstellungen und Informationsveranstaltungen zu Themen wie Dritte Welt, Nationalsozialismus und Widerstand oder auch AIDS gehörten schnell zum Repertoire des Jugendhauses und wurden hervorragend angenommen. Zu der Zeit besuchten täglich ca. 60 bis 80 Jugendliche im Alter von 12 bis 22 Jahren das Jugendhaus.
Bis heute hat Gerhard Hable das Engagement im Jahre 1983 im Jugendhaus gegründeten Behinderten-Club nicht mehr losgelassen. Als Gerhard Hable zum Jugendhaus stieß, war die Idee bereits geboren, aber die praktische Umsetzung begann genau zu dieser Zeit. „Es war damals eine glückliche Fügung, dass der Wunsch von betroffenen Eltern auf die Bereitschaft von Jugendlichen im Jugendhaus traf, gemeinsame Aktivitäten zwischen Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigungen zu starten“, sagt Gerhard Hable rückblickend. Und diese Erfolgsgeschichte währt bis heute. Monatliche Treffen und Ausflüge finden bis heute statt. Was heute unter dem Stichwort "Inklusion" vielerorts vorangetrieben wird, wird hier bereits seit vielen Jahren gelebt.
Gerhard Hable ist glücklich mit dieser Arbeit seinen Teil dazu beitragen zu können, dass mehr Normalität in das Zusammenleben von Behinderten und Nichtbehinderten einkehrt und sich die Stellung von Behinderten in der Gesellschaft verbessert hat.
Für sein großartiges Engagement wurde Gerhard Hable bereits 2004 mit der Pater-Rupert-Mayer-Medaille des VdK ausgezeichnet. 2009 folgte dann die Verleihung des Ehrenbriefes des Bezirks Mittelfranken. Die Arbeit mit behinderten Jugendlichen ist ihm eine Herzensangelegenheit.
Seit 2005 leitet Gerhard Hable die vhs Oberasbach. Seither wurde das Kursprogramm von anfangs 565 Kursen auf 1024 Kurse fast verdoppelt. Nach dem Motto altbewährte Kurse beizubehalten und neue Akzente zu setzen, wurde die Bandbreite des Angebotes erweitert und das gesamte Spektrum der Erwachsenbildung sollte abgedeckt werden. Neben der Weiterentwicklung der bewährten Säulen Gesundheit und Sprachen konnten u.a. mit der jungen vhs neue Angebote und Zielgruppen erreicht werden. Die Stärke der vhs ist, dass das Angebot mit der Zeit geht, wie Kurse im Bereich der neuen Medien für Seniorinnen und Senioren und die zahlreichen Nah- und Fernreisen im Bereich vhs unterwegs zeigen.
Die Resonanz bei der Bevölkerung ist hervorragend. Das Kursangebot der vhs Oberasbach zählt zu den besten in der Region.
Diese Erfolgsgeschichte basiert auf dem großen Engagement von Gerhard Hable, seinen inzwischen vier Mitarbeiterinnen und ca. 285 Dozentinnen und Dozenten. Hierbei kann besonders die sehr gute Zusammenarbeit mit den Dozentinnen und Dozenten hervorgehoben werden. Diese bestätigen immer wieder wie angenehm, zuverlässig und konstruktiv das Miteinander ist.
Den Zusammenschluss der vhs Oberasbach mit der vhs Roßtal hat Gerhard Hable als Chance erkannt und wesentlich vorangetrieben. Dadurch konnten Synergien genutzt und die Kursvielfalt nochmals erweitert werden.
Als langjährigem und engagiertem Mitglied zunächst der ötv und später der Gewerkschaft verdi ist ihm das Thema Arbeitnehmervertretung sehr wichtig. Viele Jahre war er im Personalrat der Stadt Oberasbach aktiv, von 1998 bis 2011 sogar als Personalratsvorsitzender.
„Nach so langer Zeit verlässt mit Gerhard Hable ein Mitarbeiter die Stadt Oberasbach, der sich mit großer Hingabe eingebracht und immer Rückgrat gezeigt hat“, sagte der Zweite Bürgermeister Norbert Schikora bei der offiziellen Verabschiedung am 14. Juli mit Karin Keller als Vertreterin des Personalrates, Susann Seidl (stv. Leitung der vhs), Sigrid Legler (Leiterin des Personalwesens) und Markus Träger (Geschäftsleitung). „Der Personalrat tut dem Rathaus gut, besonders für ein konstruktives Miteinander.“
Gerhard Hable sei sein Ruhestand gegönnt. Wobei von Ruhestand, so wie man Gerhard Hable kennt, nicht die Rede sein kann. Stillsitzen und Ausruhen ist für ihn keine Option.
Er wird die Zeit brauchen, um all seinen vielseitigen Hobbys gerecht zu werden.
Es gilt die Welt weiter zu entdecken, ob nun in der näheren Umgebung mit dem Rad, dem Motorrad und -ebenfalls an der frischen Luft- mit dem Cabrio oder in der Ferne in exotischen Regionen der Welt. Sein Herz schlägt ebenso für Ostasienreisen wie für die Erkundung Lateinamerikas.
Die Bergwelt hat es ihm angetan. Im Himalaya hat er das Basislager des Mount Everest auf über 5.300m bereits von Katmandu in Nepal aus erreicht, ebenso die Gipfel Gokyo Ri (5.340m) und Kala Pattar (5.700m) sowie in Peru die Ruinenstadt Machu Picchu (immerhin auch auf mehr als 2.400m Höhe gelegen) am Fuße des gleichnamigen Berges besucht. Aber da gibt es noch viele Ziele zu erreichen.
Der vhs Oberasbach wird Gerhard Hable sicher verbunden bleiben, und wenn es nur durch den fortgesetzten Besuch seiner Sprachkurse oder die Teilnahme an den schottischen Abenden Ceilidh ist, über deren Gelingen er sich immer sehr freute. Die Kolleginnen und Kollegen werden seine kulinarischen Beiträge zu den gemeinsamen Betriebsfeiern vermissen, Gerhard Hable möglicherweise seine „Lady“, den Plotter in seinem Büro.
Wir danken ihm für sein langjähriges Engagement für die Stadt Oberasbach, in der Jugendarbeit und in der Erwachsenenbildung und wünschen ihm bei seinen zahlreichen Aktivitäten alles Gute, vor allem Gesundheit und gutes Gelingen.
Mehr von der vhs lesen Sie auch hier.