Vorsorgen für Krisen und Katastrophen

Wie kann man sich auf einen längeren Stromausfall vorbereiten? Wie bleibt man in einer Krisensituation informiert, wo findet man Schutz? Der neue Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) fasst Vorbereitungs- und Handlungsempfehlungen für verschiedene Notsituationen zusammen. Checklisten unterstützen Sie bei der Umsetzung.
Wir erleben, dass auch in Deutschland Krisen unsere gewohnten alltäglichen Abläufe stören. Extreme Wetterereignisse nehmen zu. Durch Cyberattacken, Desinformation oder Sabotage finden Angriffe auf kritische Infrastrukturen statt. Selbst ein Krieg scheint nicht mehr so ausgeschlossen zu sein wie noch vor einigen Jahren. Wenn etwas passiert, ist es besser, vorbereitet zu sein. Sie sollten sich für möglichst zehn Tage selbst versorgen können. Aber auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft schon sehr. Darauf können Sie schrittweise aufbauen.
Den neuen, 40-seitigen Ratgeber können Sie online oder unter der Service-Hotline 0800 664 71 15 bestellen oder hier auf www.bbk.bund.de als PDF herunterladen. Hier gibt es auch einen Vorleseservice. Ausgaben in weiteren Sprachen sind geplant.
Die wichtigsten Tipps:
- Vorräte clever planen: Empfohlen wird, den Haushalt für bis zu 10 Tage selbst versorgen zu können – insbesondere mit Trinkwasser (2 Liter pro Person und Tag) sowie haltbaren Lebensmitteln. Praktisch: Orientierung auch für 3/5/7 Tage und Hinweise zu Allergien, Kindern und Haustieren.
- Warnungen verstehen & richtig reagieren: Wie Warn-Apps (z. B. NINA), Sirenen (Bedeutung von Heulton/Entwarnung) und Handy-Warnungen funktionieren – plus der wichtige Hinweis: Bei Strom-/Netzausfall fallen digitale Warnkanäle teils aus.
- Informiert bleiben, wenn nichts mehr geht: Checkliste für Powerbank, batterie-/kurbelbetriebenes Radio und wichtige Kontakte auf Papier, damit du auch ohne Internet und Mobilfunk handlungsfähig bleibst.
- Kochen & Heizen ohne Strom: Was in Innenräumen erlaubt und sicher ist (z. B. geeignete Gaskocher/Fondue-Set) und was nur draußen genutzt werden sollte; inkl. Hinweis zu Kohlenmonoxid-Gefahr und dem Notfallkochbuch des BBK.
- Notgepäck & Dokumente: Was ins Notgepäck gehört (Medikamente, Erste Hilfe, Powerbank, Bargeld, Trinkflasche, warme Kleidung etc.) und wie du wichtige Dokumente (Ausweise, Versicherungen, Zeugnisse) feuer-/wassersicher aufbewahrst – gern zusätzlich digital gesichert.
- Sicherer Ort – je nach Lage: Von Hochwasser (höhere Stockwerke) über Gasaustritt (innen, obere Etagen, abdichten) bis zu Explosionen/Luftangriffen (innenliegende, fensterlose Räume). Merkhilfe: die „Regel der 2 Wände“ zwischen dir und Außenbereich.
- Medizinische Selbsthilfe & Hausapotheke: Was unbedingt vorrätig sein sollte und wie z.B. ein Druckverband angelegt wird; Erste-Hilfe-Kenntnisse können entscheidend sein.
- Für Menschen mit Beeinträchtigungen: individuelle Vorsorge (Ersatz-Akkus/Ladegeräte, Hilfsmittel), Notfallausweis, Unterstützung durch das Umfeld sowie Hinweise zur Notruf-App nora.
- Mit Kindern & in belastenden Situationen: Tipps für altersgerechte Gespräche, Routinen und psychische Entlastung – inkl. Anlaufstellen für Beratung.
Einen Kurzüberblick liefern auch diese Checklisten des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Weitere Informationen zum Vorsorgen für Krisen und Katastrophen können Sie auch hier beim BBK abrufen.