vhs-Infoabend: Igel in Not
Der Igel ist eines der ältesten Säugetiere der Erde, er gilt leider heute als potentiell gefährdet und steht unter Naturschutz. Hilfe wird daher dringend benötigt, etwa durch igelfreundliche Gärten. Auch ganzjährige Fütterung ist wegen des Insektensterbens nötig. Jungigel sollten 600 bis 650 Gramm wiegen, erwachsene Igel 900 bis 1200 Gramm. Bei dem vhs-Infoabend (Kurs Nr. 25-2603) mit Ingrid Plesch am 11. März erhalten Sie viele hilfreiche Tipps, wie Sie die Stachler unterstützen können.
Zusätzlich bekommen Sie gegen eine Schutzgebühr eine umfassende Info-Mappe. Den nächsten Igel-Infoabend soll es im Oktober geben.
Anmeldung auf www.vhs-sl-fuerth.de erforderlich; bitte Stift, Papier und 4,00 Euro Materialgeld mitbringen!
Termin: Di, 11.03.2025, 19.00 bis 20.30 Uhr, KuBiZ, Seminarraum EG, Am Rathaus 8; AK 5,00
Hintergrund:
Ingrid Plesch pflegt seit über 22 Jahren ehrenamtlich kranke, verletzte und unterernährte Igel und setzt sich mit viel Herzblut für die Erhaltung ihres Lebensraumes ein.
Mit "Igel-Beratung und -Hilfe Oberasbach" (früher: Igelstation Oberasbach) stellt die heute 76-Jährige ihr Fachwissen zur Verfügung. Bei WhatsApp ist sie im Kontakt mit rund 800 Igelfreunden, ihre Tipps anhand von Fotos und Videos sind sogar in Ungarn, Amerika oder Irland gefragt.
Bis zu 30 Tiere hatte Ingrid Plesch schon gleichzeitig in Pflege, derzeit überwintern acht in ihrem Garten in Kreutles. Etwa hundert Euro investiert die gebürtige Gummersbacherin pro Igel jeden Winter – so sind schon etliche tausende zusammengekommen. Sie finanziert alles selbst, freut sich aber über Spenden – Spendenquittungen kann sie allerdings nicht ausstellen. „Mir bringt es persönlich ganz viel, wenn ich Tieren, die keine Lobby haben, helfen kann. Meine Tierliebe ist auch der Grund, warum ich seit Jahren vegan lebe.“
Bei medizinischen Härtefällen kooperiert die ehemalige Intensivkrankenpflegerin, die auch lange ihren krebskranken Mann zuhause versorgt hat, eng mit einem igelerfahrenen Zirndorfer Tierarzt. „Ich bin ansonsten aber absolute Einzelkämpferin. Ich arbeite anders als andere private Igelhelfer, z.B. halte ich nicht viel von Chemie“, so Ingrid Plesch. Eine prophylaktische Entwurmung lehnt sie ab, der Aufbau mit Elektrolyten und Vitamin B sei anfangs hilfreicher. Dann gelte es „parasitenbezogen“ vorzugehen. Inzwischen hat Ingrid Plesch 30 bis 40 dicke Ordner mit Krankenblättern zu allen Pfleglingen, auf denen z.B. alle Symptome und verabreichten Medikamente dokumentiert sind.
Auf ihrer von ihrem Sohn betreuten Homepage igelgug.de bietet Ingrid Plesch viele Informationen rund um die schützenswerten Stacheltiere, darunter Tipps zur artgerechten Fütterung und Pflege. Auch Bauanleitungen für Igelburgen und selbstentwickelte Schlafhäuser und katzensichere Futterhäuser finden sich dort.
Wenn Sie den putzigen Tieren helfen möchten, bauen Sie ein Schlafhaus aus Vollholz, das Sie an einem trockenen, schattigen Platz aufstellen und mit weichem Stroh auslegen. „Nicht mit Laub, das kann wegen Pilzsporen und Milben Igeln das Leben schwer machen“, weiß Ingrid Plesch. Eine einfache Maßnahme: Nach dem Winter nicht zu bald den Garten aufräumen, denn in den Stängeln von abgestorbenen Pflanzen überwintern oft nahrhafte Insekten. Ab Ende März bis etwa Ende April erwachen die Igel aus dem Winterschlaf. Wer schon früher einen Stachler im Garten sichtet, sollte ihn vorsichtig durchchecken: Ist er lang und dünn mit markanter Halsfalte und kühler als 36 Grad, braucht er wahrscheinlich Hilfe. Die Igel freuen sich über Wasser und Hunde- oder Katzenfutter aus der Dose bzw. in Wasser eingeweichtes Trockenfutter, am besten in kleinen flachen Schälchen. Milch und Milchprodukte sind tabu. Kalte Igel müssen unbedingt vor dem Fressen aufgewärmt sein. Wenn man sich einem Igel nähern oder ihn berühren kann, ohne dass er sich zusammenrollt, ist er mit hoher Wahrscheinlichkeit krank. Leisten Sie Erste Hilfe – auf igelgug.de/igelnothilfe hat Frau Plesch dazu viele Tipps zusammengestellt. Nehmen Sie dann Kontakt mit einer Igelpflegestelle oder -station oder einem igelerfahrenen Tierarzt auf.
Telefonische Unterstützung von Frau Plesch bekommen Sie unter 0911 99 60 60 (bitte eine Nachricht hinterlassen). Alternativ können Sie sich auch an die Igelstation Büttner in Roßtal unter 0176 212 556 61 oder 09127 594 35 08 wenden, oder an Jana Zwanziger von der Igelrettung Fürth unter 0177 897 48 52. Frau Plesch empfiehlt außerdem die Facebook-Gruppe "IGEL - Notfälle - Beratung und alles Drumherum", die bundesweit Pflegestellen vermittelt. Private „Päppler“, bei denen Igel betreut überwintern können, werden übrigens immer gesucht!
Mit der Igel-Challenge von BUND Naturschutz Bayern e.V. können Sie über die App ObsIdentify zufällig gesichtete Igel melden und auch damit einen Beitrag zum Igelschutz leisten.
Weitere Infos hierzu und viele Tipps zur Igelhilfe finden Sie hier.

