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Waschbären: Das Futter muss weg!

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Sie mögen noch so niedlich erscheinen, aber sie bleiben eine invasive Art, die hier keine natürlichen Fressfeinde hat und eine Gefahr für das Gleichgewicht der Natur darstellen. Die Rede ist vom Waschbär.

Wer den kleinen Bären einmal in seinem Grundstück erlebt hat, weiß welche Schäden er anrichten kann. Zerwühlte oder umgeworfene Mülltonnen sind da noch relativ harmlos, viel unangenehmer wird es, wenn er sich erst einmal im Dachboden eingenistet hat. Eine zerrissene Dachdämmung kann richtig teuer werden, aber die zurückgelassenen Exkremente machen die Sache richtig eklig. „Im Gegensatz zu einem Marder“, erklärt der Oberasbacher Jagdpächter André Lämmermann im Gespräch mit dem zweiten Bürgermeister Norbert Schikora, „verlässt der Waschbär den Dachboden nicht, um seine Notdurft zu verrichten.“

Seit rund zehn Jahren breitet sich der Waschbär im Landkreis aus, schätzt André Lämmermann. Vereinzelte erste Beschwerden gingen bei der Stadt Oberasbach wohl vor rund zweieinhalb Jahren ein, erinnert sich Norbert Schikora. Insbesondere im Hainberg hat der Waschbär einen optimales Rückzuggebiet gefunden. Der dortige Eigentümer, die DBU Naturerbe GmbH, vertreten durch den Bundesforstbetrieb Reußenberg, bejagt den nordamerikanischen Eindringling nicht. Und den Oberasbacher Jägern ist es dort nicht erlaubt. Die Waschbären überqueren zur Nahrungssuche schnell die Hainbergstraße im nördlichen Unterasbach oder im östlichen Kreutles und finden immer wieder reichlich Nahrung, um sich dann wieder in den geschützten Hainberg zurückzuziehen.

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass der Waschbär rechtlich betrachtet ein Schädling ist und damit nach dem Jagdrecht auch keiner Schonzeit unterliegt. Ferner ist immer der Grundstückseigentümer für die Schädlingsbefall verantwortlich. Von daher muss es die erste Maßnahme eines jeden sein, den bis zu 9 Kilogramm schweren Bären den Lebensraum so unattraktiv wie möglich zu machen. 

Kurz gesagt: Das Futter muss weg!

Mülltonnen sollten zumindest mit einem Stein beschwert und Kompostkisten abgeschlossen werden. Ein Riegel hilft wenig, da der Waschbär über ausreichend Geschicklichkeit in seinen Vorderläufen verfügt, die wie langfingrige Hände funktionieren. Sie können den Riegel durchaus öffnen, wenn der verlockende Duft nur stark genug ist. Gleiches gilt übrigens auch grundsätzlich für unverschlossene Türen. Auch diese kann der Waschbär durchaus öffnen. Alles was als freistehende Nahrungsmittel gewertet werden kann, zieht den Waschbären an: Katzen- oder Hundefutter, Igel- und Vogelnahrung, aber selbst Fallobst von den Bäumen und Sträuchern sollte zeitnah weggeräumt werden. All diese Dinge locken den Allesfresser mit der feinen Nase an.

Aber gerade mit seiner feinen Nase kann man ihn auch vertreiben. Auf scharfe Gerüche reagiert er sehr empfindlich und verzieht sich meistens. Dazu zählen vor allem Chili, Mottenkugeln, Essig, Lavendel oder Pfefferminzöl. Um die Wirkung zu erhalten, sollten Sie die Riechstoffe in Säckchen füllen und regelmäßig wechseln.

Weitere Hinweise
  • Verschließen Sie alle Schlupflöcher an Gartenhütten und Schuppen.
  • Schließen Sie die Katzenklappe ab oder verwenden Sie eine chip-gesteuerte Katzenklappe.
  • Sichern Sie Vogelhäuschen mit Metallmanschetten.
  • Beschneiden Sie Bäume, deren Zweige aufs Dach reichen.
  • Bringen Sie möglichst glatte Blechmanschetten an Regenrinnen an.
Obacht mit Waschbärfallen

Darüber hinaus können auch Fallen helfen. Fallen darf nur stellen, wer über entsprechende Fachkenntnisse verfügt, also wenigstens einen Fallenlehrgang absolviert hat. Das kann auch ein qualifizierter Kammerjäger sein. Dabei ist sicherzustellen, dass die Falle wenigstens zweimal am Tag vom Aufstellenden überprüft wird (nicht vom Grundstücksbesitzer). Auch andere Tiere könnten in der Falle hocken, wie Katzen oder Igel. Die dort zu belassen, wäre Tierquälerei. Einen dort gefangenen Waschbären dann allerdings von dort aus woanders auszusetzen, ist Wilderei. Hat man den Waschbären erst einmal in der Falle gefangen, ist er tierschutzgerecht zu töten. Das ist wiederum nur einem Jäger oder sonstigem Fachmann gestattet. Diesen muss man dann umgehend verständigen.

Somit können den Waschbären tatsächlich nur die Jäger im Jagdrevier Oberasbach bekämpfen, von dem der Hainberg ausgeschlossen ist. In den letzten drei Jahren wurden mehr als 110 Tiere in Oberasbach geschossen. Rund 30 bis 40 Stück wurden in Fallen gestellt und dann getötet. Der Waschbär fällt als Wildtier unter das Jagdrecht. Schätzungen gehen davon aus, dass in Mittelfranken rund 1000 Tiere leben, Tendenz steigend. In Unterfranken schätzt man die Population auf mehr als 5.500, da sich der Waschbär in den letzten Jahrzehnten von Nordhessen her nach Süddeutschland ausgebreitet hat.

Die Stadt Oberasbach hat abgesehen von städtischen Flächen keine Befugnis tätig zu werden. Insbesondere nicht im Hainberg. “Doch gerade dort bedroht der Waschbär jene Tiere, deren Überleben wir am Hainberg eigentlich ermöglichen wollen”, mahnt Zweiter Bürgermeister Norbert Schikora, “Das sind nicht nur seltene Bodenbrüter, sondern die insgesamt sehr bedrohten Amphibien. Für mich das ausschlaggebende Argument, warum die Bundesstiftung tätig werden sollte, ja geradezu muss.”

Von daher ist die Stadt Oberasbach bestrebt nach den Sommerferien das Gespräch mit dem Bundesforstbetrieb Reußenberg zu suchen und eine Lösung zu finden, um den Waschbären auch aus seinem Rückzugsgebiet zu vertreiben.

Wenn Sie sich und Ihre Nachbarn vor dem Waschbären schützen wollen, muss das Futter weg.

Ein Waschbär mit gefletschten Zähnen.
Foto: (c) Pixabay Der Waschbär gefährdet durch seine kontinuierliche Ausbreitung Flora und Fauna in Mittel und stattet Hauseigentümer häufig unangenehme Besuche ab.
Fußabdrücke von Waschbären als Messingrelief
Foto (c) Privat So sehen Fußabdrücke von Waschbären aus (Darstellung aus einem Waldlehrpfad in Westfalen).
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